fühlen

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[Bearbeiten] fühlen (Deutsch)

[Bearbeiten] Verb

Zeitform Person Wortform
Präsens ich fühle
du fühlst
er, sie, es fühlt
Präteritum ich fühlte
Partizip II   gefühlt
Konjunktiv II ich fühlte
Imperativ Singular fühle
Plural fühlt
Hilfsverb   haben
Alle weiteren Formen: fühlen (Konjugation)

Silbentrennung:

füh·len, Präteritum: fühl·te, Partizip II: ge·fühlt

Aussprache:

IPA: ['fyːlən], Präteritum: ['fyːltə], Partizip II: Präteritum: [gəˈfyːlt]

Bedeutungen:

[1] per Tastsinn bzw. allgemein über die Haut wahrnehmen
[2] sich wahrnehmen (sich 'selbst' im Ganzen, sich insgesamt und damit wie von innen wahrnehmen, meist dann mit 'innerlich' ausgedrückt wie in "ich fühl mich innerlich ganz wund")
[3] allgemeines, undifferenziert wahrnehmen, evtl. mit grober Einschätzung
[4] irgendetwas und unbestimmt wahrnehmen, evtl. mit vager Einschätzung
[5] als 'vorfühlen' sogar vorsichtig oder behutsam Kontakt aufnehmen

Herkunft:

weiter als ahd. fuolen mit der vermutlichen Bedeutung tasten nicht geklärt (erspüren hat heute noch die Bedeutung von ertasten), mhd. dann vüelen

Synonyme:

[1] spüren (Spürsinn), berühren (Berührungsempfinden, Oberflächensensibilität)
[2] sich fühlen: sich selbst wahrnehmen (allgemeine Selbstwahrnehmung, Eigensensisibilität, Ober- und Tiefensensibilität zusammen)
[3] Gespür, Riecher,
[4] ahnen
[5] vortasten, behutsam vorgehen (aufmerksam vorgehen und dabei besonders 'hellhörig sein', also mehr als sonst 'aufpassen': mit gesteigerter Wachheit und erhöhter Aufmerksamkeit, damit einem nichts entgeht"")

Gegenwörter:

[1] begrapschen, betatschen (Unsensibilität, Rohheit, Gefühllosigkeit; Empfindungslosigkeit, Unempfindlichkeit)
[2] gefühlsblind, gefühllos
[3] klar empfinden
[4] nichtsahnend (Ahnungslosigkeit, Arglosigkeit)
[5] sich abschotten

Oberbegriffe:

[1]-[5] wahrnehmen
[3]-[5] zusätzlich einordnen oder/und beurteilen

Unterbegriffe:

[1] betasten, abtasten, ertasten, erspüren, verspüren, hinspüren, berühren, befühlen, erfühlen, anfühlen, hinfühlen; (Feingefühl, Fingerspitzengefühl, Druckgefühl, Temperaturempfinden, Vibrationsempfinden, Berührungsempfinden, Schmerzempfinden)
[2] Tiefensensibilität; wohlfühlen,

Beispiele:

[1] Er bekam den Stock zu fühlen. Er fühlt das Herz bis zum Hals schlagen.
[2] Ich fühl mich irre gut. Heute fühl ich alle Knochen.
[3] Das fühlt sich so an als wenn ...
[4] Ich fühl mich heute nicht imstande, in die Arbeit zu gehen. Ich fühl mich nicht wohl, wenn ich daran denke, wie das ausgehen könnte.
[5] Haben Sie schon mal vorgefühlt, wie es auf der anderen Seite aussieht?

Redewendungen:

[1] Wer nicht hören will, muss fühlen. (Hiebe oder Schläge), (etwas zu spüren bekommen)
[2] Sich behaglich/pudelwohl/wie der Herrgott/wie ein Fisch im Wasser/heimisch fühlen. Fühl dich wie zu Hause! Sich in seiner Haut /nicht/ wohl fühlen. Mit jemandem mitfühlen.
[3] Ich fühl mich ganz unbehaglich bei der Sache.
[4] Ich fühl mich nicht betroffen. Sich jemandem oder einer Sache gewachsen fühlen. Sich verletzt fühlen. Sich wie ein Halbgott fühlen. Jemandem auf den Zahn fühlen.
[5] Seine Fühler ausstrecken: Fühlung mit dem Feind aufnehmen.¸
[6] sich wohl, geschmeichelt fühlen:
[7] sich als Held fühlen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] fühllos (blutleer)
[2] Gefühlskälte,
[5] Fühlungsnahme (Kontaktaufnahme)

Abgeleitete Begriffe:

[1] Gefühl gefühlsduselig, gefühlsdusselig, gefühlsmäßig, gefühlvoll, gefühllos, gefühlstief

[Bearbeiten] Übersetzungen

Dialektausdrücke:



? Referenzen und weiterführende Informationen:

Wikipedia-Artikel „Gefühl

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