Symptomfunktion

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Symptomfunktion (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Symptomfunktion

Genitiv der Symptomfunktion

Dativ der Symptomfunktion

Akkusativ die Symptomfunktion

Worttrennung:

Sym·p·tom·funk·ti·on, kein Plural

Aussprache:

IPA: [zʏmpˈtoːmfʊŋkˌt͡si̯oːn]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] Linguistik: eine der drei Sprachfunktionen in Karl Bühlers Organon-Modell der Sprache, die darin besteht, dass man beim Sprechen/Schreiben – gewollt oder nicht – etwas über sich selbst preisgibt

Herkunft:

Determinativkompositum aus den Substantiven Symptom und Funktion

Synonyme:

[1] Ausdrucksfunktion

Gegenwörter:

[1] Appellfunktion, Darstellungsfunktion

Oberbegriffe:

[1] Sprachfunktion, Funktion

Beispiele:

[1] „Die Symptomfunktion der Sprache, die als Teil einer pragmatisch verstandenen Kommunikationsfunktion zu sehen ist, hier aber aus analytischen Gründen isoliert werden soll, besteht darin, daß sich jeder Sprecher als Individuum und als Angehöriger einer sozialen Schicht oder Gruppe von andern Individuen beziehungsweise Angehörigen anderer Schichten oder Gruppen sprachlich unterscheidet.“[1]
[1] „Die Symptomfunktion und die Kommunikationsfunktion überhaupt sind an konnotative Inhaltsmerkmale gebunden, darunter auch an die Zugehörigkeit zu dialektalen und situativen Varietäten.“[2]
[1] „Die Beispiele machen deutlich: Empörend übernimmt im Sprachgebrauch zunächst einmal eine Symptomfunktion (will sagen: es ist Anzeichen) für eine emotionale Einstellung.“[3]
[1] „Versuchen Sie, dies vor allem vor dem Hintergrund der Begriffe Symbol-, Appell- und Symptomfunktion (Bühler 1965) zu leisten.“[4]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Suchergebnisse für „Symptomfunktion

Quellen:

  1. Oskar Reichmann: Germanistische Lexikologie, Zweite, vollständig umgearbeitete Auflage von »Deutsche Wortforschung«. Metzler, Stuttgart 1976, ISBN 3-476-12082-1, Seite 4. Abkürzung aufgelöst.
  2. Sibylle Orgeldinger: Standardisierung und Purismus bei Joachim Heinrich Campe. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1999, ISBN 3-11-016312-8, Seite 230. Aufgerufen am 23.3.19.
  3. Jochen A. Bär: Das Jahr der Wörter – Folge 144 (24. Mai): empörend; Universität Vechta. Aufgerufen am 23.3.19. Kursiv gedruckt: empörend.
  4. Peter Wunderli: Französische Lexikologie. Einführung in die Theorie und Geschichte des französischen Wortschatzes. Niemeyer, Tübingen 1989, ISBN 3-484-54032-X, Seite 70. Aufgerufen am 23.3.19. Abkürzungen aufgelöst.