Zügel

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Zügel (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Zügel

die Zügel

Genitiv des Zügels

der Zügel

Dativ dem Zügel

den Zügeln

Akkusativ den Zügel

die Zügel

Worttrennung:

Zü·gel, Plural: Zü·gel

Aussprache:

IPA: [ˈt͡syːɡl̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Zügel (Info)
Reime: -yːɡl̩

Bedeutungen:

[1] Riemen oder Seil, mit dem man Reittiere lenkt
[2] Bereich zwischen Schnabel und Auge des Vogelgefieders
[3] Anatomie: Teil eines Bandes, das wiederum ein dehnbarer Bindegewebsstrang ist, der bewegliche Teile des Knochenskeletts flexibel verbindet.
[4] übertragen: Kontrolle über eine Situation

Herkunft:

Das Wort Zügel war schon im Altgermanischen bekannt und hieß im Mittelhochdeutschen „Zügel“, im Althochdeutschen „zugil“, im Niederländischen teugel, im Altenglischen und im Schwedischen tygel. Es gehört zu derselben Sprachwurzel wie das Verb ziehen und ist von dessen substantivierter Form „Zug“ (althochdeutsch „zuc“) abgeleitet. Zügel bedeutet also „etwas, woran man zieht“.[1]

Oberbegriffe:

[1] Zaumzeug, Leine
[2] Gefieder

Unterbegriffe:

[1] Ausbindezügel, Führzügel, Hilfszügel, Sprungzügel

Beispiele:

[1] Das Pferd wird beim Reiten durch Gewichtsverlagerung, Schenkeldruck und Zügelführung, so genannte Hilfen, dirigiert.
[1] „Und die Pferde, die den Leichenwagen ziehen, welcher plötzlich vor ihm ist, haben goldene Zügel und schwarzweiße Federbüsche.“[2]
[1] „Ich reichte ihm eine von Mifflins kleinen Karten, die in einer am Wagen befestigten Tasche steckten, und griff nach den Zügeln.“[3]
[2] Stirn und Zügel der Goldzügelamazone (Amazona xantholora) sind gelb.
[3] Das Ligamentum iliofemorale („Darmbeinschenkelband“) gehört zum Hüftgelenk. Man unterteilt es in einen stärkeren Zügel, der weiter oben und parallel zur Oberschenkelknochenhalsachse verläuft (Pars transversa) und einen schwächeren Zügel, der etwas weiter unten und parallel zur Oberschenkelknochenlängsachse verläuft (Pars descendens).

Redewendungen:

jemandem die Zügel anlegen
die Zügel straffen
die Zügel schleifen lassen
die Zügel schießen lassen
die Zügel aus den Händen geben
Zügel der Macht

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Zaumzeug und Zügel

Wortbildungen:

[1] zügeln, Zügelhilfe, Zügelhandhabung,
[2] Zügelband, Zügelbuntbarsch, Zügelpinguin, Goldzügelamazone
[4] zügellos, ungezügelt, sich zügeln

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Zügel
[1] Wikipedia-Artikel „Zügel (Begriffsklärung)
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Zügel
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Zügel
[1] canoo.net „Zügel
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonZügel

Quellen:

  1. Günter Dodrowski, Paul Grebe u.A.: Duden. Etymologie. Herkunftswörrterbuch der deutschen sprache. Bibliographisches Institut Mannheim, Wien Zürich. Dudenverlag 1963 ISBN 3-411-00907-1
  2. Gerd Hofmann: Casanova und die Figurantin. Novelle. Verlag Eremiten-Presse, Düsseldorf 1987, ISBN 3-87365-232-3, Seite 36.
  3. Christopher Morley: Eine Buchhandlung auf Reisen. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2016, ISBN 978-3-455-65139-3, Seite 90. Englisches Original 1917.