Tacheles reden

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Nuvola apps korganizer.svg Dieser Eintrag war in der 13. Woche
des Jahres 2010 das Wort der Woche.

Tacheles reden (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Worttrennung:

Ta·che·les re·den

Aussprache:

IPA: [ˈtaxələs ˈʁeːdn̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Tacheles reden (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: (jemandem gegenüber) ganz offen und freimütig seine Meinung äußern

Herkunft:

Das Wort ist eine seit dem 20. Jahrhundert bezeugte Entlehnung aus dem westjiddischen תּכלית‎ (YIVO: takhles [taxˈlɛs])  ‚Ziel; Zweck‘. Es könnte sich auch um eine unmittelbare Übernahme der westjiddischen Redewendung תּכלית רעדן‎ (YIVO: takhles redn)  ‚Zweckmäßiges reden, zur Sache kommen‘ handeln. Das jiddische Wort תּכלית‎ entstammt wiederum dem hebräischen תַכְלִית‎ (CHA: taḵlīṯ [taxˈliːt])  ‚Ende, Äußerstes‘, später auch „Zweck“.[1][2]

Synonyme:

[1] Tacheles sprechen

Sinnverwandte Wörter:

[1] frei von der Leber weg reden/frei von der Leber weg sprechen/frisch von der Leber weg reden/frisch von der Leber weg sprechen, kein Blatt vor den Mund nehmen, keine Umschweife machen, Klartext reden/Klartext sprechen, Fraktur reden

Gegenwörter:

[1] Schmonzes, Schmus, Schmu, Stuss reden; um den heißen Brei reden

Oberbegriffe:

[1] freimütig reden

Beispiele:

[1] „Endlich jemand, der Tacheles redet und anderen klarmacht, was Menschenrechte sind.“[3]
[1] „In diesem Moment dachte er an Zirele und daran, daß er ihr versprochen hatte, mit ihrem Vater Tacheles zu reden.“[4]
[1] „Endlich redet mal jemand Tacheles.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit jemandem Tacheles reden

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1656
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 1322
[1] Wikipedia-Artikel „Tacheles
[1] Redensarten-Index „Tacheles reden
[1] http://www.redensarten.net/Tacheles.html

Quellen:

  1. vergleiche Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 902
  2. vergleiche Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1656
  3. Online-Ausgabe der Süddeutsche Zeitung, Deutsche Außenpolitik - Europa darf Russland und China nicht verprellen, 27.11.2007
  4. Isaac Bashevis Singer: Max, der Schlawiner. Roman. Axel Springer Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-942656-32-0, Seite 73. Englisches Original 1991.
  5. Tania Kambouri: Deutschland im Blaulicht. Notruf einer Polizistin. 4. Auflage. Piper, München, Berlin, Zürich 2015, ISBN 978-3-492-06024-0, Seite 16.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Tacheles sprechen, Tagetes