Korona

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Korona (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Nominativ die Korona die Koronen
Genitiv der Korona der Koronen
Dativ der Korona den Koronen
Akkusativ die Korona die Koronen
[1] Mond mit Korona
[3] Heilige Dreifaltigkeit - Vater, Sohn und heiliger Geist jeweils mit Korona
[4] Korona um eine Ionisationsröhre im Betrieb (verstärkte Darstellung)

Veraltete Schreibweisen:

Corona

Worttrennung:

Ko·ro·na, Plural: Ko·ro·nen

Aussprache:

IPA: [koˈʀoːna], Plural: [koˈʀoːnən]
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1] allgemein: kreisförmiger Kranz
[2] Astrophysik: Bereich der Sonnenatmosphäre, der oberhalb der Chromosphäre liegt, der Strahlenkranz der Sonne
[3] Theologie: kreisförmiger Heiligenschein geistlicher Figuren
[4] Technik: Prozess, bei dem ein geringer Stromfluss durch Luft oder andere Gase zwischen zwei Elektroden erzeugt werden kann, der meist im Mikroampere-Bereich liegt. Die Korona um eine Ionisationsröhre ist eine kalte, elektrische, diffuse Sprühentladung, die die Luft ionisiert
[5] umgangssprachlich: frohe Runde, froher Kreis
[6] Linguistik, Phonetik: Kranz der Zunge

Herkunft:

seit dem 19. Jahrhundert in der Fachsprache bezeugt; von lateinisch corona → la „Kranz“, dieses geht zurück auf das mit curvus (vergleiche Kurve) urverwandte altgriechische κορωνός (koronós) → grc „gekrümmt“, κορώνη (koróne) → grc „Ring, überhaupt alles Gekrümmte“ (vergleiche Krone, Kranz) [1][2][3]

Synonyme:

[2, 3] Aureole
[6] Zungenkranz, Zungensaum

Oberbegriffe:

[2] Sonnenatmosphäre, Sternatmosphäre
[3] Heiligenschein, Glorienschein
[4] Entladung

Unterbegriffe:

[1] Lichtkranz
[2] Sonnenkorona
[3] Nimbus

Beispiele:

[1] „Der Beugungseffekt, der die Korona erzeugt, muss nicht notwendigerweise durch Wassertröpfchen verursacht werden.“[4]
[1] „Diese Aufgabe übernehmen die Herzkranzgefäße auch Koronararterien genannt (Korona = Kranz, Strahlenkranz).“[5]
[2] „Aus der Korona strömt ein Partikelstrom mit einer Geschwindigkeit von mehreren hundert Kilometern pro Sekunde ins Sonnensystem hinaus - der Sonnenwind.“[6]
[3] „So fand man heraus, dass ein zwischenzeitlich geschlossenes Loch in der Fassade hinter dem Kopf der Mutter Maria mit dem Kinde zu bestimmten Zeiten die Sonne so einfallen lassen hat, dass die Skulptur eine Korona (Heiligenschein) umgab.“[7]
[4] Das Kaltplasma bildet sich um eine Ionisationsröhre, im elektrischen Betrieb, in Form einer hülsenförmigen Korona aus.
[4] „Freie Radikale und Ionen aus einer Korona können direkt mit Schadstoffen in der Luft zu ungefährlicheren Verbindungen reagieren und diese aufspalten.“[8]
[5] „Es sind ihrer ja so viel, und der »letzte Tisch« präsentiert eine täglich anders zusammengesetzte Korona.[9]
[5] „Der Baron hatte die Korona, da sonst kein Platz gewesen war, an seinen Tisch gebeten, und schon bei der gegenseitigen Vorstellung war deutlich geworden, daß er richtig gehandelt hatte.“[10]

Wortbildungen:

[1] Koronal, koronar, Koronararterien, Koronaerscheinung, Koronargefäß
[1, 2] koronal
[2] Koronaheizung, Koronastrahlung
[4] Koronaentladung, Koronaring, Koronastabilisator
[6] koronal, koronalisieren, Koronalisierung, Koronallaut


Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Korona (Atmosphärische Optik)
[2] Wikipedia-Artikel „Korona (Sonne)
[2, 5] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Korona
[?] canoo.net „Korona
[2, 3, 5] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonKorona
[2–5] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Stichwort: „Korona“
[4] Wikipedia-Artikel „Koronaentladung
[6] Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. Dritte, neubearbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2005, ISBN 978-3-476-02056-7, Stichwort: „Koronal, Koronallaut“.

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 529.
  2. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Seite 719.
  3. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 766.
  4. Wikipedia-Artikel „Korona (Atmosphärische Optik)“ (Stabilversion)
  5. Das Herz - Zentrum des Körpers - Herzkranzgefäßewww.avogel.de, abgerufen am 8. September 2013
  6. Magnetische Wellen heizen Strahlenkranz der Sonnewww.weltderphysik.de, abgerufen am 09. September 2013
  7. Heinz Stade: Beim Papst-Besuch in Erfut soll kein Gerüst auf Domberg stören. In: Thüringer Allgemeine. 4. Mai 2011, abgerufen am 9. September 2013.
  8. Wikipedia-Artikel „Koronaentladung“ (Stabilversion)
  9. Joachim Ringelnatz: Simplicissimus Künstler-Kneipe und Kathi Kobus. In: Joachim Ringelnatz: Vermischte Schriften. Diogenes, Zürich 1994, S. 211-220, Zitat: Seite 216. ISBN 3-257-06045-9. (Der Text erschien erstmals im Jahr 1909.)
  10. Erich Kästner: Der Zauberlehrling. Ein Fragment. In: Kästner für Erwachsene 3. Deutscher Bücherbund, Stuttgart/München ohne Jahr, Seite 203-297, Zitat Seite 243. Entstanden 1936.