Anstalten machen

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Anstalten machen (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Nebenformen:
Anstalt machen

Worttrennung:
An·stal·ten ma·chen

Aussprache:
IPA: [ˈanˌʃtaltn̩ ˌmaxn̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Anstalten machen (Info)

Bedeutungen:
[1] Absichten zeigen, etwas Bestimmtes tun zu wollen

Herkunft:
Die Wendung ist seit dem 15. Jahrhundert bezeugt.[1] Ihr zugrunde liegt älteres Anstalt,[1][2] das spätestens seit dem 17. Jahrhundert[1] im Sinne von ‚Anordnung;[2] Unternehmung; Bemühung[1] sowie speziell ‚Vorbereitung,[2] Vorkehrung[1] belegt ist. In den letzten beiden Bedeutungen kommt es in der modernen Gegenwartssprache zumeist nur noch als Pluralwort vor.[3]

Beispiele:
[1] Sie machte keinerlei Anstalten, den Raum zu verlassen.
[1] Er machte Anstalten sich zu empfehlen.
[1] „Sie machte zunächst dazu freilich keine Anstalten, […].“[4]
[1] „Es wurde freilich halb zwei, zwei Uhr, schließlich bald drei Uhr, ohne daß man Anstalten machte, sich zu Tisch zu begeben.“[5]
[1] „Sein Gast macht keine Anstalten, zu gehen oder im Halbdunkel das Anstarren der Bilder aufzugeben.“[6]
[1] „Wieder bohrte Harold den Kugelschreiber in das Blatt. Inzwischen wies es mehrere Löcher auf, ohne daß Nelly die geringsten Anstalten machte, ihre Hand auch nur in Richtung Kugelschreiber zu heben.“[7]
[1] „Erst jetzt wurden Anstalten gemacht, dem Beiboot über den Brandungsgürtel zu helfen und den vollkommen durchnäßten, vor Anstrengung halb erschöpften Mann ans Ufer zu ziehen.“[8]
[1] „Er ließ ihn nie selbst bezahlen, obwohl Jacky manchmal, wenn auch mit wenig Überzeugung, Anstalten dazu machte.[9]
[1] „[…]; wir riskierten einen Blick aus unserem behelfsmäßigen Zelt und brachen gemeinsam in Lachen aus, als wir sahen, dass der Franzose mit zerzaustem Haarschopf und nur mit einer Unterhose bekleidet, die ebenso schwarz war wie sein Brusthaar, aus seinem Schlafsack gekrochen war, um die Besucher im Morgengrauen zu begrüßen – diesem Dschinn gelang es beinahe auf der Stelle, sie in die Flucht zu schlagen, aber ich machte keine Anstalten, den Schleier über uns zu lüften, und Sarah auch nicht: Sie blieb unter der Decke, ganz nah bei mir.“[10]
[1] „Verstehen Sie Englisch? Yes, sagt er, macht aber keine Anstalten, Richard eintreten zu lassen.“[11]
[1] „Doch als meine Nachbarin merkte, daß er keine Anstalten machte, sich zu entschuldigen, verpaßte sie ihm eine heftige Ohrfeige.“[12]
[1] „Garner breitet beide Arme aus. Keine Waffe, nirgends. Er attackiert die Polizisten nicht. Er bewegt sich beim Sprechen tatsächlich kaum von der Stelle. Er macht auch keine Anstalten wegzurennen.“[13]
[1] „Ida legte die Tasche auf ihre Knie, weil er noch immer keine Anstalten machte, sie ihr abzunehmen.“[14]

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] (keine, keinerlei) Anstalten machen (etwas zu tun)

Entlehnungen:
Niederländisch: aanstalten maken; Schwedisch: göra anstalter

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Anstalt
[1] The Free Dictionary „Anstalt
[1] Duden online „Anstalten
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Anstalten
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonAnstalten machen
[1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »Anstalten«.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04114-5, Stichwort »Anstalten: [keine] Anstalten machen«, Seite 51.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »Anstalten«, Seite 162.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Anstalten machen“.
  2. 2,0 2,1 2,2 Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. neu bearbeitete 5. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort »Anstalt«, Seite 121.
  3. Vergleiche Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »Anstalten«.
    Vergleiche Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »Anstalten«, Seite 162.
    Vergleiche Duden online „Anstalten
  4. Marie Luise Kaschnitz: Gespenster. In: Lange Schatten. Erzählungen. Claassen Verlag, Hamburg 1960, Seite 16–17 (Zitiert nach Google Books).
  5. Willy Brandt: Begegnungen und Einsichten. Die Jahre 1960–1975. 1.–30. Tausend, Hoffmann und Campe, Hamburg 1976, ISBN 3-455-08979-8, Seite 230 (Zitiert nach Google Books).
  6. Botho Strauß: Niemand anders. Prosa. Carl Hanser Verlag, München/Wien 1987, ISBN 3-446-14890-6, Seite 183.
  7. Julia Franck: Lagerfeuer. Roman. 1. Auflage. DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln 2003, ISBN 978-3-8321-7851-2, Seite 68.
  8. Raoul Schrott: Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde. Roman. Hanser Verlag, München/Wien 2003, ISBN 978-3-446-20355-6, Seite 65.
  9. Martin Suter: Lila, Lila. Roman. Diogenes, Zürich 2004, ISBN 978-3-257-06386-8, Seite 183.
  10. Mathias Énard: Kompass. Roman. Hanser Berlin im Carl Hanser Verlag, München 2016 (Originaltitel: Boussole, übersetzt von Holger Fock und Sabine Müller aus dem Französischen), ISBN 978-3-446-25315-5, Seite 163.
  11. Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen. Roman. 1. Auflage. Pinguin Verlag, [München] 2017, ISBN 978-3-328-10118-5, Seite 121 (Erstausgabe im Albrecht Knaus Verlag, München 2015).
  12. Niroz Malek: Der orangefarbene Bus. In: Der Spaziergänger von Aleppo. Miniaturen. 2. Auflage. Weidle Verlag, Bonn 2017 (Originaltitel: تحت سماء الحرب, übersetzt von Larissa Bender aus dem Arabischen), ISBN 978-3-938803-83-7, Seite 97.
  13. Carolin Emcke: Gegen den Hass. FISCHER Taschenbuch, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-596-29687-3, Seite 84 (Erstausgabe im S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016).
  14. Katharina Adler: Ida. Roman. 1. Auflage. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-498-00093-6, Seite 22.