klammheimlich

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klammheimlich (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
klammheimlich
Alle weiteren Formen: Flexion:klammheimlich

Worttrennung:

klamm·heim·lich, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: [klamˈhaɪ̯mlɪç]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild klammheimlich (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: ganz heimlich

Herkunft:

Der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bezeugte Ausdruck, der von Nordostdeutschland ausgehend umgangssprachlich geworden ist, enthält vermutlich als Bestimmungswort lateinisches clam → laheimlich‘ und wäre demnach eine tautologische Bildung,[1] die, Pfeifer zufolge, wohl in der Studenten- oder Schülersprache aufgekommen sei.[2][3]
Laut Kluge könnte als Bestimmungswort auch klamm im Sinne von ‚zusammengedrückt, geduckt‘ vorliegen.[4]

Sinnverwandte Wörter:

[1] getarnt, insgeheim, still/still und leise/heimlich, still und leise, stillschweigend, unauffällig, unbemerkt, unbeobachtet, unerkannt, ungesehen, verborgen, verdeckt, verhüllt, versteckt, verstohlen
[1] bildungssprachlich: diskret
[1] umgangssprachlich: hintenherum, schwarz, stickum/stieke/stiekum
[1] veraltet: klandestin

Gegenwörter:

[1] coram publico, im Antlitz der Öffentlichkeit, in/vor aller Öffentlichkeit, öffentlich, offen, offensichtlich, publik, vor aller Augen, vor aller Welt

Oberbegriffe:

[1] heimlich

Beispiele:

[1] Er kletterte klammheimlich aus dem Küchenfenster.
[1] „Gelegentlich werden sie sogar verdächtigt, dass sie mit den Taliban, den Mullahs oder mit den Ultraorthodoxen sympathisieren und womöglich sogar Prügelstrafen oder Steinigungen klammheimlich in Kauf nehmen.“[5]
[1] „Der Hass könnte niemals solche Wirkung entfalten, nicht so nachhaltig, nicht so dauerhaft, nicht überall in der ganzen Republik aufbrechen und sich entladen, gäbe es nicht die klammheimliche Duldung derer, die vielleicht nicht die Mittel von Gewalt und Einschüchterung gutheißen, aber doch das Objekt, an dem sich der Hass entlädt, missachten.“[6]

Redewendungen:

[1] (jemandes) klammheimliches Verschwinden; eine klammheimliche Freude
[1] adverbiell: klammheimlich verschwinden, sich klammheimlich entfernen

Wortbildungen:

Klammheimlichkeit, Klammheimlichtuerei, Klammheimlichtun, klammheimlicherweise

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „klammheimlich
[*] canoonet „klammheimlich
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „klammheimlich
[1] The Free Dictionary „klammheimlich
[1] Duden online „klammheimlich
[1] wissen.de – Wörterbuch „klammheimlich
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „klammheimlich
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalklammheimlich

Quellen:

  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. neu bearbeitete 5. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort »klammheimlich«, Seite 447–448.
  2. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „klammheimlich“.
  3. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Stichwort »klammheimlich«, Seite 660.
  4. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort »klammheimlich«, Seite 492.
  5. Hans Magnus Enzensberger: Muss Sex sein, und wenn ja, wie? In: DER SPIEGEL. Nummer 4, 23. Januar 2012, ISSN 0038-7452, Seite 117 (DER SPIEGEL Archiv-URL, abgerufen am 31. Oktober 2018).
  6. Carolin Emcke: Gegen den Hass. FISCHER Taschenbuch, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-596-29687-3, Seite 75 (Erstausgabe im S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016).