Peitsche
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[Bearbeiten] Peitsche (Deutsch)
[Bearbeiten] Substantiv, f
| Kasus | Singular | Plural | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | die Peitsche | die Peitschen | |||||||
| Genitiv | der Peitsche | der Peitschen | |||||||
| Dativ | der Peitsche | den Peitschen | |||||||
| Akkusativ | die Peitsche | die Peitschen | |||||||
Silbentrennung:
- Peit·sche, Plural: Peit·schen
Aussprache:
- IPA: [ˈpaɪ̯ʧə], Plural: [ˈpaɪ̯ʧən], [ˈpaɪ̯ʧn̩]
- Hörbeispiele: —, Plural: —
Bedeutungen:
- [1] längerer biegsamer Stock, an dessen einem Ende eine Schnur oder ein Lederriemen befestigt ist und der insbesondere dazu verwendet wird, Zugtiere anzutreiben, früher aber auch als Instrument zur Züchtigung diente
- [2] Botanik: ein Stängel oder eine Ranke in peitschenförmig zulaufender Form
- [3] vier oder fünf Karten einer Farbe beim Kartenspiel
- [4] in Bayern: Schimpfwort für eine Prostituierte
- [5] Hüttenwesen: breiter Schlägel aus Holz, mit dem Kupferblech glatt geschlagen wird
- [6] Weberei: eine der zwei an den Schützentreibern befestigten Schnüre, die an der Mitte des Webstuhls in einem Heft aus Holz vereinigt sind
Herkunft:
- Die frühesten nachgewiesenen Vorformen sind das oberdeutsche (nordbairische) picze, das im 14. Jahrhundert vorkam, das ostmitteldeutsche pytcze um das Jahr 1400 und piczsche im 15. Jahrhundert sowie das böhmische peitsche zum Ende des 14. Jahrhunderts, das schlesische peytsche und das oberfränkische peitsch gegen Ende des 15. Jahrhunderts. All diese Wörter stammen wahrscheinlich vom maskulinen altsorbischen *bič (Geißel) oder dem alttschechischen bič mit derselben Bedeutung ab. Dies sind gemeinslawische postverbale Bildungen zum urslawischen *biti (schlagen), das auch mit dem gleichbedeutenden altslawischen biti und dem ebenfalls gleichbedeutenden russischen бить (bit’) → ru verwandt ist. Im Deutschen fanden eine Diphthongierung des ī zu ei und eine Anlautverstärkung statt. Peitsche verbreitete sich ausgehend vom Oberdeutschen vor allem durch die Bibelübersetzung Martin Luthers in ganz Deutschland. Mit der Zeit verdrängte es das Wort Geißel, nahm aber dessen feminines Genus an.[1]
Synonyme:
Sinnverwandte Wörter:
- [1] Gerte
Oberbegriffe:
Unterbegriffe:
- [1] Bullenpeitsche, Fahrpeitsche, Geißel, Goaßl, Klopfpeitsche, Neunschwänzige Katze, Riemenpeitsche, Signalpeitsche, Stockpeitsche
Verkleinerungsformen:
- [1] Peitschlein
Beispiele:
- [1] Der Kutscher ließ die Peitsche knallen.
- [2] „Bei den weißen Sorten sind die Peitschen kürzer. Nach der Blüten [sic!] hängen sie nur noch braun herum, deshalb schneide ich sie ab. Die Peitschen wurzeln, wenn man sie frühzeitig einpflanzt, also bevor sie braun werden.“[2]
- [5] Eine Peitsche ist „ein Holz zwo Ellen lang, eine halbe Elle breit, damit die Kupferbleche in den Kupferhütten gleich gezogen werden“.[3]
- [6] „Um sie von rechts nach links zu schnellen, dazu bedarf aber der Weber nach Kay’s Erfindung nur Einer Hand, indem er an der „Peitsche“ bald rechts bald links zieht.“[4]
Redewendungen:
Charakteristische Wortkombinationen:
- [1] Zuckerbrot und Peitsche
Abgeleitete Begriffe:
- peitschen, Peitschenhieb, Peitschenjunker, Peitschenknall, Peitschenlampe, Peitschenleder, Peitschenleuchte, Peitschenschnur, Peitschenstiel, Peitschenstock
[Bearbeiten] Übersetzungen
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Dialektausdrücke:
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? Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1] Wikipedia-Artikel „Peitsche“
- [1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Peitsche“
- [1] canoo.net „Peitsche“
- [1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikon „Peitsche“
- [1–4] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Peitsche“
- [5, 6] Pierer's Universal-Lexikon, 1861: „Peitsche“
Quellen: