Hundstage

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Hundstage (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m, Pluraletantum[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ

die Hundstage

Genitiv

der Hundstage

Dativ

den Hundstagen

Akkusativ

die Hundstage

Worttrennung:

Hunds·ta·ge

Aussprache:

IPA: [ˈhʊnt͡sˌtaːɡə]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] die heißesten Tage des Hochsommers im Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August

Herkunft:

Die von dem Sternbild canīcula → la, dem Hund des Orion, beherrschten Wochen vom 2[3]. Juli bis zum 23. August heißen schon im nachklassischen Latein diēs canīculāres → la.[1] Entsprechend wird dieser Ausdruck in die Volkssprachen lehnübersetzt.[1] So finden sich für das Deutsche erste Belege im 14. Jahrhundert[1][2] in den spätmittelhochdeutschen Formen hundetac → gmh und huntlīche tage → gmh.[2] Für das 15. Jahrhundert ist die frühneuhochdeutsche Form hundische tage belegt, die sich mit dem mittelniederländischen hontdāghe → dum vergleichen lässt.[2]

Oberbegriffe:

[1] Hitzewelle

Beispiele:

[1] „Zertreten lagen alle umliegenden Felder, die Doͤrfer in Aſche, das beraubte Landvolk verſchmachtete auf den Straßen, Modergeruͤche verpeſteten die Luft, verheerende Seuchen, durch die kuͤmmerliche Nahrung, durch den Qualm eines ſo bevoͤlkerten Lagers und ſo vieler verweſenden Leichname, durch die Glut der Hundstage ausgebruͤtet, wütheten unter Menſchen und Thieren, und noch lange nach dem Abzug der Armeen druͤckten Mangel und Elend das Land.“[3]
[1] „Die Natur wollte wiſſen, wie ſie ausſieht, und ſie erſchuf Goethe. Sogar die Gedanken, die Intenzionen der Natur vermag er uns wiederzuſpiegeln, und es iſt einem hitzigen Goethianer, zumahl in den Hundstagen, nicht zu verargen, wenn er uͤber die Identitaͤt der Spiegelbilder mit den Objekten ſelbſt ſo ſehr erſtaunt, daß er dem Spiegel ſogar Schoͤpfungskraft, die Kraft, aͤhnliche Objecte zu erſchaffen, zutraut.“[4]
[1] „Ein Naturforſcher hat ganz richtig die Bemerkung gemacht, daß im Sommer, beſonders in den Hundstagen, weit mehr gegen mich geſchrieben wird als im Winter.“[5]
[1] „Verſpätete Hundstage hatte dieſe zweite Septemberwoche gebracht.“[6]
[1] „Die Hundstage verlassen die niedere Lausitz.“[7]
[1] „Wer kann, sollte das Ende der Hundstage, als die in deutschen Kalendern oft die Tage vom 23. Juli bis 23. August bezeichnet werden, an diesem Freitag im Freien genießen.“[8]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Hundstage
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Hundstage
[*] canoonet „Hundstage
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Hundstage
[1] The Free Dictionary „Hundstage
[1] Duden online „Hundstage
[1] wissen.de – Wörterbuch „Hundstage
[1] wissen.de – Lexikon „Hundstage
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Hundstage
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalHundstage
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Hundstage
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Die deutsche Rechtschreibung. In: Der Duden in zwölf Bänden. 25. Auflage. Band 1, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04015-5 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Hundstage«.
[1] Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Hundstage«.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »Hundstage«, Seite 897.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort »Hundstage«, Seite 427.
  2. 2,0 2,1 2,2 Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Hundstage“.
  3. Friedrich Schiller: Geſchichte des dreyßigjaͤhrigen Kriegs. 1. Auflage. Erſter Theil, [sine editio], Frankfurt und Leipzig 1792, Seite 324 (Zitiert nach Google Books).
  4. Heinrich Heine: Reisebilder. 1. Auflage. Dritter Theil, Hamburg 1830, Seite 155 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv).
  5. Heinrich Heine: Der Schwabenspiegel. In: Jahrbuch der Literatur. Erſter Jahrgang, Hoffmann und Campe, Hamburg 1839, Seite 352 (Zitiert nach Google Books).
  6. Thomas Mann: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman. Zweiundvierzigſte Auflage. S. Fiſcher Verlag, Berlin 1908, Seite 349 (Zitiert nach Internet Archive).
  7. Erwin Strittmatter: Der Laden. Roman. 2. Band, Aufbau Digital im Aufbau Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-8412-1207-8, Seite ‹ohne Seitenangabe› (E-Book; zitiert nach Google Books; die Originalausgabe erschien 1987 bei Aufbau).
  8. dpa: Zum Ende der Hundstage wird es sommerlich heiß. In: Zeit Online. 22. August 2013, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 3. November 2016).