Symptom

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Symptom (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ das Symptom die Symptome
Genitiv des Symptoms der Symptome
Dativ dem Symptom den Symptomen
Akkusativ das Symptom die Symptome

Worttrennung:

Sym·p·tom, Plural: Sym·p·to·me

Aussprache:

IPA: [zʏmpˈtoːm]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Symptom (Info)
Reime: -oːm

Bedeutungen:

[1] allgemein: etwas, das auf etwas anderes schließen lässt
[2] Linguistik: Ausdrucksseite (Signifiant, Signifikant) eines sprachlichen Zeichens in seiner Funktion, Rückschlüsse auf den Sprecher/Schreiber zuzulassen
[3] Medizin: Anzeichen einer bereits vorhandenen oder sich anbahnenden Krankheit

Herkunft:

Im 16. Jahrhundert in medizinischer Bedeutung [3] entlehnt aus griechisch σύμπτωμα (sýmptōma) → grc „Zufall, Begebenheit, Eigenschaft, Symptom“; zu συμπίπτειν (sympiptein) → grc „zusammenfallen, zusammentreffen“, aus συμ- (sym–) → grc „zusammen, mit“ und πίπτειν (piptein) → grc „fallen, stürzen“; seit dem 18. Jahrhundert in erweiterter Bedeutung [1] gebraucht[1]

Synonyme:

[1–3] Anzeichen
[3] Krankheitssymptom

Gegenwörter:

[2] Signal, Symbol

Holonyme:

[3] Syndrom

Unterbegriffe:

[1] Verfallssymptom
[3] Begleitsymptom, Frühsymptom, Leitsymptom, Lungensymptom, Krankheitssymptom, Prodromalsymptom, Vergiftungssymptom

Beispiele:

[1] Man kann den Verlauf der Börsenkurse als Symptom für den Zustand der Finanzmärkte interpretieren.
[1] „Die Schieflage in der Auseinandersetzung mit Rechts- und Linksextremismus ist ein Symptom, das ebenso auf andere gesellschaftliche Bereiche zutrifft.“[2]
[1] „Der Feldzug von 1812 hat mit der Periode von Borodino bis zur Vertreibung der Franzosen den Nachweis dafür geliefert, dass eine gewonnene Schlacht nicht nur nicht die Eroberung eines Landes nach sich zu ziehen brauchte, sondern nicht einmal als ein sicheres Symptom für die Eroberung eines Landes anzusehen ist; er hat den Nachweis erbracht, dass die Kraft, die das Schicksal der Völker entscheidet, nicht in den Eroberern liegt, nicht einmal in den Armeen und Schlachten, sondern in etwas anderem.“[3]
[2] Zur Ausdrucksseite des sprachlichen Zeichens: „Es ist Symbol kraft seiner Zuordnung zu Gegenständen und Sachverhalten, Symptom (Anzeichen, Indicium) kraft seiner Abhängigkeit vom Sender, dessen Innerlichkeit es ausdrückt, und Signal kraft seines Appells an den Hörer, dessen äußeres oder inneres Verhalten es steuert wie andere Verkehrszeichen.“[4]
[2] Im Organon-Modell der Sprache von Hans Bühler entspricht das Symptom der Funktion des Ausdrucks der Sprache.
[3] Du hast den ersten Symptomen einer Erkältung keine Beachtung geschenkt. Nun hat es dich richtig erwischt!
[3] „Alle Symptome, davon war sie überzeugt, waren lediglich ein Zeichen für ihre Schwierigkeiten, sich in einem fremden Land einzuleben.“[5]
[3] „Pastor lacht glucksend und biegt dabei den Kopf in den Nacken, als litte er an den Symptomen einer akuten Meningitis.“[6]

Charakteristische Wortkombinationen:

[3] mit Adjektiv: auffällige / alarmierende / charakteristische / depressive Symptome, grippeähnliche Symptome (Lautsprecherbild Audio (Info)), klinische / körperliche / neurologische / neurotische / psychosomatische / typische / unspezifische Symptome

Wortbildungen:

symptomatisch, symptomfrei, symptomlos
Symptomatik, Symptombekämpfung, Symptomfunktion, Symptomenkomplex

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[3] Wikipedia-Artikel „Symptom
[1, 3] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Symptom
[3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Symptom
[1–3] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalSymptom
[2] Helmut Glück (Herausgeber), unter Mitarbeit von Friederike Schmöe: Metzler Lexikon Sprache. Dritte, neubearbeitete Auflage, Stichwort: „Symptom“. Metzler, Stuttgart/Weimar 2005. ISBN 978-3-476-02056-7.

Quellen:

  1. Wahrig Herkunftswörterbuch „Symptom“ auf wissen.de
    Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Symptom
    Henry George Liddell, Robert Scott, revised and augmented throughout by Sir Henry Stuart Jones with assistance of Roderick McKenzie: A Greek-English Lexicon. Clarendon Press, Oxford 1940. Stichwort „σύμ-πτωμα“.
    Wilhelm Pape, bearbeitet von Max Sengebusch: Handwörterbuch der griechischen Sprache. Griechisch-deutsches Handwörterbuch. Band 1: Α–Κ, Band 2: Λ–Ω. 3. Auflage, 6. Abdruck, Vieweg & Sohn, Braunschweig 1914. Stichwort „συμ-πίπτω“.
    Wilhelm Pape, bearbeitet von Max Sengebusch: Handwörterbuch der griechischen Sprache. Griechisch-deutsches Handwörterbuch. Band 1: Α–Κ, Band 2: Λ–Ω. 3. Auflage, 6. Abdruck, Vieweg & Sohn, Braunschweig 1914. Stichwort „πίπτω“.
  2. Eckhard Jesse: Zweierlei Maß. In: Cicero. Nummer 12, Dezember 2019, ISSN 1613-4826, Seite 52.
  3. Leo N. Tolstoi: Krieg und Frieden. Roman. Paul List Verlag, München 1971 (übersetzt von Werner Bergengruen), Seite 1339. Russische Urfassung 1867.
  4. Karl Bühler: Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion der Sprache. Ullstein, Frankfurt/Berlin/Wien 1978, Seite 28. ISBN 3-548-03392-X. Kursiv gedruckt: Symbol, Symptom, Signal.
  5. Lizzie Doron: Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?. 6. Auflage. Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2015, ISBN 978-3-518-45769-6, Seite 84. Hebräisches Original 1998.
  6. Else Buschheuer: Ruf! Mich! An!. Roman. Wilhelm Heyne Verlag, München 2001, ISBN 3-453-19004-1, Seite 167.