Austerität

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Austerität (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Austerität

Genitiv der Austerität

Dativ der Austerität

Akkusativ die Austerität

Worttrennung:
Aus·te·ri·tät, kein Plural

Aussprache:
IPA: [aʊ̯steʁiˈtɛːt], [aʊ̯stəʁiˈtɛːt]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Austerität (Info)
Reime: -ɛːt

Bedeutungen:
[1] allgemein, gehoben: (übertriebene) Strenge, Hartnäckigkeit (im Bezug auf Erziehung oder Moral)
[2] Ökonomie: der Versuch durch Sparen eine Neuverschuldung zu verhindern, einen (Staats-)Haushalt auszugleichen

Herkunft:
Entlehnung von altgriechisch αὐστηρότης → grc (deutsch: Herbheit, Ernst, Strenge); als ökonomischen Fachbegriff vor allem von englisch austerity → en (deutsch: harsche Disziplin; im ökonomischen Kontext gleichbedeutend mit [2]) entlehnt[1]

Synonyme:
[1, 2] Disziplin, Entbehrung, Sparsamkeit
[2] Sparpolitik

Sinnverwandte Wörter:
[1] Askese
[2] Deflationspolitik

Gegenwörter:
[1] Laxheit

Oberbegriffe:
[1] Ethik, Moral
[2] Finanzpolitik, Fiskalpolitik, Wirtschaft

Unterbegriffe:
[2] Einsparung, Kürzung

Beispiele:
[1] „Austerität […] wird nicht bloß von Menschen, sondern auch von der Jugend […] und von der Moral selbst gesagt, wenn sie zu streng ist oder scheint.“[2]
[1] „Wie signalisiere ich Distinktion, wenn ich habituell Austerität und moralische Überlegenheit zum Programm habe, allerdings weder über die materiellen noch die geschmacklichen Ressourcen verfüge, um zumindest erstere stilvoll in Szene zu setzen?“[3]
[1] „Austerität (lat. austeritas) heißt Strenge, unbiegsame Hartnäckigkeit (der Tugend und Moral)“[4]
[1] „Welchen Unterschied macht es, daß im Premier discours die Austerität der frühen Gesellschaften, jetzt aber Natur als Leitfaden der Kritik gewählt wird?“[5]
[1] „Jesu schrieben sie wahre Gottheit und Menschheut, den Schriften der Apostel gleiche göttliche Autorität und Inspiration zu, beriefen sich auf ihre Übereinstimmung mit der apostolischen Tradition, ließen aus dem Körper und der Sinnlichkeit bei dem Menschen viel Böses entspringen, ohne sie für an sich böse auszugeben, glaubten an Wirkungen des Teufels auf die Menschen, ohne ihn für ein böses Grundwesen zu halten, hatten eine zwischen Laxität und Austerität die Mitte haltende Moral, und verbanden zwar Philosophie mit dem Christemthume, aber so, daß sie jene diesem subordinierten.“[6]
[2] „Denn die Austerität war nicht nur intellektuell ein Debakel: Irland, Spanien, Portugal wurden in die Massenarbeitslosigkeit gespart, weitgehend sinnlose Opfer, bei wachsenden Schulden.“[7]
[2] „Im Euroraum ist die Debatte um die vermeintlich von Deutschland anderen Euro-Ländern aufgezwungene Austerität besonders heftig.“[8]

Charakteristische Wortkombinationen:
[2] fiskalische Austerität

Wortbildungen:
[2] Austeritätspolitik

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 2] Wikipedia-Artikel „Austerität
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Austerität
[*] canoonet „Austerität
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonAusterität
[2] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Austerität
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Austerität

Quellen:

  1. Wikipedia-Artikel „Austerität
  2. Wilhelm Traugott Krug: Allgemeines Handwörterbuch der philosophischen Wissenschaften nebst der Literatur und Geschichte. 2. verbesserte und vermehrte Auflage. 1. Band, Brockhaus, Leipzig 1832, Seite 265
  3. Miloš Vec (Herausgeber): Der Campus-Knigge. C.H. Beck, München 2008, ISBN 9783406568244, Seite 94
  4. Friedrich Krichner: Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe. Jazzybee Verlag, Altenmünster 2012, ISBN 9783849617639 (Nachdruck, Erstauflage aus 1886)
  5. Hans Sanders: Das Subjekt der Moderne. Mentalitätswandel und literarische Evolution zwischen Klassik und Aufklärung. Max Niemeyer, 1987, ISBN 3484550023, Seite 184
  6. Carl Friedrich Stäudlin: Universalgeschichte der christlichen Kirche. 4. verbesserte und bis auf unsere Zeiten fortgesetzte Auflage. Hannover 1825, Seite 57
  7. Constantin Seibt: Die gefährlichste Idee Europas. In: Tages-Anzeiger Online. 2. Juli 2015, ISSN 1422-9994 (URL, abgerufen am 2. Juli 2015).
  8. Thomas Mayer: Ein Lob der Austerität. Mayers Weltwirtschaft. In: FAZ.NET. 13. Juni 2015, ISSN 0174-4909 (URL, abgerufen am 2. Juli 2015).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Auster