telda

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telda (Färöisch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Unbestimmt Bestimmt Unbestimmt Bestimmt
Nominativ telda teldan teldur teldurnar
Akkusativ teldu telduna
Dativ telduni teldum teldunum
Genitiv teldunnar telda teldanna
Maður, ið arbeiðir við teldu - Ein Mann, der am Computer arbeitet (in diesem Fall im Wasserkraftwerk von Vágur auf Suðuroy).

Worttrennung:

telda, Plural: teld·ur

Aussprache:

IPA: [ˈtɛlda] Plural: [ˈtɛldʊɹ]
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1] Computer

Herkunft:

[1] Dieser Neologismus wurde 1984 von Prof. Jóhan Hendrik Winther Poulsen (*1934) auf linguistischer Grundlage aus tal „Zahl“ abgeleitet und soll die Assoziation „Zahlenbehandler“ vermitteln. Das Wort hat keine ältere Bedeutung, sondern ist ein Kunstwort der färöischen Sprachplanung, um die älteren Begriffe datutól und roknari abzulösen, die zu „sperrig“ erschienen. Die Wurzel ist teld, und das a wurde als Femininumendung hinzugenommen. Inspiration war das isländische Wort tölva, das schon 20 Jahre vorher existierte, wobei telda keine Ableitung hiervon ist.
Eine einfache Ableitung im Färöischen ist die Bildung mit I-Umlaut und der Endung -d bei weiblichen Substantiven, z.B. tyngd („Schwere“) < tungur („schwer“), nøgd („Menge“) < nóg („genug“), svongd < älter: svengd („Hunger“) < svangur („hungrig“), grend („Nachbarschaft“) < granni („Nachbar“), deld („kleines Tal“) < dalur („Tal“). Also analog: teld („EDV“) < tal („Zahl“).[1]
Viele Geräte haben die Endung -a, zum Beispiel ríva („Harke“), kirna („Butterfass“), røka („scharfes Messer“), die von gleichlautenden Verben abgeleitet sind. So wurde aus dem Gerät zur Datenverarbeitung telda < teld.[1]
Zudem hat das Wort teld eine zweite mögliche Bedeutung als Akronym, nämlich für Tøkni til elektróniska dátuviðgerð (Technik zur elektronischen Datenverarbeitung).[1]
Winther Poulsen stellte diesen Begriff, der ihm eines Nachts einfiel, einem Kollegen vor. Der fand ihn gut, aber beide glaubten nicht, dass er sich gegen datutól durchsetzen könne, da dieser Begriff bereits färöisiert genug war. In einem Zeitungsinterview verwendete Winther Poulsen dennoch telda. Plötzlich war das Wort in aller Munde und konnte sich schnell durchsetzen. Die beiden älteren Synonyme dienen heute nur noch der Worterklärung.
Ähnlich erfolgreiche (und einprägsame) Wortschöpfungen von Professor Winther Poulsen sind u.a.: flogbóltur „Volleyball“, fløga „CD“ und tyrla „Hubschrauber“.

Synonyme:

[4] datutól „Datenapparat“, roknari „Rechner“

Unterbegriffe:

[1] egintelda, fartelda, heimatelda, hústelda, móðurtelda, talvtelda

Beispiele:

[1] ein telda við 2 harðdiskum
ein Computer mit 2 Festplatten
[1] telda tosar føroyskt við blind
Computer spricht Färöisch mit Blinden (seit Ende 2004)
[1] ein telda hevur ikki altíð tað somu IP-adressuna
ein Computer hat nicht immer dieselbe IP-Adresse
[1] einasta kravið er ein telda, sum hevur kagara
die einzige Voraussetzung ist ein Computer, der einen Browser hat
[1] eg spæli teldu
ich spiele Computer (Computerspiele)
[1] nýtsla av teldu er ikki loyvt
die Verwendung eines Computers ist nicht erlaubt
[1] føroysk bendingarlæra á teldu
färöische Flektionslehre auf dem Computer
[1] tað verður simulerað á teldu
das wird am Computer simuliert
[1] trupulleikar við telduni
Probleme mit dem Computer

Wortbildungen:

[1] teldorð, teldubræv, telduteggja, teldueind, teldufløga, teldufrøði, teldufrøðingur, telduhvølpur, teldulæra, teldumál, teldunet, teldupostur, telduprentgerð, telduskeið, teldusíggi, teldusníkur, telduspæl, teldustova, teldustýrdur, telduteknindi, teldutøkni, teldutøkur, telduútgerð, telduvirus, telduvørður

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] telda in der färöischen Wikipedia
[1] Jógvan í Lon Jacobsen: "Hugburður til føroysk yrkisorð" PDF-Download (10 Seiten auf Färöisch u.a. über die Vorgehensweise bei der Schöpfung des Begriffes telda auf linguistischer Grundlage)
[1] Gudrun Kløve Juuhl: "Professor som tek stilling" (Artikel auf Nynorsk über Professor Winther Poulsen, wo er für seine aktive Sprachplanung bewundert wird)
[1] Zakaris Svabo Hansen: "Færøsk før, nu og i fremtiden" (Artikel auf Dänisch über färöische Sprachentwicklung und den Erfolg neuer Begriffe)
[1] färöische Sprachpolitik in der deutschen Wikipedia (allgemein zu Sprachplanung, Neologismen und ihre Akzeptanz in der Bevölkerung)

Verb[Bearbeiten]

Zeitform Person Wortform Aussprache
Präsens
eg teldi [ˈtɛldɪ]
teldar [ˈtɛldaɹ]
hann, hon, tað teldar [ˈtɛldaɹ]
vit
tit
teir, tær, tey
tygum
telda [ˈtɛlda]
Imperfekt
eg teldaði [ˈtɛldajɪ]
teldaði [ˈtɛldajɪ]
hann, hon, tað teldaði [ˈtɛldajɪ]
vit
tit
teir, tær, tey
tygum
teldaðu [ˈtɛlddavʊ]
Imperativ Sg,   telda! [ˈtɛlda]
Imperativ Pl.   teldið! [ˈtɛldɪ]
Partizip Präsens   teldandi [ˈtɛldandɪ]
Partizip Perfekt   teldaður
Supinum   teldað [ˈtɛlda]

Worttrennung:

Aussprache:

IPA: [ˈtɛlda]
Hörbeispiele: —

Bedeutungen:

[1] am Computer arbeiten, Daten verarbeiten (selten)

Herkunft:

[1] Kunstwort, von telda (s.o.) abgeleitet.

Synonyme:

[1] viðgera við teldu

Beispiele:

[1]


Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1]

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 Kári Davidsen, Jonhard Mikkelsen: Ein ferð inní føroyskt. Tórshavn 1993 (S. 29 ff.)