anorganisch

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anorganisch (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
anorganisch anorganischer am anorganischsten
Alle weiteren Formen: Flexion:anorganisch

Worttrennung:
an·or·ga·nisch, Komparativ: an·or·ga·ni·scher, Superlativ: am an·or·ga·nischs·ten

Aussprache:
IPA: [ˈanʔɔʁˌɡaːnɪʃ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild anorganisch (Info)

Bedeutungen:
[1] Chemie, Biologie: zum unbelebten Teil der Natur gehörend; nicht von Lebewesen stammend; nicht zum belebten Teil der Natur gehörend;
[2] nicht nach bestimmten, natürlichen Regeln ablaufend
[3] Linguistik, von Lauten oder Buchstaben: ohne morphologische Notwendigkeit, zumeist aus phonologischen Gründen eingeschoben

Abkürzungen:
anorg.

Herkunft:
Derivation (Ableitung) des Adjektivs organisch mit dem Präfix an-

Synonyme:
[1] leblos, künstlich, synthetisch, unbelebt, unorganisch
[2] ungeordnet, ungegliedert, unsystematisch, zufällig
[3] eingefügt, eingeschoben, epenthetisch

Gegenwörter:
[1] belebt, organisch
[2] geordnet, gegliedert, planmäßig, systematisch
[3] grammatisch (grammatikalisch)

Beispiele:
[1] Tübingen und München gelang es, in der anorganischen Chemie unter die ersten zehn zu kommen, Freiburg und Mainz in der organischen und Polymerchemie.[1]
[1] In der Atomphysik vereinigten sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Disziplinen der Chemie und Physik, und Heisenbergs Quantentheorie leistete das, was Weizsäcker die »Vereinheitlichung der Grundgesetze« im anorganischen Bereich nannte.[2]
[1] Organische Moleküle kann man zum Beispiel mithilfe der so genannten PCR tausendfach kopieren - ein entsprechendes Verfahren für anorganische Moleküle wäre revolutionär.[3]
[1] Ein Begriff von Erdgeschichte entstand allerdings erst in der Zeit der Französischen Revolution, und so erschienen die Versteinerungen nicht als Relikte organischen Lebens, sondern als anorganische Schöpfungen.[4]
[2] Anorganisch und menschenfern, tief unter der Oberfläche der Technik und der bearbeiteten Tonquellen, sind meist nicht mehr als zwei klingende Phänomene zur selben Zeit zu hören, die aber akribisch organisiert sind.[5]
[2] Die Bewegungen des Kinos waren für Sternberg anorganisch.[6]
[3] Die Einfügung von „t“ im Wort „wesentlich“ ist anorganisch, weil sie keine morphologische Funktion besitzt.

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] die anorganische Chemie; anorganische Grundstoffe, Materialien, Salze, Säuren, Stoffe, Substanzen; ein anorganischer Abfall
[2] ein anorganisches Wachstum; eine anorganische Entwicklung
[3] ein anorganischer Einschub

Wortbildungen:
[1] Anorganiker

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1–3] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 106, Eintrag „anorganisch“.
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „anorganisch
[1] canoonet „anorganisch
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonanorganisch
[1] The Free Dictionary „anorganisch

Quellen:

  1. Andreas Sentker: Ackern im Mittelfeld. In: Zeit Online. Nummer 29, 10. Juli 2003, ISSN 0044-2070 (URL).
  2. Elisabeth von Thadden: Nachruf: Ein Sternkundiger. In: Zeit Online. Nummer 19, 3. Mai 2007, ISSN 0044-2070 (URL).
  3. Christoph Drösser: Technik: Rückkehr des Realen. In: Zeit Online. Nummer 45, 13. September 2006, ISSN 0044-2070 (URL).
  4. Hans-Volkmar Findeisen: Naturgeschichte: Der Vulvastein lügt!. In: Zeit Online. Nummer 24, 5. Juni 2003, ISSN 0044-2070 (URL).
  5. Sebastian Reier: Klangforschung: Kauz mit Sittich. In: Zeit Online. 17. April 2007, ISSN 0044-2070 (URL).
  6. Ilse Aichinger: Die Pokerspielerin und ihre Landschaft. In: Zeit Online. Nummer 01/2002, 27. Dezember 2001, ISSN 0044-2070 (URL).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: unorganisch