Gasse

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Gasse (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Gasse die Gassen
Genitiv der Gasse der Gassen
Dativ der Gasse den Gassen
Akkusativ die Gasse die Gassen
[1] Eine venezianische Gasse
[2] Eine Wiener Gasse

Worttrennung:

Gas·se, Plural: Gas·sen

Aussprache:

IPA: [ˈɡasə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Gasse (Info)
Reime: -asə

Bedeutungen:

[1] enge Straße, schmaler Weg zwischen Zäunen oder Mauern
[2] vor allem in Österreich: (Quer-)Straße

Herkunft:

von mittelhochdeutsch gazze, althochdeutsch gazza. Das Wort ist seit dem 10. Jahrhundert belegt.[1]

Verkleinerungsformen:

[1] Gässchen, Gässlein, Gässli, Gasserl

Oberbegriffe:

[1] Weg

Unterbegriffe:

[1] Boxengasse, Dorfgasse, Nebengasse, Sackgasse, Seitengasse, Stadtgasse

Beispiele:

[1] Einsam geh ich durch die Gassen.
[1] „Unterwegs durch die Gassen Krakaus fiel mir auf, was ich noch alles hätte erwähnen können.“[2]
[1] Marie Lechner, die nach kurzem Aufstieg und raschem Niedergang den Weg zurück in die freudlose Gasse gefunden hatte, lebte noch immer siech und elend bei ihrer Mutter, der Wäscherin, und ihrem Vater, dem ewig betrunkenen Invaliden. [3]
[1] „Durch diese hohle Gasse muss er kommen, Es führt kein andrer Weg nach Küssnacht.“[4]
[2] „Die rund 400 Ausnahmeschilder, die bisher auf Ausfallrouten wie Triester Straße und Hadikgasse Tempo 60 beziehungsweise 70 erlaubt haben, sind weg.“[5]

Redewendungen:

[1] in allen Gassen von etwas reden, dem Recht eine Gasse hauen, Gassenfeger (zugkräftiges Fernsehspiel), Gassi gehn (mit dem Hund spazieren gehen, Spruch: Was das Kind auf der Gasse spricht, hat der Eltern Angesicht.

Wortbildungen:

Gassenhauer, Gassenfee, Gassenlaufen, Rettungsgasse

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Gasse
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Gasse“.
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Gasse
[1] canoo.net „Gasse
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonGasse
[1] The Free Dictionary „Gasse

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Gasse“, Seite 332.
  2. Radek Knapp: Gebrauchsanweisung für Polen. 5. Auflage. Piper, München, Zürich 2011, Seite 148. ISBN 978-3-423-492-27536-1.
  3. Hugo Bettauer: Die freudlose Gasse. In: Projekt Gutenberg-DE. Kapitel 19 - Verlöschendes Licht. (URL).
  4. Friedrich Schiller: Wilhelm Tell. In: Projekt Gutenberg-DE. Kapitel 15 (URL).
  5. Tempodebatte mit Vollgas. In: Der Standard digital. 27. Dezember 2005 (URL, abgerufen am 12. September 2015).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Asse, Gase, Gassi, Gosse, Güsse