Galiläa

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Wechseln zu: Navigation, Suche

Galiläa (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n, Toponym[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ (das) Galiläa
Genitiv (des) Galiläas
Dativ (dem) Galiläa
Akkusativ (das) Galiläa
[1] die Lage von Galiläa in Palästina

Anmerkung zum Artikelgebrauch:

Der Artikel wird gebraucht, wenn „Galiläa“ in einer bestimmten Qualität, zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Zeitabschnitt als Subjekt oder Objekt im Satz steht.

Worttrennung:

Ga·li·läa, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ɡaliˈlɛːa]
Hörbeispiele: —
Reime: -ɛːa

Bedeutungen:

[1] Geografie: eine historische Landschaft in Nord-Palästina, die westlich des Jordans gelegen ist

Beispiele:

[1] „Daraufhin sagt Christus: »Fürchtet euch nicht!« […] und trägt ihnen als Botschaft für die Jünger auf, daß sie nach Galiläa gehen sollen und ihn dort sehen werden.“[1]


Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Galiläa
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Galiläa
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonGaliläa
[*] canoo.net „Galiläa

Quellen:

  1. Harald Olbrich et al. (Herausgeber): Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie - Begründet von Gerhard Strauß †, Herausgegeben von Harald Olbrich, Dieter Dolgner, Hubert Faensen, Peter H. Feist, Bruno Flierl, Alexander Häusler, Kurt Junghanns, Alfred Langer, Günter Meißner, Karl-Heinz Otto, Detlef Rößler und Wolfgang Schindler. CD-Rom, A - Z, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-89853-443-X, Band 2, Seite 365 Artikel "Erscheinungen des Auferstandenen"


Substantiv, f, n[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die (das) Galiläa die Galiläen
Genitiv der (des) Galiläa der Galiläen
Dativ der (dem) Galiläa den Galiläen
Akkusativ die (den) Galiläa die Galiläen
[1] Die Galiläa der Kathedrale von Durham

Worttrennung:

Ga·li·läa, Plural: Ga·li·lä·en

Aussprache:

IPA: [ɡaliˈlɛːa], Plural: [ɡaliˈlɛːən]
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -ɛːa

Bedeutungen:

[1] Religion, Architektur: eine sinnbildliche Bezeichnung für große Vorhallen von Kirchen oder Vorkirchen selbst, von der aus die Christen in die Welt hinausgehen, um das Evangelium zu verkünden[1]

Anmerkung:

Das Wort Galiläa in der Bedeutung Vorhalle wird zuweilen auch mit neutralem Genus (also: das Galiläa) gebraucht.[2]

Herkunft:

über das mittellateinische Substantiv galilea nach der römischen Provinz Galiläa, die im Gegensatz zur Provinz Judäa im Neuen Testament mit dem Heidentum in Verbindung gebracht wurde.
Diese symbolisierende Bezeichnung Galiläa für Atrien oder Vorhallen von Kirchen wurde zunächst ab dem 9. und 10. Jahrhundert in Rom gebraucht. Sie stand ursprünglich für den den Ungetauften während des Gottesdienstes zugedachten Platz im Vorraum einer Kirche.[3][4][5]Der Begriff wurde inhaltlich im Lauf der Zeit anders gefüllt. Der Kirchenvorraum stand nun für denjenigen Raum, von dem aus die Christen in die Welt gingen und das Evangelium verkündeten. Intensiv wurde diese Deutung des Kirchenvorraums durch das Kloster Cluny über ganz West und Mittel-Europa verbreitet. Diese zweite Deutung bezeugt den Anspruch des burgundischen Reformklosters und letztlich den Anspruch der gesamten Kirche auf Heiligung der Welt: Der auferstandene Christus hatte die Jünger nach Galiläa rufen lassen, um Ihnen den berühmten Aussendungsbefehl zu geben: "Gehet hin in alle Welt, lehret die Völker und tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes." [6] Galiläa heißt auch die letzte Station der Ostersonntagsprozession der Mönche.

Synonyme:

[1] Vorkirche, Vorhalle, Vorzeichen (Architektur), Atrium, Narthex

Beispiele:

[1] „Seit 1192 erfolgte unter dem Baumeister Geoffrey de Noyers ein durchgreifender, im wesentlichen an das System von Canterbury angelehnter Umbau, beginnend mit dreischiffigem Vorchor, Chorhaupt, erstem Querschiff […], Hauptquerhaus an der West-Seite des südlichen Querflügels mit zweischiffigem Galiläa, um 1230; […]“[7]
[1] „Der Name Galiläa für Vorkirche bezeugt den Anspruch des burgundischen Reformklosters auf Heiligung der Welt.“[8]
[1] „Obwohl in den Quellen nicht so genannt, müssen die Vorkirchen Hirsauischer Reformklöster – etwa in Hirsau, Paulinzella, Alpirsbach, auch Thalbürgel – als Galiläen verstanden werden.“[9]
[1] „An der Kathedrale zu Durham war die Galiläa der kapellenartige Vorbau vor der Westfassade.“[10]

Wortbildungen:

[1] Galerie (über mittellateinisch "galeria" als dissimilatorische Umbildung von mittellateinisch galilea[11])


Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Galiläa
[1] Wikipedia-Artikel „Galiläa (Narthex)
[1] Kleines Wörterbuch der Architektur. Mit 113 Abbildungen. 12. Auflage. Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-009360-3, Seite 52, Artikel "Galiläa"
[1] Harald Olbrich et al. (Herausgeber): Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie - Begründet von Gerhard Strauß †, Herausgegeben von Harald Olbrich, Dieter Dolgner, Hubert Faensen, Peter H. Feist, Bruno Flierl, Alexander Häusler, Kurt Junghanns, Alfred Langer, Günter Meißner, Karl-Heinz Otto, Detlef Rößler und Wolfgang Schindler. CD-Rom, A - Z, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-89853-443-X, Band 2, Seite 629, Artikel "Galiläa"
[1] Josef Höfer, Karl Rahner (Herausgeber): Lexikon für Theologie und Kirche. In 14 Bänden. 2. Auflage. Herder, Freiburg 1986-1968, ISBN 3-451-20756-7, Band 4, Seite 494, Artikel "Galiläa"

Quellen:

  1. vgl. Matthäus 28,16 EU
  2. so z.B. im Harald Olbrich et al. (Herausgeber): Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie - Begründet von Gerhard Strauß †, Herausgegeben von Harald Olbrich, Dieter Dolgner, Hubert Faensen, Peter H. Feist, Bruno Flierl, Alexander Häusler, Kurt Junghanns, Alfred Langer, Günter Meißner, Karl-Heinz Otto, Detlef Rößler und Wolfgang Schindler. CD-Rom, A - Z, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-89853-443-X in den unten angegebenen Beispielen
  3. Siehe: Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Artikel "Gallerie", dort "galilea".
  4. Siehe: Günther Drosdowski (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Wien/Zürich 1963, ISBN 3-411-00907-1, Artikel "Gallerie"
  5. Siehe: Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Seite 391 f., Artikel "Galerie"
  6. nach: Harald Olbrich et al. (Herausgeber): Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie - Begründet von Gerhard Strauß †, Herausgegeben von Harald Olbrich, Dieter Dolgner, Hubert Faensen, Peter H. Feist, Bruno Flierl, Alexander Häusler, Kurt Junghanns, Alfred Langer, Günter Meißner, Karl-Heinz Otto, Detlef Rößler und Wolfgang Schindler. CD-Rom, A - Z, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-89853-443-X, Band 5, Seite 422, Artikel "Paradies"
  7. Harald Olbrich et al. (Herausgeber): Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie - Begründet von Gerhard Strauß †, Herausgegeben von Harald Olbrich, Dieter Dolgner, Hubert Faensen, Peter H. Feist, Bruno Flierl, Alexander Häusler, Kurt Junghanns, Alfred Langer, Günter Meißner, Karl-Heinz Otto, Detlef Rößler und Wolfgang Schindler. CD-Rom, A - Z, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-89853-443-X, Band 4, Seite 343, Artikel „Lincoln“
  8. Harald Olbrich et al. (Herausgeber): Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie - Begründet von Gerhard Strauß †, Herausgegeben von Harald Olbrich, Dieter Dolgner, Hubert Faensen, Peter H. Feist, Bruno Flierl, Alexander Häusler, Kurt Junghanns, Alfred Langer, Günter Meißner, Karl-Heinz Otto, Detlef Rößler und Wolfgang Schindler. CD-Rom, A - Z, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-89853-443-X, Band 5, Seite 422, Artikel "Paradies"
  9. Harald Olbrich et al. (Herausgeber): Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie - Begründet von Gerhard Strauß †, Herausgegeben von Harald Olbrich, Dieter Dolgner, Hubert Faensen, Peter H. Feist, Bruno Flierl, Alexander Häusler, Kurt Junghanns, Alfred Langer, Günter Meißner, Karl-Heinz Otto, Detlef Rößler und Wolfgang Schindler. CD-Rom, A - Z, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-89853-443-X, Band 5, Seite 422, Artikel Paradies
  10. Josef Höfer, Karl Rahner (Herausgeber): Lexikon für Theologie und Kirche. In 14 Bänden. 2. Auflage. Herder, Freiburg 1986-1968, ISBN 3-451-20756-7, Band 4, Seite 494, Artikel "Galiläa"
  11. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Seite 391 f., Artikel "Galerie"