Leu

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Leu (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Leu

die Leuen

Genitiv des Leuen

der Leuen

Dativ dem Leuen

den Leuen

Akkusativ den Leuen

die Leuen

Worttrennung:
Leu, Plural: Leu·en

Aussprache:
IPA: [lɔɪ̯]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Leu (Info)
Reime: -ɔɪ̯

Bedeutungen:
[1] poetisch: Löwe

Herkunft:
als dichterische Form bewahrtes mittelhochdeutsches leu → gmh; Näheres siehe »Löwe«[1]

Oberbegriffe:
[1] Lebewesen, Tier, Säugetier, Raubtier
[1] Katze, Großkatze, Raubkatze

Beispiele:
[1] „»O, ich begreife es wohl« - antwortete der Rabbi und wehmütiger Ernst zog über seine Stirne - »ich begreife es wohl, wie der stolze Leu aus Stolz seinen fürstlichen Pelz abwirft und sich in den bunten Schuppenpanzer des Krokodils verkappt, weil es Mode ist ein greinendes, schlaues, gefräßiges Krokodil zu sein! Was sollen erst die geringeren Tiere beginnen, wenn sich der Löwe verleugnet?[…]«“[2]
[1] „Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken, / Verderblich ist des Tigers Zahn; / Jedoch der schrecklichste der Schrecken, / Das ist der Mensch in seinem Wahn.“[3]
[1] „Dein Portrait ist mir doch jetzt von großem Werthe, und ich gäbe es um Vieles nicht hin, obwohl Du mich ansturst wie ein grimmiger Leu, daß ich immer sagen möchte: friß mich nicht, kleines Pferd!“[4]
[1] „Vielleicht kommt auch bald nun der herrliche Tag, / Wo der Leu zum letzten vernichtenden Schlag, / Schon ist der Feind ja am wanken, / Ausholt mit den mächtigen Pranken.“[5]
[1] „Sein Tastsinn sei ein wenig unentwickelt, / und tobt er brüllend wie ein brünstiger Leu: / dann glänzt die liebe Unschuld frisch vernickelt / so gut wie neu …“[6]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1073
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Leu
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Leu
[1] canoonet „Leu
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonLeu
[1] The Free Dictionary „Leu

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 583
  2. Heinrich Heine: Der Rabbi von Bacherach. In: Projekt Gutenberg-DE. Drittes Kapitel (URL).
  3. Wikisource-Quellentext „Friedrich Schiller: Das Lied von der Glocke. In ders.: Gedichte von Friedrich Schiller, Cotta’scher Verlag, Stuttgart und Tübingen 1854. Seite 364–378
  4. Annette von Droste-Hülshoff: Briefe von Annette von Droste-Hülshoff und Levin Schücking. In: Projekt Gutenberg-DE. Rüschhaus den 11ten September 1842 (URL).
  5. Wikisource-Quellentext „Heinrich Kämpchen: Ein Tatzenschlag. In ders.: Was die Ruhr mir sang, Hansmann & Co., Bochum 1909. Seite 135
  6. Wikisource-Quellentext „Kurt Tucholsky: Er verheiratet sie. In ders.: Fromme Gesänge, Felix Lehmann Verlag, Charlottenburg 1919. Seite 109

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Leu

die Lei

Genitiv des Leu

der Lei

Dativ dem Leu

den Lei

Akkusativ den Leu

die Lei

Worttrennung:
Leu, Plural: Lei

Aussprache:
IPA: [leu̯]
Hörbeispiele:
Reime: -ɔɪ̯

Bedeutungen:
[1] eine in Rumänien und Moldawien verwendete Währungseinheit

Abkürzungen:
[1] Rumänien: Währungscode (ISO-4217-Code): RON, veraltet: ROL
[1] Moldawien: Währungscode (ISO-4217-Code): MDL

Herkunft:
Entlehnung aus gleichbedeutend rumänisch leu → ro, eigentlich „Löwe“; dieses ist ein Erbwort von lateinisch leo → la; wohl nach der Abbildung eines Löwen auf älteren Münzen[1][2]

Oberbegriffe:
[1] Währung, Währungseinheit, Geldeinheit

Unterbegriffe:
[1] Moldauischer Leu/Moldawischer Leu, Rumänischer Leu

Beispiele:
[1] „Die Maßnahmen der Regierung bewirkten eine rund siebzigprozentige Abwertung des Leu innerhalb von nicht einmal zwei Monaten, einen erheblichen Anstieg der Energiepreise (Strom und Benzin) sowie der Preise für Transport- und Telekommunikationsleistungen (zwischen 50 und 500 Prozent), die in einer Art Schneeballeffekt - der nicht in allen Fällen gerechtfertigt war - die Grundnahrungsmittelpreise mitgezogen haben (Brot, Fleisch, Milchprodukte, Gemüse).“[3]
[1] „In Moldawien gilt der Leu, in Transnistrien gilt der Rubel, aber sie wollen jetzt ukrainische Währung.“[4]
[1] „Die rumänische Landeswährung Leu wirft am 1. Juli den in 15 Jahren angesammelten Inflations-Ballast ab, der mitunter bei über 300 Prozent im Jahr lag: Bei dieser Abwertung werden einfach vier Nullen gestrichen.“[5]
[1] „Der neuen Währung Leu (dt. Löwe), mit der sich die Rumänen vor anderthalb Jahren ausgestattet haben, ist erster Erfolg beschieden, sie ist stabil, die Inflationsrate sinkt laufend.“[6]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1073
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 806
[1] canoonet „Leu
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonLeu
[1] The Free Dictionary „Leu

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1073
  2. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 806
  3. Edith Lhomel: "Leid, Schweiß und Tränen". In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. 13. Juni 1997 (übersetzt von Eveline Passet), ISSN 1434-2561 (URL, abgerufen am 1. Dezember 2013).
  4. Wolfgang Kohrt: Nach Odessa. Mit dem Auto durch acht Länder des östlichen Europa. Ein Reisetagebuch. In: Berliner Zeitung Online. 3. August 2002, ISSN 0947-174X (URL, abgerufen am 1. Dezember 2013).
  5. Malte Kessler/DPA: Rumänien: Der Leu verliert vier Nullen. In: stern.de. 1. Juli 2005, ISSN 0039-1239 (URL, abgerufen am 1. Dezember 2013).
  6. Rumänien - Was die Sterne bewirken. In: Die Wochenzeitung. Nummer 01/2007, 4. Januar 2007 (Online, abgerufen am 1. Dezember 2013).

Abkürzung[Bearbeiten]

Bedeutungen:
[1] Chemie: IUPAC-Dreibuchstabencode für Leucin

Synonyme:
[1] Einbuchstabencode: L

Oberbegriffe:
[1] Aminosäure

Beispiele:
[1] „Diese sind bei E. coli die hydrophoben Aminosäuren Phe, Tyr, Trp und Leu.[1]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Leucin
[1] Wikipedia-Artikel „Aminosäure

Quellen:

  1. Katharina Munk: Taschenlehrbuch Biologie: Genetik. Georg Thieme Verlag, 2010, ISBN 9783131686213, Seite 224 (zitiert nach Google Books).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Heu, Lew