Schoß

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Schoß (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Schoß die Schöße
Genitiv des Schoßes der Schöße
Dativ dem Schoß
dem Schoße
den Schößen
Akkusativ den Schoß die Schöße

Alternative Schreibweisen:

Schweiz und Liechtenstein: Schoss

Worttrennung:

Schoß, Plural: Schö·ße

Aussprache:

IPA: [ʃoːs]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Schoß (Info)
Reime: -oːs

Bedeutungen:

[1] die beim Sitzen durch Unterleib und Oberschenkel gebildete Körperpartie
[2] gehoben für den weiblichen Unterleib
[a] den Mutterleib
[b] veraltet: die Geschlechtsteile
[3] übertragen: ein schützender, abgeschlossener Raum
[4] der die Hüfte bedeckende Teil der Kleidung

Herkunft:

mittelhochdeutsch „schōz, schōze“, althochdeutsch „scōz“, germanisch *„skauta-“. Das Wort ist seit dem 8. Jahrhundert belegt.[1]

Synonyme:

[1] Leibesmitte
[2a] Mutterleib, Gebärmutter, Uterus
[3] Schutz, Geborgenheit

Oberbegriffe:

[1, 2] Körperpartie, Körper

Beispiele:

[1] Die Mutter nahm ihre jüngste Tochter auf den Schoß.
[1] Komm auf meinen Schoß!
[1] „Er saß da, hatte den Kopf auf die Brust gesenkt und die Hände im Schoß gefaltet.“[2]
[2] „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch!“[3]
[2] „Dann zündete sie die hohen silbernen Lampen in ihrer Stube an, breitete die seidenen Steppdecken aus, setzte Räucherwerk in Brand, wusch ihren Schoß und legte sich für die Nacht zu Simen Tjing.“[4]
[2a] Sie trägt Zwillinge in ihrem Schoß.
[2b] „Und dann der schönen schoos / des hafens aller freude.“[5]
[2b] „Plötzlich umschlang sie mich, rollte mich auf den Rücken, warf sich auf mich hinauf, setzte sich auf mein hartes Glied, ließ es in ihrem Schoß verschwinden, saß wie ein Käfer auf mir, kroch aber wieder runter, riß plötzlich meinen Kopf hoch und preßte ihre Lippen auf die meinen.“[6]
[3] Fühlst du dich etwa nicht wohl im Schoß der Familie?
[3] Sie ist in den Schoß der Kirche zurückgekehrt.
[3] „1953 verschwanden mit dem ersten Bundestag 86 unerledigte Gesetzentwürfe im Schoß der Geschichte, 1957 werden es durch den zeitigen Beginn des Wahlkampfs fast doppelt so viele Vorlagen sein.“[7]
[4] Das ist ein Frack mit langen Schößen.

Redewendungen:

die Hände in den Schoß legen
jemandem in den Schoß fallen
wie in Abrahams Schoß
im Schoße der Erde ruhen
Es ruhen in der Zeiten Schoße, die dunklen und die hellen Lose. (Friedrich Schiller)

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] auf den Schoß kommen; auf dem Schoß haben; auf dem Schoß sitzen; seinen Kopf in jemandes Schoß legen; sich auf den Schoß setzen
[2] ein Kind im Schoß tragen
[3] dem Schoß von etwas entfliehen; im Schoße ruhen, in den Schoß von etwas zurückkehren

Wortbildungen:

Rockschoß, Schoßhündchen, Schoßhund, Schoßkind, Schoßsünde

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 2, 4] Wikipedia-Artikel „Schoß
[1, 2, 4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Schoß
[1–4] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Schoß
[1–4] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalSchoß
[1, 2, 4] Duden online „Schoß_Körperzone_Vagina
[1–3] The Free Dictionary „Schoß

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Schoß“, Seite 823f.
  2. Marc Steadman: Schwarze Chronik. Ein Südstaaten-Dekameron. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980 (übersetzt von Elisabeth Schnack), ISBN 3-596-22489-6, Seite 164. Englisches Original 1970.
  3. Bertolt Brecht, Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui
  4. Djin Ping Meh. Schlehenblüten in goldener Vase. Band 2, Ullstein, Berlin/Frankfurt am Main 1987 (übersetzt von Otto und Artur Kibat), ISBN 3-549-06673-2, Seite 272. Chinesisches Original 1755.
  5. Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Er sahe sie über feld gehen. Zugriff 21.12.12.
  6. Edgar Hilsenrath: Der Nazi & der Friseur. Roman. 15. Auflage. dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-13441-5, Seite 284. Zuerst 1977 erschienen.
  7. Die letzte Runde, in: DER SPIEGEL, 37, 1956. Zugriff 21.7.12.

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural 1 Plural 2
Nominativ die Schoß die Schoßen die Schöße
Genitiv der Schoß der Schoßen der Schöße
Dativ der Schoß den Schoßen den Schößen
Akkusativ die Schoß die Schoßen die Schöße

Alternative Schreibweisen:

Schweiz und Liechtenstein: Schoss

Worttrennung:

Schoß, Plural 1: Scho·ßen, Plural 2: Schö·ße

Aussprache:

IPA: [ʃoːs]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Schoß (Info)
Reime: -oːs

Bedeutungen:

[1] österreichisch für Frauenrock

Herkunft:

siehe oben

Synonyme:

[5] Frauenrock, Rock

Oberbegriffe:

[5] Kleidungsstück, Kleidung

Beispiele:

[1] Passt die Schoß zu meiner Bluse?

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] die Schoß kleidet jemanden (gut/schlecht), eine Schoß anziehen / ausziehen / tragen; eine Schoß nähen / schneidern

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Schoß
[1] Duden online „Schoß
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalSchoß

Schoß (Deutsch)[Bearbeiten]

Nuvola apps edu miscellaneous.png Schoß ist eine alte Schreibweise von Schoss. Sie ist nach der reformierten Rechtschreibung von 1996 nicht mehr korrekt. Alle Informationen befinden sich im Eintrag Schoss. Ergänzungen sollen bitte nur dort vorgenommen werden.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: schoss (von schießen), Schloß, Schloss