Domäne

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Domäne (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Domäne die Domänen
Genitiv der Domäne der Domänen
Dativ der Domäne den Domänen
Akkusativ die Domäne die Domänen
[4] Die drei Domänen (Bacteria, Archaea und Eukaryota) der biologischen Systematik dargestellt im Stammbaum des Lebens

Worttrennung:

Do·mä·ne, Plural: Do·mä·nen

Aussprache:

IPA: [doˈmɛːnə], Plural: [doˈmɛːnən]
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -ɛːnə

Bedeutungen:

[1] ein Fachgebiet, ein Wissensgebiet
[2] ein landwirtschaftliches oder forstwirtschaftliches Gut des Staates
[3] ein großes Rittergut ab 1.000 Hektar
[4] Biologie: die höchste taxonomische Einheit in der biologischen Systematik
[5] Biochemie: eine eigenständige Teilstruktur eines Proteins
[6] Physik: abgegrenzter Bereich gleicher Polarisation in der Festkörperphysik (Ferroelektrizität und Ferromagnetismus); makroskopischer Bereich in einem kristallinen Festkörper
[7] Mathematik: reservierter Bereich bei einer Transformation, z.B. Fouriertransformation
[8] Soziolinguistik: ein Fachgebiet, für welches eine Sprache verwendet wird
[9] Kognitionswissenschaft: eine alternative Bezeichnung für ein kognitives Modul
[10] Informatik: ein abgrenzbares Problemfeld des täglichen Lebens in Softwaresystemen
[11] Informatik: eine Struktur im Internet
[12] Informatik: eine zentral verwaltete Computer-Netzwerkstruktur, häufig in lokalen Netzwerken anzutreffen, aufgebaut nach dem Client-Server-Prinzip

Herkunft:

[1–12] im 16. Jahrhundert von französisch domaine → fr entlehnt, das auf lateinisch dominium → la Herrschaft, Herrschaftsbereich zurückgeht; von lateinisch dominus → laHerr[1]

Synonyme:

[2] Staatsdomäne, Staatsgut
[5] Proteindomäne
[6] Anwendungsdomäne
[9] kognitives Modul
[11] Domain

Unterbegriffe:

[1] Männerdomäne, Frauendomäne
[4] Bakterien, Bacteria, Archaeen, Archaebakteria, Eukaryoten, Eukaryota, Eukarya
[11] Subdomain

Beispiele:

[1] Schach ist eine vorwiegend männliche Domäne.
[1] „Noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts schien Geographie als Kunst der Reisebeschreibung eher die Domäne der Feuilletons zu sein, nicht jene der Universitäten.“[2]
[2] 1803 folgte die Umwandlung der Vienenburg in eine Domäne (Staatsgut).
[3] Das Freilichtmuseum Domäne Dahlem ist das historische Rittergut des Dorfes Berlin-Dahlem. Nach dem Tod des letzten Gutsbesitzers Carl Friedrich von Beyme im Jahr 1838 verkaufte seine Tochter Charlotte Gerlach das Dorf 1841 an den preußischen Domänenfiskus. Dahlem war nun eine Domäne geworden.
[4] Carl R. Woese von der University of Illinois propagiert für die Einteilung der Lebewesen ein System mit drei Domänen, wobei die Unterteilung auf der unterschiedlichen Struktur der RNA basiert: Bakterien, Archaeen und Eukaryoten. Die Domäne ist bei Woese damit die höchste Klassifizierungskategorie von Lebewesen.
[4] Die Domäne der Eukaryoten wurde klassischerweise in Reiche (Tierreich, Pflanzenreich, Pilzreich, Protisten) untergliedert.
[5] Eine Proteindomäne ist ein Bereich innerhalb der Peptidsequenz eines Proteins, der aufgrund definierter Eigenschaften von seiner Umgebungssequenz unterschieden werden kann. Im Allgemeinen werden funktionelle Domänen und strukturelle Domänen definiert.
[6] Als Weiss-Bezirke (auch weisssche Bezirke) bezeichnet man beim Magnetismus mikroskopisch kleine magnetisierte Domänen in den Kristallen eines ferromagnetischen Stoffes. Proteine mit PDZ Domänen dienen als Gerüst in der Bildung großer Proteinkomplexe in subzellulären Bereichen der Zelle. Die Domäne bindet in einer sequenzspezifischen Weise an kurze C-terminale Peptide.
[7] Proteine mit PDZ-Domänen dienen als Gerüst in der Bildung großer Proteinkomplexe in subzellulären Bereichen der Zelle. Die Domäne bindet in einer sequenzspezifischen Weise an kurze C-terminale Peptide.
[8] Fishman war der erste, der den Begriff domain (Domäne) in der Bedeutung von 'Sprachgebrauchssituation' (zum Beispiel Familie, Nachbarschaft, Kirche, Schule…) gebrauchte, und er formulierte eine der Kernfragen der (Makro-) Soziolinguistik: 'Who speaks what language to whom, and when?'
[9] Zum einen erleichtern dynamische Ziele die Erstellung größerer Verhaltensnetzwerke, da sie erlauben, die Domäne in verschiedene Kontexte einzuteilen. In der Fußballdomäne können z.B. durch Relevanzbedingungen verschiedene Strategien für den normalen Spielverlauf, Standardsituationen, Angriff, Abwehr erzielt werden, ohne daß jedes Verhaltensmodul die kompletten Vorbedingungen der jeweiligen Situation enthalten muß. Die Vorbedingungen von Verhaltensregeln sowie das Hinzufügen neuer Verhaltensregeln werden dadurch einfacher.
[10] Unter einer Anwendungsdomäne, häufig auch verkürzend Domäne, versteht man in der Informatik und insbesondere in der Softwaretechnik ein abgrenzbares Problemfeld des täglichen Lebens oder - etwas spezieller - einen bestimmten Einsatzbereich für Computersysteme oder Software.
[11] Auf europäischer Ebene wird der rechtliche Rahmen für die Einführung der Top-Level-Domäne „.eu“ durch EU-Verordnungen abgesteckt.
[12] LAN und Domäne sind nicht dasselbe. LAN = Local Area Network. Eine Domäne = eine zentral verwaltete Computer-Netzwerkstruktur, sehr häufig in lokalen Netzwerken (LAN) anzutreffen, aufgebaut nach dem Server/Client-Prinzip. Also muss sich jeder PC am Server anmelden. Was bei einem einfachen LAN nicht der Fall ist.


Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1-6, 9, 10] Wikipedia-Artikel „Domäne
[3] Wikipedia-Artikel „Rittergut
[4] Wikipedia-Artikel „Domäne (Taxonomie)
[5] Wikipedia-Artikel „Anwendungsdomäne
[6] Wikipedia-Artikel „Domäne (Internet)
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Domäne
[*] canoo.net „Domäne
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonDomäne
[1, 2] The Free Dictionary „Domäne
[1, 2] Duden online „Domäne

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Domäne“, Seite 209.
  2. Christof Hamann, Alexander Honold: Kilimandscharo. Die deutsche Geschichte eines afrikanischen Berges. Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-8031-3634-3, Seite 52.