Referat

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Referat (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ das Referat die Referate
Genitiv des Referates
des Referats
der Referate
Dativ dem Referat
dem Referate
den Referaten
Akkusativ das Referat die Referate
[1b] ein Referat während der Wikipedia Academy 2006

Worttrennung:

Re·fe·rat, Plural: Re·fe·ra·te

Aussprache:

IPA: [ʁefəˈʁaːt],[1] [ʁefeˈʁaːt][2]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Referat (Info)
Reime: -aːt

Bedeutungen:

[1] Weitergabe von zuvor ermittelten Informationen
[a] allgemein: schriftlicher oder mündlicher Bericht
[b] ein Vortrag vor einem Publikum
[c] Abhandlung eines Themas in einem Seminar oder in der Schule
[2] Strukturelement einer formalen Organisation

Herkunft:

mit der Bedeutung „Bericht, Vortrag“ seit der Zeit um 1700 belegt; Bedeutung „Amt, Stellung eines Berichterstatters“ 19. Jahrhundert; die weitere Bedeutung „Arbeitsgebiet, Sachbereich“ stammt aus der Kanzleisprache Mitte des 20. Jahrhunderts, wobei der damals übliche Aktenvermerk referat → la „er möge berichten“ (3. Person Singular Präsens Konjunktiv von lateinisch referre) substantiviert wurde[3]
Derivation (Ableitung) des Verbs referieren – entlehnt von lateinisch referre → laberichten[4] – mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -at

Synonyme:

[1a] Bericht
[1b] Vortrag
[1c] Abhandlung
[2] Abteilung, Dezernat, Dienststelle

Oberbegriffe:

[1] Kommunikationsform
[2] Organisationseinheit

Unterbegriffe:

[1] Autorreferat, Fachreferat, Grundsatzreferat, Hauptreferat, Kurzreferat
[2] Baureferat, Fachreferat, Frauenreferat, Generalreferat, Jugendreferat, Hauptreferat, Sonderreferat, Sportreferat, Wirtschaftsreferat

Beispiele:

[1a] Beim Schreiben des Referates fielen ihm wieder alle Kritikpunkte ein.
[1a] Spätestens ab der Hälfte des etwa 200 Seiten langen Buchs hat der Leser das Anliegen des Verfassers begriffen – kurz nachdem das unvermeidliche Referat über die früheste positive Darstellung der Melancholie überstanden ist.[5]
[1a] „Ein richtiges Referat hatte er gehalten und auf all meine kritischen Fragen die Antwort gewusst.“[6]
[1b] So traurig das war, man sah doch viele Zuhörer lächeln, als das Referat des bekennenden Ironikers verlesen wurde – der übrigens, ein kleiner Tribut an den Feminismus, stets von „der Ironikerin“ sprach.[7]
[1c] Dann schnell zur Uni, von 16 bis 18 Uhr Seminar, hier war es richtig hart, bei den langatmigen Referaten nicht als Erster einzuschlafen.[8]
[2] "Wir fühlen uns von den Providern getäuscht", erklärte Heinrich Sievers, Leiter des Referats Glücksspiel im Hessischen Innenministerium im April auf dem Kölner Forum Medienrecht – schließlich hätten dieselben Provider ja nun der Sperre von Kinderporno-Seiten zugestimmt.[9]
[2] Im Referat für Naturschutz kann man alle gefährdeten Tierarten erfragen.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] ein Referat ausarbeiten, halten, verfassen, vorbereiten
[1] interessantes, kritisches, kurzes, kurzweiliges, langweiliges, mündliches, schriftliches, wichtiges Referat
[2] ein Referat besetzen, leiten, übernehmen

Wortbildungen:

Referatenblatt, Referatsleiter

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 2] Wikipedia-Artikel „Referat
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Referat
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Referat
[1, 2] The Free Dictionary „Referat
[1, 2] Duden online „Referat
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalReferat

Quellen:

  1. Stefan Kleiner, Ralf Knöbl und Dudenredaktion: Duden Aussprachewörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 7., komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage. Band 6, Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-04067-4, DNB 1070833770
  2. Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders et al.: Deutsches Aussprachewörterbuch. Mit Beiträgen von Walter Haas, Ingrid Hove, Peter Wiesinger. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, ISBN 978-3-11-018202-6, DNB 999593021
  3. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 6. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, ISBN 3-423-32511-9, Seite 1098
  4. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 6. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, ISBN 3-423-32511-9, Seite 1098
  5. Martin Brinkmann: Schmerz macht froh. Ratgeberbücher. In: Zeit Online. 5. Mai 2009, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 11. September 2012).
  6. Ulla Hahn: Wir werden erwartet. Roman. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2017, ISBN 978-3-421-04782-3, Seite 191.
  7. Thomas Kramar: Nachruf: Kein Spiegel, sondern ein Hammer. In: DiePresse.com. 11. Juni 2007, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 11. September 2012).
  8. Fritz Breithaupt: Die Sorgen der Anderen. Jobben. In: Zeit Online. Nummer 04/2009, 10. Juni 2009, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 11. September 2012).
  9. Torsten Kleinz: Ausweitung der Sperrzone. Debatte im Kampf gegen Kinderpornografie. In: Zeit Online. 15. Mai 2009, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 11. September 2012).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Referent, Reservat