wetterleuchten

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[Bearbeiten] wetterleuchten (Deutsch)

[Bearbeiten] Verb

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15. Wort der Woche.


  Person Wortform
Präsens ich
du
er, sie, es wetterleuchtet
Präteritum es wetterleuchtete
Partizip II   gewetterleuchtet
Konjunktiv II es wetterleuchtete
Imperativ Singular
Plural
Hilfsverb   haben
Alle weiteren Formen: wetterleuchten (Konjugation)

Worttrennung:

wet·ter·leuch·ten, Präteritum: wet·ter·leuch·te·te, Partizip II: ge·wet·ter·leuch·tet

Aussprache:

IPA: [ˈvɛtɐˌlɔɪ̯çtn̩], Präteritum: [ˈvɛtɐˌlɔɪ̯çtətə], Partizip II: [ˌɡəˈvɛtɐˌlɔɪ̯çtət]
Hörbeispiele: —, Präteritum: —, Partizip II:

Bedeutungen:

[1] intransitiv, unpersönlich; Meteorologie: (als Blitz) weit entfernt lautlos und hell aufleuchten
[2] intransitiv; im übertragenen Sinne: aufblitzen, aufflackern, aufflammen, aufleuchten, auflodern; plötzlich auftauchen, einsetzen, losbrechen

Herkunft:

Verbalisierung durch Konversion beziehungsweise syntaktische Umsetzung des Substantivs Wetterleuchten

Oberbegriffe:

[1] wettern
[1] blitzen, gewittern

Beispiele:

[1] „»Alle Tage Gewitter,« brummt jemand. »Es hat nur gewetterleuchtet,« entgegnet man.“[1]
[1] „»Es wetterleuchtet immer stärker«, sprach Herr Wiprecht, »das Gewitter wird bald loskrachen.«“[2]
[2] „Von Zeit zu Zeit zucken seine Ohren – es wetterleuchtet in seinen Zügen, wie ein ordentlicher Romanschreiber sagen würde – plötzlich hebt er den Kopf, rast – rrt! – nach der Tür, kratzt und winselt: »aufmachen, aufmachen.« – rrt! an die nächste, ebenfalls geschlossene Tür und heult: »aufmachen, schneller, schneller.« – rrt! an die Haustür und bellt: »diese ekelhaften Türen!« saust wie ein abgeschossener Dackel durch den Garten und in die Arme seiner vergötterten Herrin.“[3]
[2] „Im Grunde wetterleuchtet hinter dem Vorschlag des CDA-Chefs die neuzeitliche Überzeugung, Eigentum sei Diebstahl.“[4]
[2] „Die Apokalypse wetterleuchtet dabei nur ein bisschen am Horizont; politisch brisante Themen wie Abtreibung, Homosexuellenehe und Stammzellenforschung sucht Graham zu meiden.“[5]
[2] „Am Horizont wetterleuchtet das Zeitalter der Maschine.“[6]
[2] „In ihren Büchern und Schriften wetterleuchten die Ideen der Aufklärung, die von den Philosophen des 18. Jahrhunderts auf den Begriff gebracht und in der Französischen Revolution Realität wurden.“[7]
[2] „Im bourgeoisen Zeitvertreib reicher Dandys und deren skeptischer Beobachtung durch eine Erfahrungen sammelnde junge Frau wetterleuchtet dort der Hedonismus einer viel späteren, fast noch heutigen Zeit.“[8]
[2] „Elternhaus? Das Wort wetterleuchtet von weit her. Aus einer Zeit, als Geschichte hatte, wer sesshaft war und seine Vorfahren kannte.“[9]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] am Himmel wetterleuchtet es, am Horizont wetterleuchtet es, über dem See wetterleuchtet es
[2] in jemandes Augen wetterleuchtet es grimmig; in einem Buch von Ideen wetterleuchten

[Bearbeiten] Übersetzungen

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1924.
[1] wissen.de – Wörterbuch „wetterleuchten
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „wetterleuchten
[*] canoo.net „wetterleuchten
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonwetterleuchten
[1] The Free Dictionary „wetterleuchten
[1] Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart „wetterleuchten
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „wetterleuchten

Quellen:

  1. GutenbergWiktionary:Literaturliste: Heinrich Federer: Jungfer Therese, 1913
  2. GutenbergWiktionary:Literaturliste: Wilhelm Heinrich von Riehl: Durch tausend Jahre, 1. Band, 1937
  3. GutenbergWiktionary:Literaturliste: Otto Ernst: Vom grüngoldnen Baum, 1910
  4. Thomas Schmid: Erben verpflichtet. In: DIE WELT, 28.07.1999. ISSN 0173-8437. Online-Ausgabe abgerufen am 19. Oktober 2010.
  5. Andrea Köhler: Der letzte Kreuzzug. Der Evangelisten-Prediger Billy Graham in New York. In: Neuer Zürcher Zeitung, 30.06.2005. ISSN 0376-6829. Online-Ausgabe abgerufen am 19. Oktober 2010.
  6. Tourismus. O wundervolle Triebe!. In: Die Zeit, 12.04.2006. ISSN 0044-2070. Online-Ausgabe abgerufen am 19. Oktober 2010.
  7. Jean Ziegler: Das Imperium der Schande. Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung, 1. Auflage, Pantheon Verlag, München 2007 (Originaltitel: L’Empire de la honte, übersetzt von Dieter Hornig). Seite 25. ISBN 9783570550199.
  8. Harald Jähner: Berlinale. Vor großer Menschenkulisse. Wie die Berlinale einst als stolzes Festival des kleinen Mannes gegründet wurde. In: Berliner Zeitung, 06.02.2010. ISSN 0947-174X. Online-Ausgabe abgerufen am 19. Oktober 2010.
  9. Cora Stephan: Mein Haus und ich. In: DIE WELT, 09.10.2010. ISSN 0173-8437. Online-Ausgabe abgerufen am 19. Oktober 2010.

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