Wasserwerfer

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Wasserwerfer (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Wasserwerfer die Wasserwerfer
Genitiv des Wasserwerfers der Wasserwerfer
Dativ dem Wasserwerfer den Wasserwerfern
Akkusativ den Wasserwerfer die Wasserwerfer
[1] Flugfeldlöschfahrzeug (FLF Buffalo) der Berliner Flughäfenfeuerwehr mit montiertem Wasserwerfer über der Fahrerkabine
[2] Wasserwerfer (WaWe 10) der Hamburger Bereitschaftspolizei

Worttrennung:

Was·ser·wer·fer, Plural: Was·ser·wer·fer

Aussprache:

IPA: [ˈvasɐˌvɛʁfɐ]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] (auf einem Lastkraftwagen mit Tank, vor allem der Polizei aber auch der Feuerwehr montierte) Vorrichtung, mit der ein Wasserstrahl unter hohem Druck gezielt abgegeben („ausgeworfen“) werden kann (um einen Brand zu löschen oder Menschenansammlungen auseinanderzutreiben)
[2] mit einem Tank ausgerüsteter Lastkraftwagen der Polizei mit der unter [1] beschriebenen Vorrichtung

Abkürzungen:

[2] Polizeijargon: WaWe

Herkunft:

Determinativkompositum aus den Substantiven Wasser und Werfer

Synonyme:

[1] Wasserkanone

Oberbegriffe:

[1] Vorrichtung
[2] Fahrzeug, Einsatzfahrzeug, Lastkraftwagen, Spezialfahrzeug

Beispiele:

[1] Zur Brandbekämpfung bei großem Wasserbedarf werden neben Strahlrohren auch Wasserwerfer verwendet.
[1] „Lisa Meerbusch sah die grünen Lastwagen mit Wasserwerfern und den Fanggittern vorn, die die verbliebenen Menschen wie Vieh vor sich hertrieben.“[1]
[1] „Das Unterholz auf dem Hügel hinter der Tankstelle hatte wohl ebenfalls gebrannt, wobei ein paar Bäume angesengt worden waren, doch die Feuerwehr hatte ihre Wasserwerfer doch zuerst eingesetzt, um zu verhindern, daß sich das Feuer in die Wohngebiete weiter oben am Hang ausbreitete.“[2]
[2] Mit Hilfe von Wasserwerfern wurde die nicht angemeldete Demonstration aufgelöst.
[2] „Das Parlament war an diesem Tag durch Polizei abgeriegelt, und die Truppe zeigte die hysterische Einsatzbereitschaft jeder gedrillten Mannschaft, der man auf dem Übungsplatz das Gespenstersehen beigebracht hat, und sie besetzten und umzirkelten das Haus des Volkes mit Waffen, Wasserwerfern und Spanischen Reitern, als ob die Hauptstadt und das Land sich gegen den Bundestag erheben wolle (und dann wäre er abgesetzt), während Keetenheuve, der sich immer wieder aufs neue ausweisen mußte, den Eindruck hatte, daß außer wenigen Neugierigen und Schausüchtigen nur ein paar billig Hergefahrene, ein paar preiswert Verfrachtete, arme Claqueure mit Rufen demonstrierten, die erst durch den massiven Einsatz ihrer polizeilichen Bekämpfer überhaupt Bedeutung gewannen.“[3]
[2] „Es hat Demonstrationen gegeben, die Polizei setzte Wasserwerfer ein, verhaftete, es gibt Gefängnis und Arbeitslager.“[4]
[2] „In Varanasi stehen Wasserwerfer in den Straßen, um die Proteste der Gläubigen aufzulösen, die ihre Statuen weiter im Ganges versenken wollen.“[5]
[2] „6000 Polizisten patrouillierten diesmal durch die Stadt, 20 Hubschrauber und ein Dutzend Wasserwerfer standen bereit.“[6]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] den Wasserwerfer in Stellung bringen, in Tätigkeit setzen
[1, 2] Wasserwerfer einsetzen
[2] mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vorgehen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[2] Wikipedia-Artikel „Wasserwerfer
[2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Wasserwerfer
[*] canoo.net „Wasserwerfer
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Wasserwerfer
[2] The Free Dictionary „Wasserwerfer
[1, 2] Duden online „Wasserwerfer
[1] wissen.de – Wörterbuch „Wasserwerfer
[2] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Wasserwerfer
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonWasserwerfer

Quellen:

  1. Kerstin Jentzsch: Seit die Götter ratlos sind. Roman. Heyne Verlag, München 1996, ISBN 3-453-09954-0, Seite 92.
  2. Christopher Moore: Der Lustmolch. Roman. Wilhelm Goldmann Verlag, München 2016 (Originaltitel: The Lust Lizard of Melancholy Cove, übersetzt von Kristof Hahn), ISBN 978-3-641-20519-5, Seite ‹ohne Seitenangabe› (E-Book; zitiert nach Google Books).
  3. Wolfgang Koeppen: Das Treibhaus [1953]. In: Drei Romane. Tauben im Gras, Das Treibhaus, Der Tod in Rom. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972, Seite 347 (Zitiert nach Google Books).
  4. Wolfgang Engler: Die Ostdeutschen. Kunde von einem verlorenen Land. 1. Auflage. Aufbau-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-351-02490-8, Seite 325.
  5. Katrin Kuntz: Kein schöner Land. In: Der Spiegel. Nummer 1, 2016, ISSN 0038-7452, Seite 78 (SPIEGEL-Archiv URL, abgerufen am 8. Juli 2017).
  6. Lutz Hachmeister: Hannover. Ein deutsches Machtzentrum. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2016, ISBN 978-3-421-04705-2, Seite 162.