Apposition

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Apposition (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Apposition

die Appositionen

Genitiv der Apposition

der Appositionen

Dativ der Apposition

den Appositionen

Akkusativ die Apposition

die Appositionen

Worttrennung:

Ap·po·si·ti·on, Plural: Ap·po·si·ti·o·nen

Aussprache:

IPA: [apoziˈt͡si̯oːn]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Apposition (Info)
Reime: -oːn

Bedeutungen:

[1] Sprachwissenschaft: (weglassbare) Beistellung im (nominalen, …) Satzglied, die meistens im gleichen Kasus wie das Bezugsnomen steht und auf den gleichen Sachverhalt, die gleiche Person oder Ähnliches verweist. Sie kann auch abweichend vom Bezugsnomen im Nominativ stehen. (Viele Linguisten betrachten Appositionen als eine Sonderform des Attributs; sie verhalten sich aber syntaktisch anders.)
[2] Biologie: „Anlagerung von Substanzen (z. B. Dickenwachstum pflanzlicher Zellwände oder Anlagerung von Knochensubstanz beim Aufbau der Knochen)“[1]
[2a] Medizin: „Auflagerung, Aufbau, Anlagerung (z. B. von Knochensubstanz beim Aufbau der Knochen)“[2]

Abkürzungen:

[1] Appos.

Herkunft:

[1] im 18. Jahrhundert von lateinisch appositio → la „das Hinsetzen, der Zusatz“ entlehnt.[3][4]

Synonyme:

[1] Beisatz, Beistellung, Zusatz

Gegenwörter:

[1] Attribut
[2] Intussuszeption

Oberbegriffe:

[1] Grammatik, Syntax, Satzgliedteil

Unterbegriffe:

[1] enge Apposition, lockere Apposition, lose Apposition, weite Apposition
[2a] Appositionsthrombose

Beispiele:

[1] „Herr Meier“, „Professor Meier“ sind Beispiele für enge Appositionen.
[1] „Karl der Große“, „Peter, mein Freund“ sind Beispiele für weite Appositionen.
[1] „Ilse, die neue Schülerin in der Klasse“ ist ein weiteres Beispiel für eine weite Apposition.
[1] „Es rieselte vom Himmel herunter, und die Esel, der Führer und ich, dies ist keine Apposition, waren schon naß, als wir aus dem Dorf herauskamen.“ (Tucholsky: Von Barèges bis Arreau, GW Bd. 5, S. 103.)
[1] „Ich mische unartikulierte Töne ein, ziehe die Verbindungswörter in die Länge, gebrauche auch wohl eine Apposition, wo sie nicht nötig wäre, und bediene mich anderer, die Rede ausdehnender, Kunstgriffe, zur Fabrikation meiner Idee auf der Werkstätte der Vernunft, die gehörige Zeit zu gewinnen.“ (Heinrich von Kleist: Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden.)
[1] „Apposition: Beisatz, Erklärungszusatz, Nebensatz“[5]
[1] „Synchron hat man die Verbindung RN + FN ebenfalls als Apposition gesehen.“[6]
[2] „Die aus Protopectin bestehende Mittellamelle, die benachbarte Zellen als Interzellularsubstanz miteinander verbindet, bildet sich bei der Zellteilung aus der Zellplatte. Die Primärwand wird von den Tochterzellen zu beiden Seiten der Mittellamelle angelagert (Apposition), noch ehe die Zellplatte ganz fertig ist.“[7]
[2a]

Wortbildungen:

[1] appositiv

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Apposition
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Apposition
[1] canoo.net „Apposition
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonApposition
[2] Duden - Das Fremdwörterbuch, 10. Auflage, Mannheim 2010 [CD-ROM]
[3] Pschyrembel 259. Auflage 2002
[3] Duden - Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke, 7. Auflage, Mannheim 2003 [CD-ROM]

Quellen:

  1. Duden - Das Fremdwörterbuch, 10. Auflage, Mannheim 2010 [CD-ROM]
  2. Duden - Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke, 7. Auflage, Mannheim 2003 [CD-ROM]
  3. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Apposition“, Seite 55.
  4. Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, Stichwort: appositio
  5. Johann Christoph Vollbeding: Gemeinnützliches Wörterbuch zur richtigen Verdeutschung und verständlichen Erklärung der in unserer Sprache vorkommenden fremden Ausdrücke: Für deutsche Geschäftsmänner, gebildete Frauenzimmer und Jünglinge. 2. Auflage, Berlin 1819, S. 36 (bei books.google)
  6. Gerhard Koß: Namenforschung. Eine Einführung in die Onomastik. Niemeyer, Tübingen 1990, ISBN 3-484-25134-4, Seite 54. RN: Rufname, FN: Familienname.
  7. Gertrud Scherf: Wörterbuch Biologie, dtv 1997, S. 506 (zitiert nach Digitale Bibliothek 2004)

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Apophis