Brigade
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Brigade (Deutsch)
[Bearbeiten]Substantiv, f
[Bearbeiten]| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | die Brigade | die Brigaden |
| Genitiv | der Brigade | der Brigaden |
| Dativ | der Brigade | den Brigaden |
| Akkusativ | die Brigade | die Brigaden |
Worttrennung:
- Bri·ga·de, Plural: Bri·ga·de
Aussprache:
Bedeutungen:
- [1] Militär: der kleinste Großverband der Landstreitkräfte, der grundsätzlich zur selbständigen Führung des Gefechts der verbundenen Waffen befähigt ist, aus mehreren Regimenten oder Bataillonen besteht und in der Regel einer Division unterstellt ist
- [2] Gastronomie: die Gesamtheit des Küchenpersonals in einer Gaststätte (mindestens fünf selbstständig arbeitende Köche unter Leitung eines Küchenmeisters)
- [3] DDR, Wirtschaft: kleinste Arbeitsgruppe in einem Industriebetrieb
Abkürzungen:
Herkunft:
- [1, 2] Brigade ist seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts in der deutschen Militärsprache nachweisbar.[1] Es geht über das französische brigade → fr auf das italienische brigata → it ‚Schar, Truppe‘ zurück, einer Bildung zum italienischen briga → it ‚Streit, Erregung, Mühe‘.[1][2] Dessen weitere Herkunft ist ungeklärt.[2] Es wird vermutet, dass es keltischen Ursprungs ist.[1]
- [3] In der Bedeutung ‚kleinste Arbeitsgruppe‘ wurde Brigade in der Zeit nach 1945 vom russischen бригада (brigada☆) → ru übernommen, bei dem es sich um eine Entlehnung aus dem Französischen handelt.[1] Im Russischen wurde das Wort in dieser Bedeutung seit den 1920er-Jahren verwendet.[1]
Sinnverwandte Wörter:
- [3] Arbeitskollektiv
Oberbegriffe:
- [1] Großverband
Unterbegriffe:
- [1] Artilleriebrigade, Fallschirmjägerbrigade, Kavalleriebrigade, Infanteriebrigade, Panzerbrigade; (übertragen) Terrorbrigade
- [3] Jugendbrigade, Komplexbrigade, Patenbrigade, Putzbrigade
Beispiele:
- [1] Bei dem mehrere Monate andauernden Kampf wurde fast die ganze Brigade zerrieben.
- [1] „Bald soll eine Brigade der Bundeswehr in Litauen einsatzbereit sein, um Verteidigungs- und Kampfbereitschaft zu demonstrieren.“[3]
- [1] „Auch Fred Ungerer und Thomas Landstrich waren bereit, sich für die spanische Republik einzusetzen, wollten sich sogar für ein Jahr beurlauben lassen, um sich in Paris als Kämpfer der Brigade zu melden.“[4]
- [2] Diese Brigade ist so gut eingespielt, dass sie in einigen Stunden eine große Anzahl von Menüs fertig bringt, für die Andere in diesem Zeitraum nicht machbar wäre.
- [3] Die Mitglieder der Brigade wurden für ihren Einsatz geehrt.
Charakteristische Wortkombinationen:
- [3] sozialistische Brigade
Wortbildungen:
- Brigadefest, Brigadeführer, Brigadegeneral, Brigadestärke, Brigadetagebuch, Brigadier, Brigadist, Brigant
- Brigade der sozialistischen Arbeit
Übersetzungen
[Bearbeiten] [1] kleinster Großverband der Landstreitkräfte, der in der Regel einer Division unterstellt ist
|
[2] Gesamtheit des Küchenpersonals in einer Gaststätte
[3] DDR, Wirtschaft: kleinste Arbeitsgruppe in einem Industriebetrieb
- [1] Wikipedia-Artikel „Brigade“
- [1] wissen.de – Lexikon „Brigade“
- [1–3] Wahrig Fremdwörterlexikon „Brigade“ auf wissen.de
- [1, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Brigade“
- [1–3] Duden online „Brigade“
- [1, 3] The Free Dictionary „Brigade“
- [3] Wikipedia-Artikel „Brigade (DDR)“
- [3] wissen.de – Lexikon „brigade-politik“
- [*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „Brigade“
- [1–3] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 334, Eintrag „Brigade“.
Quellen:
- 1 2 3 4 5 Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, „Brigade“, Seite 171.
- 1 2 Duden online „Brigade“.
- ↑ Jochen Buchsteiner: Wir Ostpreußen. Eine ganz gewöhnliche deutsche Familiengeschichte. dtv, München 2025, ISBN 978-3-423-28470-7, Seite 266.
- ↑ Christoph Hein: Das Narrenschiff. Roman. 7. Auflage. Suhrkamp, Berlin 2025, ISBN 978-3-518-43226-6, Seite 173. 1. Auflage 2025.
