mahlen

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[Bearbeiten] mahlen (Deutsch)

[Bearbeiten] Verb

[4] Ein Tibeter mahlt per Hand.
  Person Wortform
Präsens ich mahle
du mahlst,
mählst
er, sie, es mahlt,
mählt
Präteritum ich mahlte,
muhl
Partizip II   gemahlen
Konjunktiv II ich mahlte,
mühle
Imperativ Singular mahle!
Plural mahlt!
Hilfsverb   haben
Alle weiteren Formen: mahlen (Konjugation)

Anmerkung zur Konjugation:

Das Verb mahlen wurde ursprünglich ausschließlich stark konjugiert. Die Formen du mählst und er/sie/es mählt im Präsens sowie zum Beispiel die Form ich muhl im Präteritum waren noch bis ins 17. Jahrhundert gebräuchlich. Später jedoch verbreitete sich die schwache Konjugation und von der starken blieb nur das bis heute benutzte Partizip II gemahlen übrig.[1][2]

Worttrennung:

mah·len, Präteritum: mahl·te, muhl, Partizip II: ge·mahlen

Aussprache:

IPA: [ˈmaːlən], [ˈmaːln̩], Präteritum: [ˈmaːltə], [muːl], Partizip II: [ɡəˈmaːlən], [ɡəˈmaːln̩]
Hörbeispiele: —, Präteritum: —, Partizip II:

Bedeutungen:

[1] transitiv: Material (mit einer Mühle) zerkleinern, indem es gerieben und gequetscht wird
[2] transitiv: etwas durch Mahlen[1] herstellen
[3] transitiv: übertragen: etwas sehr langsam kauen
[4] intransitiv: die Tätigkeit des Mahlens[1] ausüben
[5] intransitiv: sich drehen und nicht oder kaum von der Stelle kommen
[6] intransitiv: häufig in Volksliedern: koitieren

Herkunft:

Dem Verb mahlen gehen das althochdeutsche maln und das mittelhochdeutsche maln oder malen voraus. Verwandte Formen sind das altsächsische malan, das mittelniederdeutsche mālen, das mittelniederländische und niederländische malen → nl, das schwedische mala → sv und das gotische malan. Aus dem Vergleich mit Formen aus anderen als germanischen Sprachen wie zum Beispiel dem lateinischen molere → la, dem russischen молоть → ru (mahlen) oder dem altirischen melim (mahle) lässt sich die indoeuropäische Wurzel *mel(ə)- (zermalmen, schlagen) erschließen, auf die auch malmen, Malter, Malz, Mehl, Milbe, mild sowie Müll zurückgehen.[3]

Synonyme:

[6] Thesaurus:koitieren

Sinnverwandte Wörter:

[1] zerkleinern

Beispiele:

[1] Er mahlte das Korn für ein kräftiges Brot.
[2] Wir müssen noch Mehl mahlen.
[2] Ich mühle Mehl, wenn ich denn Getreide hätt.
[3] Das Pferd mahlt seinen Hafer.
[4] Die Mühle mahlt den ganzen Tag.
[4] Ich wurde beim Müller angestellt, um zu mahlen.
[5] Unsere Wagenräder mahlten im Sand und die ganze Reihe der Fuhrwerke hinter uns kam zum Stehen.
[6] Ich weiß mir eine Müllerin,
Ein wunderschönes Weib.
Wollt Gott, ich sollt bei ihr mahlen,
Mein Körnlein zu ihr tragen,
Das wär der Wille mein.
Das wär der Wille mein.

Der Müller aus dem Holze kam,
Von Regen war er naß:
„Steh auf, Frau Müllerin stolze,
Mach mir ein Feuer von Holze:
Von Regen bin ich naß,
Von Regen bin ich naß.“

„Ich kann dir nicht aufstehen,“
Sprach sie, des Müllers Weib.
„Ich hab die Nacht gemahlen
Mit einem Reutersknaben,
Daß ich so müde bin,
Daß ich so müde bin.“

„Hast du die Nacht gemahlen,
Sprach er, der Müller stolz,
„Die Mühle will ich dir verstellen,
Das Kampfrad und die Wellen,
Daß du nicht mahlen kannst.“

„Wilt du mir die Mühle verstellen,“
Sprach sie, des Müllers Weib,
„Ein ander will ich mir bauen
Auf einer grünen Auen,
Auf einen grünen Zweig,
Auf meinen eignen Leib.“[4]

Sprichwörter:

[1] Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Abgeleitete Begriffe:

feingemahlen, grobgemahlen, Mahlsand, Mahlstein, Mahlstrom, Mahlwerk, Mahlzahn, Mehl, Mühle, zermahlen

[Bearbeiten] Übersetzungen

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] canoo.net „mahlen
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonmahlen
[1, 2, 4, 6] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „mahlen
[1, 2, 5] The Free Dictionary „mahlen
[1, 3, 5] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „mahlen
[6] Lutz Röhrich: Hanau–Saite. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 2, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 2009, ISBN 978-3-9811483-8-1, DNB 998963240 (Neuausgabe), „mahlen“, Seite 990f.

Quellen:

  1. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „mahlen
  2. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, „mahlen“, Seite 825
  3. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, „mahlen“, Seite 824f.
  4. Susan Youens: Schubert Müller und Die schöne Müllerin, 1997, Seite 86

Ähnliche Wörter:

mählen, malen
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