altorientalisch

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altorientalisch (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
altorientalisch
Alle weiteren Formen: Flexion:altorientalisch

Worttrennung:

alt·ori·en·ta·lisch, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: [ˈaltʔoʁiɛnˌtaːlɪʃ]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] historisch, philologisch: auf den Alten Vorderen Orient bezogen, fast immer auf den vorhellenistische Orient mit Ausnahme Ägyptens. Im akademischen Umfeld mitunter Synonym für das sperrigerealtorientalistisch
[2] Kirchengeschichte: auf die Orientalisch-Orthodoxen Kirchen, eine Gruppe von Ostkirchen, bezogen

Abkürzungen:

[1] altor.

Herkunft:

[1, 2] Determinativkompositum aus den Adjektiven alt als Determinans und orientalisch als Determinatum,
[1] Noch Ende des 19. Jahrhunderts ganz allgemein auch Perioden des islamischen Orients umfassend,[1] im 20. Jahrhundert den vorhellenistischen bis präislamischen Vorderen Orient auch einschließlich Ägypten.[2] Die sich im 20. Jahrhundert weiterentwickelnde Assyriologie/Altorientalistik verengte die Bedeutung des ohnehin selten gebrauchten Wortes: als Beschreibung einer Wissenschaftsdisziplin, die nun über das damals namengebende Assyrische hinausging[3] und als Eingrenzung des sehr weit gefassten orientalisch/Orientalistik[4]
[2] Lehnübersetzung von Ancient Oriental[5]

Synonyme:

[1] altvorderasiatisch

Gegenwörter:

[1] hellenistischer (Orient), altägyptisch

Oberbegriffe:

[1] orientalisch, vorderasiatisch

Unterbegriffe:

[1] akkadisch, babylonisch, assyrisch, sumerisch, hethitisch, (alt)iranisch, hurritisch, achämenidisch

Beispiele:

[1] „Die Keilschrift wurde zu einem wichtigen Wesensmerkmal der altorientalischen Kultur, sie hat sich vom südlichen Zweistromland aus nach Westen bis nach Syrien und Kleinasien, nach Osten bis in den Iran verbreitet.“[6]
[2]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] altorientalische Altertumskunde/Philologie/Kunst/Sprache/Kultur/Altertümer/Mythen
[2] altorientalische Kirche, altorientalischer Ritus

Wortbildungen:

[1] Altorientalistik

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Altorientalische Sprachen
[2] Wikipedia-Artikel „Altorientalische Kirchen
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „altorientalisch
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalaltorientalisch

Quellen:

  1. Beispiel: Altorientalische Teppichmuster, siehe Meyers Großes Konversationslexikon 1905 „Holbeinteppich
  2. Beispiel 1909: Hugo Gressmann (Herausgeber): Altorientalische Texte und Bilder zum Alten Testament. 1. Auflage. de Gruyter, Berlin, Leipzig 1909; Beispiel 1978: Wolfgang Röllig (Herausgeber): Altorientalische Literaturen. In: Neues Handbuch der Literaturwissenschaft. Band 1, Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Wiesbaden 1978, ISBN 3-7997-0710-7, DNB 780320352
  3. Zum Beispiel das 1925 in Leipzig eingerichtete Extraordinariat für „altorientalische Philologie“, dessen Inhaber neben dem üblichen Akkadischen/Assyrischen auch eine andere tote orientalische Sprache, das Hethitische, lehrte. Siehe Michael P. Streck: Geschichte der Altorientalistik an der Universität Leipzig. Altorientalisches Institut Leipzig, Seite 12, abgerufen am 25. März 2013 (pdf, Deutsch).
  4. Zum Beispiel die altorientalische Abteilung des Orientalistischen Instituts der Universität Leipzig a. a. O., Seite 15
  5. Wikipedia-Artikel „Altorientalische Kirchen
  6. Winfried Orthmann: Der Alte Orient. In: Propyläen Kunstgeschichte. in achtzehn Bänden. 18, Propyläen Verlag, Berlin 1985, ISBN 3-549-05666-4, Seite 13 (vollständiger Nachdruck der Propyläen Kunstgeschichte in 22 Bänden)