braaien

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braaien (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich braaie
du braaist
er, sie, es braait
Präteritum ich braaite
Konjunktiv II ich braaite
Imperativ Singular braai!
braaie!
Plural braait!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
gebraait haben
Alle weiteren Formen: Flexion:braaien

Worttrennung:

braai·en, Präteritum: braai·te, Partizip II: ge·braait

Aussprache:

IPA: [ˈbʁaɪ̯ən]
Hörbeispiele:
Reime: -aɪ̯ən

Bedeutungen:

[1] Namibia; transitiv, intransitiv: (im Freien zumeist in geselliger Runde) etwas bei offener Hitze auf dem Rost garen

Herkunft:

Das Wort ist afrikaansem[1] braai → af[2][3] ‚Gaar maak met droë hitte, bv. oor 'n vlam, kole, in 'n pan of in 'n oond, dikw. buite oor die kole vir gesellige verkeer.‘[4] entlehnt.

Synonyme:

[1] grillen
[1] schweizerisch: grillieren; mundartnah: bräteln

Sinnverwandte Wörter:

[1] barbecuen

Gegenwörter:

[1] brotzeln/brutzeln, braten
[1] süddeutsch: brägeln/bregeln
[1] dämpfen, dünsten
[1] kochen

Oberbegriffe:

[1] rösten

Beispiele:

[1] „Die Möglichkeit selbst zu kochen oder zu braaien wird es nur noch auf dem Camping-Platz geben, wie Snyders erklärt.“[5]
[1] „Wir wollten ein schönes Wochenende haben, bisschen draußen braaien.[6]
[1] „Aber auch das Essen beim namibischen Fest versetzt Lara Hass in Aufregung: ‚Es ist schon etwas Besonderes, an Weihnachten kein Festmahl zu machen, sondern zu braaien.‘ […] Gebraait wird aber auch bei den Nama und Damara, wie Rodney Swartbooi erzählt. […] Am ersten Weihnachtstag kochen die Frauen, die Männer braaien das Fleisch.“[7]
[1] „Sie sagen ‚Ich bin auf Pad‘, wenn sie sich auf einem Weg oder einer Straße befinden, reden von ‚braaien‘, wenn sie grillen meinen, oder sagen ‚Ich krieg kalt‘.“[8]
[1] „Mein Essen braai ich somma alles an dem Abend, wenn die Gäste da sind.“[9]
[1] „Bei jeder Gelegenheit im Jahr kommen Freunde aller Altersklassen zusammen, genießen einen einzigartigen afrikanischen Sonnenuntergang, braaien und nageln um die Wette oder verbringen schöne Tage auf der jährlichen DASUP-Tour.“[10]
[1] „Natürlich werden dabei Würste und Fleisch gebraait.[11]
[1] „[…] Deswegen habe ich bei meinem Dinner auch mehr gebraait, das kann ich besser als kochen.“[12]
[1] „Wir trainieren morgen Vormittag und werden nachmittags ein bisschen braaien.[13]
[1] „Ich war gegen 19.30 Uhr kurz draußen und habe ein wenig Rauch gesehen und gedacht, wer braait so etwas Widerliches.“[14]

Wortbildungen:

Substantiv: Braaier

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalbraaien
[1] Birte Kellermeier-Rehbein: Sprache in postkolonialen Kontexten Ⅱ. Varietäten der deutschen Sprache in Namibia. In: Thomas Stolz, Ingo H. Warnke, Daniel Schmidt-Brücken (Herausgeber): Sprache und Kolonialismus. Eine interdisziplinäre Einführung zu Sprache und Kommunikation in kolonialen Kontexten. Walter De Gruyter, Berlin/Boston 2016, ISBN 978-3-11-044993-8, Seite [ohne Seitenangabe] (E-Book; Google Books).
[*] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Stichwort »Braai«, Seite 128.

Quellen:

  1. Gisela Binde: Gel(i)ebte Zeit. Im Dachzelt durch Afrika und wieder nach Deutschland zurück. Pro BUSINESS/Book on Demand, [sine loco] 2016, ISBN 978-3-86460-216-0, Seite [ohne Seitenangabe] (E-Book; zitiert nach Google Books).
  2. F.F. Odendal, R.H. Gouws; Laetitia Botha, Irène Wasserfall (Herausgeber): HAT, Verklarende Handwoordeboek van die Afrikaanse Taal. Pearson Education South Africa, Kaapstad 2005, ISBN 978-1-86891-243-8, Seite 119 (Zitiert nach Google Books).
  3. Jana Luther (Herausgeber): HAT, Afrikaanse skoolwoordeboek. Vir sukses in die klas. Pearson Education South Africa, Kaapstad 2009, ISBN 978-1-77025-595-1, Seite 81 (Zitiert nach Google Books).
  4. etymologiebank.nl (Datenbank niederländischer und afrikaanser etymologischer Wörterbücher): „braden
  5. Radikalkur für Etosha-Camps. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 13. Februar 2007, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 19. November 2017).
  6. Eric Sell: Ring frei für die Nam-Slang-Kontroverse. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 27. April 2007, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 19. November 2017).
  7. Bescherung bei 40 Grad Celsius. In: Trierischer Volksfreund. 22. Dezember 2009 (Ausgabe Trierer Zeitung).
  8. Nadine Ahr: Die Ossis aus Namibia. In: Zeit Online. Nummer 45, 4. November 2010, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 12. November 2017).
  9. EES [Eric Sell]: Das perfekte „Braai“-Dinner. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 8. Juli 2011, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 19. November 2017).
  10. Vorstand des DASUP: Bilanz 2011: DASUP bringt viel Abwechslung in den Studentenalltag. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 6. Januar 2012, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 19. November 2017).
  11. Namibia-Fest in Röhrse. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 30. Mai 2012, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 19. November 2017).
  12. Benjamin Schaller: Das perfekte namibische Dinner. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 7. November 2014, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 19. November 2017).
  13. Jacques Burger: Rugby-Kapitän Burger: „Nach der WM ist Schluss!“ In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 3. August 2015, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 19. November 2017).
  14. Erwin Leuschner: Großbrand im Walsvis Bayer Modegeschäft. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 22. Februar 2016, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 19. November 2017).