taktvoll

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taktvoll (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
taktvoll taktvoller am taktvollsten
Alle weiteren Formen: Flexion:taktvoll

Worttrennung:
takt·voll, Komparativ: takt·vol·ler, Superlativ: am takt·volls·ten

Aussprache:
IPA: [ˈtaktˌfɔl]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:
[1] Benehmen: sich in einen anderen einfühlend; mit Anstand und Feingefühl

Synonyme:
[1] diskret, rücksichtsvoll

Sinnverwandte Wörter:
[1] behutsam, dezent, delikat, diplomatisch, feinfühlig, galant, geschliffen, höflich, leise, schonungsvoll, teilnahmsvoll, umgänglich, unaufdringlich, unauffällig, vorsichtig, zurückhaltend

Gegenwörter:
[1] deplatziert, indiskret, taktlos, unsensibel

Beispiele:
[1] Er ist ein taktvoller, fast scheuer, Mann.
[1] Es ist wenig taktvoll, ein misslungenes Essen, bei dem sich die Gastgeberin Mühe gegeben hat, offen als 'versalzen', 'zerkocht' und 'verbrannt' zu bezeichnen, anstatt sie zu trösten.
[1] Außerdem gilt es, bei allem Ärger taktvoll zu bleiben. Wem nützt es, wenn man richtig auf die Pauke haut und dabei verletzend wird. Die richtigen Worte müssen mit Feingefühl gewählt werden.[1]
[1] [Der Schauspieler Daniel Brühl:] „Ich selber bin, glaube ich, relativ taktvoll, aber wenn mir Leute bewusst auf den Sack gehen - und das passiert schon in diesem Beruf -, wenn Leute distanzlos und blöde sind, einem respektlos begegnen, dann kann ich auch zurückschießen“.[2]
[1] Aber damals, nach 1945, wollte man schwer geschlagenen, hungernden Menschen nicht auch noch Standpauken halten. Und später war man taktvoll und ließ Vergangenes gern vergangen sein. Aber jetzt zeigt sich, dass man vielleicht zu taktvoll gewesen ist und dass das Vergangene nicht so vergangen ist, wie man dachte.[3]
[1] „Nach der Lektüre Ihrer Biografie, Herr Grawe, hat sich bei mir der Eindruck eingestellt, dass es zwei Gesichter der Jane Austen gab. Sie war eine sehr taktvolle Frau, eine sehr kinderliebe Frau mit viel Familiensinn auf der einen Seite, und auf der anderen Seite eine durchaus scharfzüngige Beobachterin, die auch zu Sticheleien neigte.“[4]

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] mit Substantiv: eine wenig taktvolle Bemerkung, ein taktvolles Benehmen, ein taktvoller Mensch, taktvolles Schweigen, ein taktvoller Umgang, ein taktvolles Verhalten, taktvolle Zurückhaltung
[1] mit Verb: sich taktvoll benehmen, sich taktvoll betragen, taktvoll über etwas hinweggehen, taktvoll reagieren, taktvoll schweigen, etwas taktvoll umschreiben, etwas taktvoll verschweigen, sich taktvoll zurückhalten

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „taktvoll
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „taktvoll
[*] canoonet „taktvoll
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikontaktvoll
[1] The Free Dictionary „taktvoll
[1] Duden online „taktvoll
[1] wissen.de – Wörterbuch „taktvoll
[*] PONS – Deutsche Rechtschreibung „taktvoll
[1] dict.cc Englisch-Deutsch, Stichwort: „taktvoll
[1] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „taktvoll

Quellen:

  1. Günther Birkenstock: Sprachbar - Du lieber Herr Gesangsverein!. Auf die Pauke hauen nicht nur Musiker, den Ton angeben können auch ganz unmusikalische Menschen. Missklänge gibt es manchmal selbst in den glücklichsten Beziehungen. In: Deutsche Welle. 28. September 2011 (URL, abgerufen am 25. Dezember 2017).
  2. Hans Christoph von Bock: Filme - Daniel Brühl über seine Rolle in "Ich und Kaminski": "Ich sehe mich nicht sympathisch". Mit 21 Jahren hatte er als Schauspieler seinen Durchbruch in "Good bye, Lenin". Jetzt spielt Daniel Brühl in "Ich und Kaminski" nicht den sympathischen Schwiegersohn von nebenan sondern einen schmierigen Journalisten. In: Deutsche Welle. 18. September 2015 (URL, abgerufen am 25. Dezember 2017).
  3. Ich bin nun mal deutsch. Sebastian Haffner: Eine Biographie. In: Deutschlandradio. 21. November 2001 (Deutschlandfunk / Köln, Sendung: Büchermarkt; Eine Buchbesprechung, URL, abgerufen am 25. Dezember 2017).
  4. Tanya Lieske: Literatur von Jane Austen" - Beginn des Realismus in der englischen Literatur". Mit scharfem Blick analysierte Jane Austen die bürgerliche Gesellschaft ihrer Zeit. Sie kombinierte stets Liebes- und Gesellschaftsroman, sagte der Germanist Christian Grawe im Dlf. Er schätzt an Austen besonders ihre Fähigkeit, Alltag zu schildern und lebendig zu machen. In: Deutschlandradio. 18. Juli 2017 (Deutschlandfunk / Köln, Sendung: Büchermarkt; Interview mit Christian Grawe, URL, abgerufen am 25. Dezember 2017).
  5. Oxford Learner's Dictionary: „tactful“
  6. Oxford Learner's Dictionary: „diplomatic“
  7. Oxford Learner's Dictionary: „considerate“