unartig

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unartig (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
unartig unartiger am unartigsten
Alle weiteren Formen: Flexion:unartig

Worttrennung:

un·ar·tig, Komparativ: un·ar·ti·ger, Superlativ: am un·ar·tigs·ten

Aussprache:

IPA: [ˈʊnˌʔaːɐ̯tɪç], [ˈʊnˌʔaːɐ̯tɪk]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild unartig (Info), Lautsprecherbild unartig (Info)

Bedeutungen:

[1] heute meist nur noch das Verhalten von Kindern beschreibend: nicht folgsam, nicht gehorchend

Synonyme:

[1] ungezogen, ungehorsam

Sinnverwandte Wörter:

[1] aufmüpfig, aufsässig, bockig, dickköpfig, eigensinnig, respektlos, trotzig
[1] gehoben: renitent, unbotmäßig
[1] dreist, flapsig, frech, pampig, patzig, rotzfrech, unverschämt
[1] böse, unhöflich, schlecht

Gegenwörter:

[1] artig, brav, gehorsam, gesittet, lieb, nett, wohlerzogen

Beispiele:

[1] Was machen Eltern mit unartigen Kindern? Hoffentlich in die Arme nehmen und – sanft – drücken.
[1] Bettina ist das unartigste Mädchen, das ich kenne.
[1] „Ich nahm also den dicken, kleinen Kerl auf den Schoß und sagte ihm in ernster Weise, daß er sehr unartig gewesen war, erstens, weil er seinen kleinen Bruder geschlagen, und zweitens, weil er seiner Mutter Kummer bereitet hatte.“[1]
[1] „Im letzten Jahr haben sich die Kinder meiner Cousine bei meiner Geburtstagsfeier wahnsinnig unartig verhalten. Sie haben nur rumgetobt, meine frisch gestrichene Terrassenwand mit dunklen Fußabtritten malträtiert und dann auch noch im Vorbeirennen einige Gläser zertrümmert.“[2]
[1] [Michel aus Lönneberga:] „Frau Petrell wollte wahrhaftig auch Michels Holzgewehr kaufen und es an einen kleinen unartigen Jungen verschenken, den sie kannte, aber auch daraus wurde nichts.“[3]
[1] „In der Kita Plaggenmoor des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Neugraben sollen Kinder von Mitarbeitern angeschrien und bestraft worden sein. Eine Anderthalbjährige soll vor einem leeren Teller gesessen haben, weil sie unartig war.“[4]
[1] „»Ihr sollt keine Prügel haben,« beruhigte ihn Frau Burton; »aber ihr müßt lernen, daß ihr ohne Erlaubnis nichts anrühren dürft. Ich glaube, wenn ihr euer Mittagessen nicht kriegt, so werdet ihr schon besser begreifen, wie unartig ihr gewesen seid.«“[5]
[1] [Österreich:] „Die Schreckgestalt Krampus ist in der Vorweihnachtszeit als Begleiter des Nikolaus unterwegs und soll unartige Kinder bestrafen.“[6]
[1] [Nikolaus:] „Und seither kommt er Jahr für Jahr am 6. Dezember […] und steckt den braven Kindern Nüsse und Schokolade, den unartigen aber eine Rute in die Stiefel.“[7]
[1] „Dann ist da noch Frau Holle. Das ist nicht die Frau Holle aus den Märchen der Brüder Grimm, sondern eine gottesähnliche Gestalt, die im Wald in den Bergen wohnt und unartige Kinder zu sich holt, um sie zu erziehen.“[8]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Substantiv: ein unartiger Bengel / Bub / Junge / Schüler, ein unartiges Kind / Mädchen

Wortbildungen:

[1] Unartigkeit

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „unartig
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „unartig
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalunartig
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „ununartig
[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „unartig
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „unartig
[1] Duden online „unartig

Quellen:

  1. Frank Harris: Oscar Wilde – Eine Lebensbeichte. In: Projekt Gutenberg-DE. S. Fischer Verlag, 1923 (Originaltitel: Oscar Wilde, His Life and Confessions, übersetzt von Toni Noah), XII – Notsignale: Die Herausforderung (URL, abgerufen am 4. Dezember 2020).
  2. Elisabeth Binder: Fallstricke des Alltags – Muss ich ungezogene Kinder zu meinem Geburtstag einladen?. In: Der Tagesspiegel Online. 7. September 2014 (URL, abgerufen am 4. Dezember 2020).
  3. Astrid Lindgren: Immer dieser Michel. Friedrich Oetinger, Hamburg 1977 (Originaltitel: Emil i Lönneberga, übersetzt von Karl Kurt Peters), ISBN 3789129348, Seite 163
  4. Kaija Kutter: Vorwürfe gegen Mitarbeiter: Kita in der Blechkiste. In: taz.de. 11. Juni 2018, ISSN 2626-5761 (URL, abgerufen am 4. Dezember 2020).
  5. John Habberton: Anderer Leute Kinder. In: Projekt Gutenberg-DE. Verlag von Walther Fiedler (Originaltitel: Other People's Children, übersetzt von C. Rusak), Zweites Kapitel (URL, abgerufen am 4. Dezember 2020).
  6. Schaurige Tradition: Der Krampuslauf. In: Deutsche Welle. 8. Dezember 2018 (URL, abgerufen am 4. Dezember 2020).
  7. Gabriela Kägi: Alternative Traditionen - Gesucht: Frau Samichlaus oder Frau Holle. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 6. Dezember 2017 (URL, abgerufen am 4. Dezember 2020).
  8. Amy Walker: Sagenwelt im Harz: Und überall die Brockenhexe. In: taz.de. 26. Mai 2019, ISSN 2626-5761 (URL, abgerufen am 4. Dezember 2020).
  9. Oxford English Dictionary „naughty
  10. Real Academia Española, Diccionario de la lengua española, 2001 „travieso