Inflation

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Inflation (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Inflation

die Inflationen

Genitiv der Inflation

der Inflationen

Dativ der Inflation

den Inflationen

Akkusativ die Inflation

die Inflationen

Worttrennung:

In·fla·ti·on, Plural: In·fla·ti·o·nen

Aussprache:

IPA: [ɪnflaˈt͡si̯oːn]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Inflation (Info), Lautsprecherbild Inflation (Österreich) (Info)
Reime: -oːn

Bedeutungen:

[1] Volkswirtschaft, kein Plural: Ausweitung der Geldmenge, welches unter anderem einen Anstieg des Preisniveaus verursacht
[2] Zeitabschnitt, mit Plural: Periode, während der hohe Inflation [1] herrscht
[3] allgemein, kein Plural: starkes Anwachsen der Häufigkeit von etwas
[4] Weltraumforschung: die Zeit der sehr schnellen Ausdehnung des Weltraumes, kurz nach dem Urknall

Abkürzungen:

[1, 2] Infl.

Herkunft:

von lateinisch inflatio → la = „Ausweitung“;[1] Vorgangsnomen von Partizip II inflatus = ausgeweitet, ausgedehnt; vom Verb inflare → la = „ausweiten“, (von in-, into + flare)

Synonyme:

[2] Inflationszeit
[4] Inflationsphase

Sinnverwandte Wörter:

[1] Geldentwertung
[3] Ausweitung
[4] Ausdehnung, Expansion

Gegenwörter:

[1] Deflation, Stagflation

Unterbegriffe:

[1, 2] Hyperinflation
[2] Januar-Inflation, Februar-Inflation, März-Inflation, April-Inflation, Mai-Inflation, Juni-Inflation, Huli-Inflation, August-Inflation, September-Inflation, Oktober-Inflation, November-Inflation, Dezember-Inflation

Beispiele:

[1] Deutschland erlebte 1923 eine schwere Inflation.
[1] „Wegen der Erfahrungen mit galoppierender Inflation ist der Leitzins in Brasilien traditionell hoch und liegt nun bei acht Prozent, was für brasilianische Verhältnisse ein Rekordtief ist.“[2]
[1] „Noch ehe das Jahr zu Ende geht, im grauen Monat November, dem Monat, in dem sonst gern Revolutionen gemacht werden, wird die Inflation zum Stillstand gebracht.“[3]
[1] „Im Kriegswinter 1920 durchlebte Südrussland eine galoppierende Inflation.“[4]
[1] „Als Retter hatten die Deutschen Hitler begrüßt, der sie aus den politischen Nöten und persönlichen Ängsten erlösen sollte, die der Versailler Friedensvertrag nach dem Ersten Weltkrieg, die Inflation der frühen zwanziger Jahre und die Weltwirtschaftskrise zu Beginn der Dreißiger heraufbeschworen hatte.“[5]
[2] Zur Zeit der Inflation in den 20er Jahren im vorigen Jahrhundert waren viele Menschen arbeitslos.
[3] Seit einiger Zeit ist eine Inflation von Sekten zu verzeichnen.
[4] „Während dieser sogenannten Inflation dehnte sich das Universum innerhalb von 10−35 s bis 10−32 s um einen Faktor zwischen 1030 und 1050 aus.“[6]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Verb: die Inflation bekämpfen / eindämmen
[1] mit Adjektiv: galoppierende Inflation (Lautsprecherbild Audio (Info)), hohe / niedrige Inflation

Wortbildungen:

Adjektive: inflationär, inflationsbereinigt, inflationsindexiert
Substantive: Inflationsanpassung, Inflationsausgleich, Inflationsausmaß, Inflationsbekämpfung, Inflationsgeld, Inflationsrate, Inflationsursache, Inflationszeit
Verben: inflationieren

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Inflation
[4] Wikipedia-Artikel „Inflation (Kosmologie)
[1, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Inflation
[1–3] Duden online „Inflation
[1] canoonet „Inflation
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalInflation
[1–3] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0 „Inflation“

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0 „Inflation“
  2. Joe Leahy: Boom over. In: Financial Times Deutschland. 17. Juli 2012, ISSN 1615-4118, Seite 23.
  3. Erwin Strittmatter: Der Laden. Roman. Aufbau Verlag, Berlin/Weimar 1983, Seite 507.
  4. Björn Berge: Atlas der verschwundenen Länder. Weltgeschichte in 50 Briefmarken. dtv, München 2018 (übersetzt von Günter Frauenlob, Frank Zuber), ISBN 978-3-423-28160-7, Seite 136. Norwegisches Original 2016.
  5. Theo Sommer: 1945. Die Biographie eines Jahres. Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-498-06382-0, Seite 117.
  6. Wikipedia-Artikel „Urknall“ (Stabilversion)