lebendes Fossil

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lebendes Fossil (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n, Wortverbindung, adjektivische Deklination[Bearbeiten]

starke Deklination ohne Artikel
Singular Plural
Nominativ lebendes Fossil lebende Fossilien
Genitiv lebenden Fossils lebender Fossilien
Dativ lebendem Fossil lebenden Fossilien
Akkusativ lebendes Fossil lebende Fossilien
schwache Deklination mit bestimmtem Artikel
Singular Plural
Nominativ das lebende Fossil die lebenden Fossilien
Genitiv des lebenden Fossils der lebenden Fossilien
Dativ dem lebenden Fossil den lebenden Fossilien
Akkusativ das lebende Fossil die lebenden Fossilien
gemischte Deklination (mit Possessivpronomen, »kein«, …)
Singular Plural
Nominativ ein lebendes Fossil keine lebende Fossilien
Genitiv eines lebenden Fossils keiner lebender Fossilien
Dativ einem lebenden Fossil keinen lebenden Fossilien
Akkusativ ein lebendes Fossil keine lebende Fossilien

Worttrennung:

le·ben·des Fos·sil, Plural: le·ben·de Fos·si·li·en

Aussprache:

IPA: [ˌleːbm̩dəs fɔˈsiːl]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild lebendes Fossil (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich (Biologie, Zoologie), fachsprachlich (Paläontologie): (Vertreter einer) rezenten Art oder Artengruppe, die in (zumindest) morphologisch gleicher oder ähnlicher Form bereits vor Jahrmillionen existierte

Herkunft:

Es handelt sich um eine Lehnübersetzung des von Charles Darwin in seinem Hauptwerk On the Origin of Species in die Literatur eingeführten englischen Begriffs living fossil → en.[1][2]

Synonyme:

[1] fachsprachlich (Biologie): Dauerform, Dauertyp, Konservativist, Relikt

Oberbegriffe:

[1] Lebewesen

Unterbegriffe:

[1] Pflanzenwelt: Ginkgo, Schachtelhalm, Welwitschie
[1] Tierwelt: Kloakentier, Neunauge, Quastenflosser

Beispiele:

[1] „Nur Känguruhs ohne Zahl und ihre kleinere Abart – die Wallabies – fand man, den Beutelbären, der sich nur von einem bestimmten Blatt bestimmter Eukalyptusbäume nährt und nie Flüssigkeit zu sich nimmt, den Emu (neben dem Känguruh das Wappentier Australiens), den Dingo, einen wilden Steppenhund, den Lachvogel und den Schießvogel, die weiße Ameise (Termite) und das älteste lebende Fossil auf unserem Planeten: den Platypus (Schnabeltier), der eine Kreuzung ist zwischen Säugetier, Fisch und Reptil.“[3]
[1] „So blieben sie uns in sechs geringfügig unterschiedlichen Arten als lebende Fossilien erhalten.“[4]
[1] „Da sich seine Körperform kaum von denen der fossilen, 400 Millionen Jahre alten Tiere unterscheidet, spricht man von einem lebenden Fossil.[5]
[1] „Nun weiss man, dass gleich zwei Arten des lebenden Fossils überlebt haben.“[6]
[1] „So wurde Sphenodon ähnlich wie Quastenflosser, Schnabeltier und Tempelbaum in den exklusiven Kreis lebender Fossilien aufgenommen.“[7]
[1] „Obwohl diese lebenden Fossilien für den Laien nur wie kleine flügellose Heuschrecken aussehen, war es für die Fachwelt eine Entdeckung, die mit dem Fund eines lebenden Mammuts gleichgesetzt wurde.“[8]
[1] „Als ‚lebendes Fossil‘ in einer eigenständigen Klasse (Ginkgoopsida) geführt, steht Ginkgo mit der Klasse Coniferopsida (Nadelgehölze) gemeinsam in einer übergeordneten Rangstufe, nämlich der der Nacktsamer.“[9]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „lebendes Fossil
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „lebendes Fossil
[1] wissen.de – Lexikon „Relikt
[1] Lexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999 auf spektrum.de, „lebende Fossilien
[1] Ulrich Lehmann: Paläontologisches Wörterbuch. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-432-83574-4, Seite 60, 130.
[1] Achim Paululat, Günter Purschke; begründet, bearbeitet und in sieben Auflagen herausgegeben von Erwin J. Hentschel, Günther H. Wagner (Herausgeber): Zoologisches Wörterbuch. Tiernamen, allgemeinbiologische, anatomische, entwicklungsbiologische, genetische physiologische und ökologische Termini ; mit einer „Einführung in die Terminologie und Nomenklatur“ und einem „Überblick über das System des Tierreichs“. 8.[,] stark überarbeitete und erweiterte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8274-2115-9, Seite 270 (Google Books).

Quellen:

  1. Ulrich Lehmann: Paläontologisches Wörterbuch. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-432-83574-4, Seite 130.
  2. Lexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999 auf spektrum.de, „lebende Fossilien
  3. Werner G. Krug: Menschen erster und zweiter Klasse in Australien. In: DIE ZEIT. Nummer 40, 4. Oktober 1956, ISSN 0044-2070, Seite 17 (DIE ZEIT-Archiv, abgerufen am 10. Juli 2017).
    Die Kursivsetzungen im Originalsatz wurden nicht übernommen.
  4. Perlmutt aus der Urzeit. In: Neue Kronen Zeitung. 10. März 1996, Seite 14.
  5. Ausgestorbenes auf dem Fischmarkt. Touristen in Indonesien entdecken ein merkwürdiges Meerestier – Wissenschaftler identifizieren es als Quastenflosser. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Januar 2000, ISSN 0174-4917, Seite 14.
  6. dpa/fwt: Neue Quastenflosserart. In: Zürcher Tagesanzeiger. Nummer 4, 3. Februar 2000, Seite 48.
  7. Darwins Oldtimer machen mobil. In: Frankfurter Rundschau. 23. Januar 2001, ISSN 0940-6980, Seite 23.
  8. Das Mammut unter den Insekten redet nur mit dem anderen Geschlecht. In: Falter. 3. Dezember 2008, Seite 6.
  9. Hans Jessen, Helmut Schulze; bearbeitet von Caroline Stock: Botanisches Wörterbuch für Gärtner und Floristen. 25., aktualisierte Auflage. M. & H. Schaper, Hannover 2012, ISBN 978-3-7944-0235-9, Seite 126 (Zitiert nach Google Books).
    Die Kursivsetzungen im Originalsatz wurden nicht übernommen.