Marstall

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Marstall (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Marstall

die Marställe

Genitiv des Marstalls
des Marstalles

der Marställe

Dativ dem Marstall

den Marställen

Akkusativ den Marstall

die Marställe

Worttrennung:

Mar·stall, Plural: Mar·stäl·le

Aussprache:

IPA: [ˈmaʁʃtal]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] Stallungen für Pferde und Wagen eines Fürsten, welche oftmals die Gebäude für Pferde, Wagen, Kutschen und Geschirr umfassen
[2] Gesamtheit der Pferde eines Fürsten

Herkunft:

seit dem 9. Jahrhundert bezeugt; aus dem Althochdeutschen marahstal, welches aus marah-Pferd (Mähre)“ und stalStall“ zusammengesetzt ist; vergleiche Marschall[1]

Oberbegriffe:

[1] Stall

Beispiele:

[1] In der Barockepoche wurden Marställe oft aufgedonnerter und üppig, sodass sich seine Bedeutung auch auf Hofreitschulen und Reithallen erweiterte.
[1] Kurfürst Joachim II. von Brandenburg ließ während des Erweiterungsbaues des Berliner Schlosses einen Marstall errichten, der im Laufe der Geschichte seine Bedeutung änderte, mal Audienz- und mal Wohnräume aufnahm, und, überbaut und verändert, bis zu seiner von der DDR gewollten Sprengung 1950 stand.
[1] Der einst von Kaiser Wilhelm II. errichtete Neue Marstall vor dem Berliner Schloss, welcher zur Unterbringung der 300 Pferde sowie der Kutschen und Schlitten des kaiserlichen Hofes diente, ist heute eine Bibliothek.
[2] Der fürstliche Marstall umfasst mehr als 500 Rösser, 20 Prachtequipage, einen im Nordosten angebautes Reithaus und die Augsburger Silbergeschirrsammlung mit 300 Buffets.

Charakteristische Wortkombinationen:

Substantive: Schloss, Residenz, Fürsten, Pferde
Adjektive: alter, ehemaliger, fürstlicher, kaiserlicher, königlicher, musealer Marstall

Wortbildungen:

[1] Marstaller, Obermarstallmeister, Oberstmarstallmeister, Großmarstallmeister

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Wikipedia-Artikel „Marstall
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Marstall
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Marstall
[*] canoo.net „Marstall
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonMarstall
[1, 2] The Free Dictionary „Marstall

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 601.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Marschall