Wadi

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Wadi (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Wadi

die Wadis

Genitiv des Wadis

der Wadis

Dativ dem Wadi

den Wadis

Akkusativ das Wadi

die Wadis

[1] Sturzflut im Wadi al-Ḫaynaġ, Jemen; Aufnahme vom 28. März 2007
[1] Wadi Naḥal Pārān in der Negev-Wüste im östlichen Südbezirk, Israel; Aufnahme vom 27. Juli 2007
[1] Wadi Tissint in der Provinz Ṭāṭā, Marokko; Aufnahme vom 23. August 2011
[1] Wadi Bani Ḫalid in der Region aš-Šarqiyya nördlich der Wüste Rimāl Āl Wahība im Gouvernement Maskat, Oman; Aufnahme vom 5. Januar 2014

Worttrennung:

Wa·di, Plural: Wa·dis

Aussprache:

IPA: [ˈvaːdi]
Hörbeispiele:
Reime: -aːdi

Bedeutungen:

[1] Geografie: talartiges Trockenbett bei Flüssen in den Wüstengebieten Nordafrikas und des Vorderen Orients, das nur nach heftigen, periodischen oder episodischen Regenfällen zeitweise Wasser führt

Herkunft:

Das Wort wurde aus dem arabischen وَادِي‎ (DMGwādī) →arTal; Schlucht[1][2], einer Ableitung zu وَادٍ‎ (DMGwādin) →arTal; (trockenes) Flusstal, Flussbett; Fluss[1][2][3], entlehnt[4].

Synonyme:

[1] Trockenbach, Trockenfluss

Sinnverwandte Wörter:

[1] Fluss, (trockenes) Flussbett, Sandbett, Trockenbett, Trockenlauf
[1] Creek, Donga, Fleh/Vleh/Vlei/Vley, Omuramba, Rivier

Oberbegriffe:

[1] Fluss, Flussbett, Trockental

Unterbegriffe:

[1] siehe Liste bekannter Wadis auf Wikipedia-Artikel „Wadi“ (Stabilversion)
[1] Wadi Draa, Wadi el Hasa, Wadi Ha Arava, Wadi Miyah, Wadi Musa

Beispiele:

[1] „Aber auch die südlichen Randketten um Gafsa und der Schott-Region sowie die Wadis des Steppentieflandes sind betroffen.“[5]
[1] „Die Dorfbevölkerung wird motiviert, Ufer von Flußbetten (Wadis), in denen nur wenige Tage im Jahr reißende Ströme fließen und die sonst trockenliegen, durch Anpflanzung von Bäumen zu befestigen, so daß weniger fruchtbarer Boden fortgespült wird.“[6]
[1] „Als die Frühmenschen in dieser Gegend Jordaniens lebten, jagten und Pflanzen sammelten, dürfte das Wadi, das heutige Trockental, ständig Wasser geführt haben.“[7]
[1] „Die Pantherin gehörte zu fünf sorgfältig geschützen Tieren, die in den Hügeln und Wadis (ausgetrocknete Flußtäler) der Wüste Judäa leben, die sich über den Süden Israels und das besetzte Westjordanland erstreckt.“[8]
[1] „Ein Vergleich mit Luftbildern der Royal Air Force, die vor 20 Jahren über dem obersten Teil des Wadis aufgenommen wurden, zeigt, dass in einigen Jahren nicht mehr viele Zeugen der einstigen Kulturlandschaft erhalten sein werden.“[9]
[1] „Fünf Stunden geht es täglich in leichtem Andante dahin. Über krümelige Hänge, ausgetrocknete Flußbetten und weite Wadis.[10]
[1] „Die Route führt durch eine bizarre Wüstenlandschaft mit weiten Wadis und engen Schluchten.“[11]
[1] „Anders hingegen in Jordanien: ‚Wir waren in riesigen Wadis - das sind wasserlose Flusstäler - nahe dem Toten Meer, an über 100 Meter hohen Felswänden, wo schon an der Gesteinsoberfläche Fossilien in enormer Menge und hervorragendem Zustand zu erkennen waren‘, berichtet der Forscher.“[12]
[1] „Etwa zehn Kilometer winden wir uns durch schroffe Wadis, zwischen Militärlagern, Siedlungen und Beduinenzelten hindurch.“[13]
[1] „Schon jetzt dürfen Unifil-Helikopter nicht mehr über allen Gebieten Südlibanons fliegen, «weil Hisbollah einige Wadis in der Grenzregion zum militärischen Sperrgebiet erklärt hat».“[14]
[1] „Schließlich verlieren sich die phantastischen Konturen der Wadis, wie die ausgetrockneten Flusstäler genannt werden, im dichter werdenden Nebelmeer über der weiten Jordansenke.“[15]
[1] „Ein Blick in das Gesicht der Wüste: kein Aufenthalt ohne Trip durch die Wadis (Wasserläufe) oder Fahrt durch die Dünen.“[16]
[1] „Unten im Wadi lagerten Hunderte Kamele um einen grünlich schimmernden Teich; das Echo ihres dumpfen Gegröles hallte durch die Schlucht.“[17]
[1] „Die kleine, enge Propellermaschine fliegt über winzige Felseninseln, Korallenbänke leuchten farbig, dann biegt sie ab in das Gebirge, das wie eine faltige Greisenhand gekrümmte Felsenfinger ins Meer streckt, torkelt an den schroffen Bergwänden entlang durch die immer enger werdenden Schluchten der Wadis. Vereinzelt sind kleine Gehöfte, bebaute Terrassen erkennbar, das Wadi weitet sich zur nördlichen Küste hin, Khasab.“[18]
[1] „Es gibt die selbst am Ende der Trockenzeit noch grünen Flusstäler, die Wadis.[19]
[1] „Die schwersten Regenfälle seit 30 Jahren haben die Wadis überschwemmt und damit jeden Straßenverkehr unmöglich gemacht.“[20]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Renate Wahrig-Burfeind (Herausgeber): Wahrig, Fremdwörterlexikon. 4. Auflage. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh/München 2001, ISBN 978-3-577-10603-0, Stichwort »Wadi«, Seite 997.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Stichwort »Wadi«, Seite 1879.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Stichwort »Wadi«, Seite 1423.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Fremdwörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 10., aktualisierte Auflage. Band 5, Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2010, ISBN 978-3-411-04060-5, DNB 1007274220, Stichwort »Wadi«, Seite 1088.
[1] Nabil Osman (Herausgeber): Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft. 8. Auflage. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60155-2, DNB 1000847020, Stichwort »Wadi«, Seite 126.
[1] Duden online „Wadi
[1] wissen.de – Wörterbuch „Wadi
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Wadi“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Wadi
[1] Wikipedia-Artikel „Wadi
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Wadi
[*] canoonet „Wadi
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalWadi
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Wadi

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Dr. Rohi Baalbaki: Al-Mawrid. A Modern Arabic–English Dictionary. 7. Auflage. DAR EL-ILM LILMALAYIN, Beirut 1995, Stichwort »وادٍ (الوادِي)‎«, Seite 1217.
  2. 2,0 2,1 Hans Wehr, unter Mitwirkung von Lorenz Kropfitsch: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Arabisch - Deutsch. 5. Auflage. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1985, ISBN 3-447-01998-0, DNB 850767733, Stichwort »واد‎«, Seite 1388.
  3. Götz Schregle, unter Mitwirkung von Fahmi Abu l-Fadl, Mahmoud Hegazi, Tawfik Borg, Kamal Radwan: Deutsch-Arabisches Wörterbuch. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1974, ISBN 3-447-01615-9, Stichwort »Flussbett«, Seite 409 und Stichwort »Tal«, Seite 1179.
  4. Nabil Osman (Herausgeber): Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft. 8. Auflage. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60155-2, DNB 1000847020, Stichwort »Wadi«, Seite 126.
  5. Horst Mensching, Klaus Giessner, Günther Stuckmann: Die Hochwasserkatastrophe in Tunesien im Herbst 1969. In: Geographische Zeitschrift. Heft 2, August 1970, ISSN 0016-7479, Seite 83 (JSTOR, abgerufen am 26. März 2015).
  6. Klaus Otto Nass: Viel Geduld für viele kleine Schritte. Geber und Empfänger müssen umlernen. In: DIE ZEIT. Nummer 3, 10. Januar 1986, ISSN 0044-2070, Seite 05 (DIE ZEIT-Archiv, abgerufen am 26. März 2015).
  7. Zehnköpfige Forschergruppe der Naturhistorischen Gesellschaft unternahm Erkundigungen in Südjordanien. In: Nürnberger Nachrichten. 23. Mai 1990, Seite 15.
  8. Israel: Militärs töten geschützten Panther. In: Süddeutsche Zeitung. 20. September 1993, ISSN 0174-4917, Seite 10.
  9. Oliver Bosshard: Tal der verschwundenen Gärten. In: Zürcher Tagesanzeiger. Nummer 42, 1. November 1996, Seite 76.
  10. Stefan Schomann: In Südtunesien auf die sanfte Tour. In: Frankfurter Rundschau. 25. Januar 1997, ISSN 0940-6980, Seite 1.
  11. Reisetipps. In: Vorarlberger Nachrichten. 3. Oktober 1998, Seite F3.
  12. Fische und Schnecken inmitten der Wüste. In: Sächsische Zeitung. 13. April 2000, Seite 29.
  13. Eine ganz gewöhnliche Fahrt nach Nablus. Von „Insel“ zu „Insel“ im besetzten Westjordanland. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. Dezember 2001, ISSN 0376-6829, Seite 7.
  14. Hisbollah/Südlibanon. In: Berner Zeitung. 13. März 2002, Seite 7.
  15. Bewohner des Dorfs Dana. In der Silberwerkstatt. Wind und Wasser … In: Wiener Zeitung. 17. November 2000, Seite 9.
  16. Dubai. In: Berliner Kurier. Nummer 272, 6. Oktober 2002, Seite 28.
  17. Der Fluß, der kehrtmachte. In: Format. Das Magazin für Politik, Wirtschaft & Wissen. 24. Oktober 2002, Seite 108.
  18. Birgit Biehl: Splitter im Sand. Lektionen am Wege. ATHENA-Verlag, Oberhausen 2004, Seite 161.
  19. Durch das Land der Königin von Saba. In: Hamburger Morgenpost. 27. April 2005, Seite 36–37.
  20. Warten auf Europa – jenseits von Darfur. In: Hannoversche Allgemeine. 4. September 2007, Seite 4.
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