hervorziehen

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hervorziehen (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich ziehe hervor
du ziehst hervor
er, sie, es zieht hervor
Präteritum ich zog hervor
Konjunktiv II ich zöge hervor
Imperativ Singular zieh hervor!
ziehe hervor!
Plural zieht hervor!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
hervorgezogen haben
Alle weiteren Formen: Flexion:hervorziehen

Nebenformen:

umgangssprachlich: vorziehen

Worttrennung:

her·vor·zie·hen, Präteritum: zog her·vor, Partizip II: her·vor·ge·zo·gen

Aussprache:

IPA: [hɛɐ̯ˈfoːɐ̯ˌt͡siːən]; spontansprachlich: [hɛɐ̯ˈfoːɐ̯ˌt͡siːn][1]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] transitiv: aus, hinter, unter, zwischen etwas ziehend hervor bewegen; aus, hinter, unter, zwischen etwas nach vorn ziehen, sodass es zum Vorschein kommt

Herkunft:

Ableitung eines Partikelverbs zum Verb ziehen mit dem Präverb (Verbpartikel, Verbzusatz) hervor

Sinnverwandte Wörter:

[1] fingern, herausfischen, herausholen, herauszerren, hervorangeln, hervorholen, hervorkramen, hervorzerren, zücken
[1] landschaftlich: friemeln, herausklauben, hervorklauben

Oberbegriffe:

[1] ziehen

Beispiele:

[1] „Die Sache steigert sich noch mehr, wenn man bemerkt, wie der Traum mitunter gleichsam aus den tiefsten und massenhaftesten Verschüttungen, welche die spätere Zeit auf die frühesten Jugenderlebnisse gelagert hat, die Bilder einzelner Localitäten, Dinge, Personen ganz unversehrt und mit ursprünglicher Frische wieder hervorzieht.[2]
[1] „Da fühle ich meine Finger naß werden. Als ich sie hinter seinem Kopf hervorziehe, sind sie blutig.“[3]
[1] „Er hatte seine Dokumente hervorgezogen und hielt sie in die Höhe.“[4]
[1] „Seine abgegriffene Börse hervorziehend, legte er einige Goldstücke hin und verfügte sich dann, nicht etwa bedrückt, nein, sondern erleichtert, in sein Bureau.“[5]
[1] „Er erhob sich vorsichtig und zog umständlich unter seiner Joppe eine große Blume hervor.[6]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] etwas plötzlich hervorziehen; jemandes Hände ziehen etwas hervor
[1] ein Blatt, ein Brief, die Brieftasche, ein paar Geldscheine, ein Päckchen Zigaretten, eine Pistole, ein Taschentuch, einen Zettel hervorziehen
[1] etwas aus der Schublade, unter dem Mantel, aus/unter den Trümmern hervorziehen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „hervorziehen
[*] canoonet „hervorziehen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „hervorziehen
[1] Duden online „hervorziehen
[*] PONS – Deutsche Rechtschreibung „hervorziehen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalhervorziehen
[1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »hervorziehen«.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-05509-8, Stichwort »hervorziehen«, Seite 858.

Quellen:

  1. Siehe Stefan Kleiner, Ralf Knöbl und Dudenredaktion: Duden Aussprachewörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 7., komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage. Band 6, Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-04067-4, DNB 1070833770, Stichwort »sehen« (Hinweiskasten), Seite 775.
  2. L[udwig]. Strümpell: Die Natur und Entstehung der Träume. Verlag von Veit & Comp., Leipzig 1874, Seite 40 (Zitiert nach Digitalisat des MDZ).
  3. Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues. 476.–500. Tausend, Propyläen-Verlag, Berlin 1929, Seite 284 (Zitiert nach Internet Archive).
  4. Franz Werfel: Die vierzig Tage des Musa Dagh. Roman. Erster Band [Das Nahende], Paul Zsolnay, Berlin 1933, Seite 370–371 (Zitiert nach Google Books).
  5. Annette Kolb: Die Schaukel. S. Fischer, Berlin 1934, Seite 149 (Zitiert nach Google Books).
  6. Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. Roman. In: Adolf Frise (Herausgeber): Robert Musil, Gesammelte Werke in Einzelausgaben. 12.–16. Tausend, Rowohlt Verlag, Hamburg 1957, Seite 509 (Zitiert nach Internet Archive).