raffeln

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raffeln (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich raffel
raffle
raffele
du raffelst
er, sie, es raffelt
Präteritum ich raffelte
Konjunktiv II ich raffelte
Imperativ Singular raffel!
raffle!
raffele!
Plural raffelt!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
geraffelt haben
Alle weiteren Formen: Flexion:raffeln

Worttrennung:

raf·feln, Präteritum: raf·fel·te, Partizip II: ge·raf·felt

Aussprache:

IPA: [ˈʁafl̩n]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] transitiv, Gastronomie: grob (mit Hilfe einer Raffel, einem Gemüseschneider) zerkleinern
[2] intransitiv, transitiv: schnell oder viel, auch böswillig reden
[3] intransitiv: die Klapper betätigen

Sinnverwandte Wörter:

[1] kleinschneiden, raspeln, schaben, schnetzeln, schnitzeln, würfeln, zerkleinern
[2] babbeln, klatschen, plappern, schwatzen
[3] klappern, knattern, rasseln

Gegenwörter:

[1] sehr fein: reiben

Oberbegriffe:

[1] teilen
[2] reden
[3] tönen

Beispiele:

[1] Man kann die jungen Wurzeln auch roh reiben oder raffeln und im Salat essen.
[2] „Sie machte unaufhörliche Versuche, mit eigener Hand, wie sie sagte, sich den Leib aufzureißen, oder lauerte sie listig umher, als wollte sie irgend etwas Grässliches an denen, die sie hielten, verüben. Dabei raffelte und plärrte sie so fürchterlich, dass man Tausende von Lästermäulern in ihr vereinigt sich denken konnte.“[1]
[2] „Etwas in der ganzen Stadt ummen rafflen, überall ausplaudern.“[2]
[3] „Mit dem Palmsonntag hat die Karwoche begonnen. Viele Bräuche begleiten uns durch diese Woche und die anschliessenden Ostertage. Einer dieser Bräuche ist das «Rätschen» oder «Raffeln» am Karfreitag.“[3]
[3] „Am Karfrītig tuet-men nid lǖten, nur rafflen“, am Karfreitag läutet man nicht [die Kirchenglocken], man raffelt nur [das heißt, ruft mit der Klapper zum Gottesdienst].[4]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Gemüse/Karotten/Kartoffeln, Sellerie/Schokolade raffeln

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „raffeln
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „raffeln
[*] The Free Dictionary „raffeln
[1–3] Duden online „raffeln
[1–3] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „raffeln
[1–3] Albert Bachmann [Leitung] et al.: Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der ANTIQUARISCHEN GESELLSCHAFT IN ZÜRICH unter Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizervolkes. 6. Band: R, Huber, Frauenfeld 1909, DNB 94890223X (Digitalisat), Spalte 638–339, Stichwort „rafflen“.
[1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Seite 571, Stichwort „raffeln“.
[1] Hans Bickel, Christoph Landolt; Schweizerischer Verein für die deutsche Sprache (Herausgeber): Duden, Schweizerhochdeutsch. Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-411-70418-7, Seite 66, Stichwort „raffeln“.
[1] Kurt Meyer: Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz. Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2006, ISBN 978-3-7193-1382-1, Seite 207, Stichwort „raffeln“.

Quellen:

  1. Die Krankheits- und Heilungsgeschichte der Gottliebin Dittus in Möttlingen – Teil 5. Abgerufen am 27. Mai 2020.
  2. Beleg aus Zug, zitiert nach Albert Bachmann [Leitung] et al.: Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der ANTIQUARISCHEN GESELLSCHAFT IN ZÜRICH unter Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizervolkes. 6. Band: R, Huber, Frauenfeld 1909, DNB 94890223X (Digitalisat), Spalte 640.
  3. Das Knattern ersetzt den Glockenschlag. In: www.horizonte-aargau.ch. Abgerufen am 27. Mai 2020.
  4. Beleg aus Muotathal, Kanton Schwyz, zitiert nach Albert Bachmann [Leitung] et al.: Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der ANTIQUARISCHEN GESELLSCHAFT IN ZÜRICH unter Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizervolkes. 6. Band: R, Huber, Frauenfeld 1909, DNB 94890223X (Digitalisat), Spalte 640.