Nargileh

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Nargileh (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f, n[Bearbeiten]

Singular

Plural 1 Plural 2

Nominativ die Nargileh

die Nargileh die Nargilehs

Genitiv der Nargileh

der Nargileh der Nargilehs

Dativ der Nargileh

den Nargileh den Nargilehs

Akkusativ die Nargileh

die Nargileh die Nargilehs

Singular

Plural

Nominativ das Nargileh

die Nargilehs

Genitiv des Nargilehs

der Nargilehs

Dativ dem Nargileh

den Nargilehs

Akkusativ das Nargileh

die Nargilehs

[1] ägyptische Nargileh; Zeichnung aus einem 1878 erschienenen Buch

Alternative Schreibweisen:

Nargile

Worttrennung:

Nar·gi·leh, Plural 1: Nar·gi·leh, Plural 2: Nar·gi·lehs

Aussprache:

IPA: [ˌnaʁɡiˈleː], auch: [ˌnaʁˈɡiːle]
Hörbeispiele: —, auch: —
Reime: -eː

Bedeutungen:

[1] orientalische Wasserpfeife

Herkunft:

Das Wort ist über das türkische nargile → tr[1] – in osmanisch-türkischer Form نارگله‎ (DMGnārgile; İA: nârgile) → ota[2] – aus dem persischen نارگیله‎ (DMGnārgīlä) → fa[3] entlehnt[4], das seinerseits eine Ableitung zu نارگیل‎ (DMGnārgīl) → faKokosnuss, Kokospalme[5] ist[6][1], denn das Wasser zum Kühlen des Rauches befand sich ursprünglich in einem aus Kokosnuss hergestellten Gefäß[1]. Das persische Wort soll wiederum aus einer weiter östlich in Indien gesprochenen Sprache entstammen[6] und geht so vermutlich auf das sanskritische नारिकेर (IAST: nārikera) → sa[7][8]Kokosnuss‘ zurück[9].

Sinnverwandte Wörter:

[1] Bong, Huka, Kalian/Kaliun, Shisha/Schischa/Schische

Oberbegriffe:

[1] Wasserpfeife

Beispiele:

[1] „Mehrere Nargîleh ſind daher ſtets in Bereitſchaft.“[10]
[1] „»Nimm Platz und rauche diese Nargileh – wenn du ziehst, kommt Rauch; wenn du bläst, spielt sie: Deutschland, Deutschland über alles!«“[11]
[1] „Aber an diesem Abend, nachdem er sein Gebet verrichtet hatte und der Laden geschlossen, setzte er sich mit ihm auf den Bürgersteig und forderte ihn auf, mit ihm eine Nargileh zu rauchen, jene eigentümliche Wasserpfeife, die die Araber benutzen.“[12]
[1] „Für das leibliche Wohl der Gäste stehen orientalisches Essen, Tee, Kaffee und Nargilehs (Wasserpfeifen) bereit.“[13]
[1] „Der schöne Tag, Frühlingsanfang und Neujahrsfest für die Kurden, lädt dazu ein, eine gute Nargileh zu rauchen und Tee zu trinken; ein Glas Tee ‚Limun Basrah‘, mit Zitronengeschmack aus Basra.“[14]
[1] „Rund eine Million Menschen nutzen weltweit die auch Nargileh oder Shisha genannten Wasserpfeifen.“[15]
[1] „Die Nargileh blubbert, süßlicher Tabakgeruch hängt über dem Tisch, gemütliche Rauchwölkchen schweben in Kopfhöhe.“[16]
[1] „‚Ich weiß nicht, ob sie schuld sind‘, zweifelt ein junger Mann, der an unserem Tisch seine Nargileh raucht.“[17]
[1] „In den Restaurants der Altstadt, die ihre Spezialitäten meist in den Innenhöfen und auf den Dachterrassen historischer Häuser servieren, schmauchen die Touristen aus dem Golf weiterhin ihr Nargileh.[18]
[1] „Zwischen den Ruhebetten standen Taburetts mit Nargilehs und dampfende Duftschalen.“[19]
[1] „Vergitterte Oberlichter gewährten Blicke in die überdachte Basargasse unter mir oder in ein Gewölbe, in dem Männer auf Basthockern saßen, Kaffee tranken und an ihren Nargilehs sogen, oder in die Intimität eines geheimen Hofes, von dem“[20]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] eine/ein Nargileh paffen, rauchen, schmauchen; an einer/einem Nargileh saugen, ziehen; eine blubbernde/ein blubberndes Nargileh

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1193.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 918.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Fremdwörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 10., aktualisierte Auflage. Band 5, Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2010, ISBN 978-3-411-04060-5, DNB 1007274220, Seite 701.
[1] Renate Wahrig-Burfeind (Herausgeber): Wahrig, Fremdwörterlexikon. 4. Auflage. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh/München 2001, ISBN 978-3-577-10603-0, Seite 621.
[1] Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Nargileh«.
[1] Duden online „Nargileh
[1] wissen.de – Wörterbuch „Nargileh
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Nargileh“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Nargileh
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Nargileh
[*] canoonet „Nargileh
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Nargileh
[1] Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon (5. Auflage 1911) „Nargileh

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 wissen.de – Wörterbuch „Nargileh
  2. Ferit Devellioğlu: Osmanlıca-Türkçe Ansiklopedik Lûgat. Eski ve yeni harflerle. Aydın Kitabevi, Ankara 1986, Stichwort »nârgile نارگله‎«, Seite 965.
  3. Heinrich F. J. Junker, Bozorg Alavi: Persisch–Deutsch Wörterbuch. 9., unveränderte Auflage. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2002, ISBN 978-3-447-04561-2, Stichwort »نارگیله‎«, Seite 791.
  4. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 918.
  5. Heinrich F. J. Junker, Bozorg Alavi: Persisch–Deutsch Wörterbuch. 9., unveränderte Auflage. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2002, ISBN 978-3-447-04561-2, Stichwort »نارگیل‎«, Seite 791.
  6. 6,0 6,1 Enno Littmann: Morgenländische Wörter im Deutschen. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage nebst einem Anhang über die amerikanischen Wörter. 2., vermehrte und verbesserte Auflage. J.C.B Mohr ‹ Paul Siebeck ›, Tübingen 1924, DNB 574636277, Seite 115.
  7. Gérard Huet: The Sanskrit Heritage Dictionary „nārikera“.
  8. Otto Böhtlingk, Rudolph Roth: Sanskrit-Wörterbuch. Kaiserliche Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg 1855 (Großes Petersburger Wörterbuch): नारिकेर, Band 4, Spalte 121.
  9. Karl Lokotsch: Etymologisches Wörterbuch der europäischen Wörter orientalischen Ursprungs. In: Hermann Wirt, Wilhelm Streitberg † (Herausgeber): Indogermanische Bibliothek. Erste Abteilung: Sammlung indogermanischer Lehr- und Handbücher. II. Reihe: Wörterbücher. 3. Band, Carl Winter’s Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1927, Stichpunkt »1556. Pers. nārgīlä«, Seite 125.
  10. Titus Tobler: Denkblätter aus Jerusalem. Mit Ansichten und einer Karte. Scheitlin und Zollikofer/Wilhelm Meck, St. Gallen/Konstanz 1853, Seite 425 (Zitiert nach Google Books).
  11. Peter Panter: Fantasia. In: Die Weltbühne. Nummer 15, 13. April 1926, Seite 589. Aus: Kurt Tucholsky; Mary Gerold-Tucholsky, Fritz J. Raddatz (Herausgeber): Gesammelte Werke. In zehn Bänden. 4. Band: 1925–1926, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1975, ISBN 3-499-29004-9, Seite 411 (Zitiert nach www.zeno.org).
  12. Paulo Coelho: Der Alchimist. Diogenes, Zürich 1996 (Originaltitel: O Alquimista, übersetzt von Cordula Swoboda Herzog), ISBN 3-257-06126-9, Seite 62.
  13. Kaffee, Kunst und Nargileh. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. März 2003, ISSN 0376-6829, Seite 44.
  14. Giuliana Sgrena: Tagebuch: Das Feuer. Die Angst. In: DIE ZEIT. Nummer 14, 27. März 2003, ISSN 0044-2070, Seite 3 (DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 9. März 2015).
  15. Nargileh: bäh. In: taz.die tageszeitung. Nummer 7996, 15. Juni 2006, ISSN 0931-9085, Seite 2 (taz Print-Archiv, abgerufen am 9. März 2015).
  16. Tomas Avenarius: Bagdad, fünf Jahre nach Kriegsbeginn: „Aber die Amerikaner, die hasse ich von Herzen”. In: Süddeutsche Zeitung. 20. März 2008, ISSN 0174-4917, Seite 3.
  17. Samir Aita: Brief aus Damaskus. In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. Nummer 8575, 9. Mai 2008 (übersetzt von Claudia Steinitz), ISSN 1434-2561, Seite 2 (URL, abgerufen am 9. März 2015).
  18. Syrien gibt ein Beispiel. In: Neue Zürcher Zeitung. 4. Mai 2010, ISSN 0376-6829, Seite 9.
  19. Oscar A. H. Schmitz: Haschisch. Erzählungen. 1. Auflage. Null Papier Verlag, Neuss 2014, ISBN 978-3-95418-481-1, Seite ‹ohne Seitenangabe› (E-Book, zitiert nach Google Books).
  20. Wolfgang Büscher: Ein Frühling in Jerusalem. 1. Auflage. rowohlt e-book, Reinbek 2014, ISBN 978-3-87134-784-9, Seite ‹ohne Seitenangabe (E-Book, zitiert nach Google Books).
  21. Mundartnahe Umschrift nach Hans Wehr, unter Mitwirkung von Lorenz Kropfitsch: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Arabisch - Deutsch. 5. Auflage. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1985, ISBN 3-447-01998-0, DNB 850767733, Seite 18.
  22. Mundartnahe Umschrift nach El-Said Badawi, Martin Hinds: A Dictionary of Egyptian Arabic. Arabic-English. Librairie du Liban, Beirut 1986, Stichwort »نرجيلة‎«, Seite 857.
  23. 23,0 23,1 23,2 Mundartnahe Umschrift nach Leonhard Bauer, unter Mitwirkung von Anton Spitaler (Herausgeber): Deutsch-arabisches Wörterbuch der Umgangssprache in Palästina und im Libanon. Wörterbuch der arabischen Umgangssprache. Deutsch - Arabisch. 2., erweiterte und verbesserte Auflage. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1957, DNB 450262200, Stichwort »Wasserpfeife«, Seite 355.
  24. Mundartnahe Umschrift nach D.R. Woodhead, Wayne Beene (Hrsg.); under the technical direction of Karl Stowasser, with the assistance of Majid Damah, Faisal Al-Khalaf, Husain Mustafa, Darrel Smith, Ronald G. Wolfe: A Dictionary of Iraqi Arabic. Arabic–English. Georgetown University Press, Washington, D.C. 1967, ISBN 0-87840-281-0, Stichwort »n-r-g-y-l, nargiila«, Seite 455.
  25. Mundartnahe Umschrift nach Beverly E. Clarity, Karl Stowasser, Ronald G. Wolfe, D.R. Woodhead, Wayne Beene (Herausgeber): A Dictionary of Iraqi Arabic. English–Arabic Arabic–English. Georgetown University Press, Washington, D.C. 2003, ISBN 0-87840-136-9, Stichwort »n-r-g-y-l, nargiila«, Seite 455 (arabisch-englischer Teil).
  26. D.R. Woodhead, Wayne Beene (Hrsg.); under the technical direction of Karl Stowasser, with the assistance of Majid Damah, Faisal Al-Khalaf, Husain Mustafa, Darrel Smith, Ronald G. Wolfe: A Dictionary of Iraqi Arabic. Arabic–English. Georgetown University Press, Washington, D.C. 1967, ISBN 0-87840-281-0, Stichwort »ġ-r-š, ġarša«, Seite 334.
  27. Beverly E. Clarity, Karl Stowasser, Ronald G. Wolfe, D.R. Woodhead, Wayne Beene (Herausgeber): A Dictionary of Iraqi Arabic. English–Arabic Arabic–English. Georgetown University Press, Washington, D.C. 2003, ISBN 0-87840-136-9, Stichwort »ġ-r-š, ġarša«, Seite 334 (arabisch-englischer Teil).