Kompositum

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Kompositum (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular Plural 1 Plural 2
Nominativ das Kompositum die Komposita die Kompositen
Genitiv des Kompositums
des Kompositi
der Komposita
der Kompositorum
der Kompositen
Dativ dem Kompositum
dem Komposito
den Komposita
den Kompositis
den Kompositen
Akkusativ das Kompositum die Komposita die Kompositen

Worttrennung:

Kom·po·si·tum, Plural 1: Kom·po·si·ta, Plural 2: Kom·po·si·ten

Aussprache:

IPA: [kɔmˈpoːzitʊm], Plural 1: [kɔmˈpoːzita], Plural 2: [kɔmˈpoːzitn̩]
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1] Linguistik: Wort, das zwei oder mehr lexikalische Morpheme enthält
[2] Pharmazie: Medikament mit mehreren Wirkstoffen
[3] Mathematik: kleinster gemeinsamer Oberkörper zweier Körper
[4] Optik: zusammengesetztes Mikroskop

Herkunft:

Von gleichbedeutend lateinisch: compositum → la (substantiviertes Partizip Perfekt Passiv von componere → la = „zusammensetzen“, vergleiche komponieren) entlehnt; Bedeutung [1] im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.[1]

Synonyme:

[1] Zusammensetzung

Gegenwörter:

[1] Ableitung/ (Derivation), Kontamination, Kontraktion, Konversion, Kurzwort, Reduplikation, Rückbildung

Oberbegriffe:

[1] Wortbildung

Unterbegriffe:

[1] Ad-hoc-Kompositum, Dekompositum, Determinativkompositum, Explikativkompositum, Konfixkompositum, Kopulativkompositum, Possessivkompositum, präpositionales Rektionskompositum, Zusammenrückung
[1] endozentrisches Kompositum, exozentrisches Kompositum
[1] verdeutlichendes Kompositum

Beispiele:

[1] „Dampfschiff“ ist ein Kompositum aus „Dampf“ und „Schiff“.
[1] „Determinativkomposita und Komposita mit unikalen Morphemen mit einer gemeinsamen Konstituente werden gegenübergestellt, um unikale Morpheme zu isolieren...“[2]
[1] „Nach welchen Kriterien Komposita in Wörterbüchern Aufnahme finden sollen, ist ein schwieriges Problem...“[3]
[1] „Allerdings stehen unter Bund dann Bundesbahn, Bundestag (...) und andere Kompositen.[4]
[1] „Das ist bei den meisten Komposita und Derivationen der deutschen Gegenwartssprache anders.“[5]
[1] „Tatsächlich gibt es zum Prät.präs. kunnan ein gleichlautendes schwaches Verb, das allerdings nach Ausweis der sonstigen Formen zur Klasse 3 gehört und das nur in Kompositis vorkommt …“[6]
[2] In der Internetapotheke kann man das Kompositum F1+N1 Tropfen preisgünstig beziehen.
[3] Sind K1 und K2 Teilkörper von L, dann heißt der kleinste gemeinsame Oberkörper »das Kompositum von K1 und K2«.
[4] „Unter dem Kompoſito kam eine körnerichte Materie mit Waſſer aus derſelben hervor.“[7]
[4] „Wenn man ein Stückchen Haut vom Schwanze ſauber abzieht, zwiſchen zwo Glasplatten preßt, und unter eine gut vergrößernde Linſe des Kompoſiti legt; ſo muß man über die Menge dieſer Stacheln, noch mehr über ihre Bildung erſtaunen.“[8]
[4] „Die Architektonik der Fasern des ganzen Baues läſt sich in vielen Fällen mit viel mehr Erfolg mit dem einfachen Mikroskop studiren, welches uns leicht erkennbare Unterschiede zeigt, während die kleinsten mit dem Kompositum erkennbaren Elemente so oft ganz gleich erscheinen.“[9]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 3] Wikipedia-Artikel „Kompositum
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Kompositum
[(1)] Duden online „Kompositum
[1] canoo.net „Kompositum
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonKompositum

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 516.
  2. Thea Schippan: Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache. Niemeyer, Tübingen 1992, Seite 82. ISBN 3-484-73002-1.
  3. Helmut Glück, Wolfgang Werner Sauer: Gegenwartsdeutsch. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 1997, Seite 173. ISBN 3-476-12252-2.
  4. Ulrike Haß-Zumkehr: Deutsche Wörterbücher - Brennpunkt von Sprach- und Kulturgeschichte. de Gruyter, Berlin/New York 2001, Seite 225. ISBN 3-11-014885-4. Kursiv gedruckt: Bund, Bundesbahn und Bundestag.
  5. Winfried Ulrich: Schwerenöter und Hagestolz. Wie verstehen wir historisch verdunkelte Wortbildungen?. In: Der Sprachdienst. Nummer Heft 2, 2013, Seite 49–60, Zitat Seite 50.
  6. Thomas Birkmann, Präteritopräsentia: Morphologische Entwicklung einer Sonderklasse in den altgermanischen Sprachen, Tübingen 1987, ISBN 3-484-30188-0, Seite 105.
  7. Johann Auguſt Ephraim Goeze, Verſuch einer Naturgeſchichte der Eingeweidewürmer thieriſcher Körper, Blankenburg 1782, Seite 241.
  8. Johann Auguſt Ephraim Goeze, Europäiſche Fauna oder Naturgeſchichte der europäiſchen Thiere. Zweyter Band: Nagende Thiere, Leipzig 1792, Seite 50.
  9. E. Blasius/A. Moser (Hrsg.), Analekten der Chirurgie, Erster Band, Berlin 1838, Seite 180.

Ähnliche Wörter:

Komposition