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Ablass

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Singular Plural
Nominativ der Ablass die Ablässe
Genitiv des Ablasses der Ablässe
Dativ dem Ablass
dem Ablasse
den Ablässen
Akkusativ den Ablass die Ablässe
[2] Bedingungen zur Gewinnung des vollkommenen und unvollkommennen Ablasses

Nicht mehr gültige Schreibweisen:

Ablaß

Worttrennung:

Ab·lass, Plural: Ab·läs·se

Aussprache:

IPA: [ˈapˌlas]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Ablass (Info), Lautsprecherbild Ablass (Info)

Bedeutungen:

[1] technische Einrichtung zum Ablassen von Flüssigkeiten und Gasen
[2] Katholizismus: Erlass oder Nachlass von Bußstrafen (nicht aber von Sünden) für Lebende oder Verstorbene, der als von Gott geschenkt durch die Kirche vermittelt wird

Herkunft:

mittelhochdeutsch abelāz, althochdeutsch ablāz vor allem: „Nachlass der Sündenschuld, Vergebung der Sünden“, belegt seit dem 9. Jahrhundert; ab 11. Jahrhundert auch Bedeutungsentlehnung von kirchenlateinisch indulgentia  la „Nachlass von Sündenstrafen“[1][2]

Synonyme:

[1] Auslass, Ausfluss, Abfluss, Stutzen, Ventil
[2] Absolution, Freisprechung, Lossprechung, Vergebung

Unterbegriffe:

[2] Allerseelenablass

Beispiele:

[1] Das Fass hat keinen Ablass.
[2] Johann Tetzel verkaufte jede Menge Ablässe.
[2] "Ablaß (Indulgenz), ursprünglich Nachlaß einer von der Kirche auferlegten Bußleistung."[3]
[2] „Welche Sprengkraft davon ausging, verdeutlicht die Tatsache, dass eine Ablasskampagne Martin Luther auf den Plan rief, ein Ablass mittelbar die Reformation auslöste.“[4]
[2] „Hinzu kamen 3000 Dukaten an Organisationskosten für den Ablass, mit dem das Geld in den Territorien Albrechts eingeworben werden sollte.“[5]

Wortbildungen:

[1, 2] ablassen
[1] Ablassballon, Ablassschraube, Ablassventil, Ölablassschraube
[2] Ablassbrief, Ablassgeld, Ablasshandel, Ablasshändler, Ablassjahr, Ablassprediger, Ablassprivileg, Ablasstafel, Ablassurkunde, Ablassverzeichnis

Übersetzungen

[Bearbeiten]
[2] Wikipedia-Artikel „Ablass
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Ablass
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Ablaß
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalAblass

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Ablaß“, Seite 7.
  2. Wolfgang Pfeifer [Leitung]: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-03358-4, Stichwort „Ablaß“.
  3. Meyers Konversations-Lexikon (1888-1889)
  4. Dem Vergessen entrissen!. Spätmittelalterliche Bücherschätze aus Duderstädter Sammlungen. Von Butterbriefen, Aderlass und Seelenheil. Herausgegeben im Auftrag der Propstei St. Cyriakus Duderstadt, der Stadt Duderstadt und des Heimatvereins Goldene Mark e.V. von Sandra Kästner, Frank-Joachim Stewing, Monika Suchan und Monika Tontsch; Auswahl und Texte Frank-Joachim Stewing. Mecke, Duderstadt 2018, ISBN 978-3-86944-184-9, Seite 32.
  5. Bruno Preisendörfer: Als unser Deutsch erfunden wurde. Reise in die Lutherzeit. 7. Auflage. Galiani, Berlin 2016, ISBN 978-3-86971-126-3, Seite 91.
Singular m Singular f Plural 1 Plural 2
Nominativ der Ablass
(Ablass)
die Ablass
(Ablass)
die Ablass die Ablassens
Genitiv des Ablass
Ablass’
der Ablass
(Ablass)
der Ablass der Ablassens
Dativ dem Ablass
(Ablass)
der Ablass
(Ablass)
den Ablass den Ablassens
Akkusativ den Ablass
(Ablass)
die Ablass
(Ablass)
die Ablass die Ablassens
siehe auch: Grammatik der deutschen Namen
[1] Werner Ablass, Autor (1949–2018)

Anmerkung:

Der mündliche, umgangssprachliche Gebrauch des Artikels bei Nachnamen ist nicht einheitlich. Norddeutsch gebraucht man tendenziell keinen Artikel, mitteldeutsch ist der Gebrauch uneinheitlich, in süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Idiomen wird der Artikel tendenziell gebraucht.
Für den Fall des Artikelgebrauches gilt: der „Ablass“ – für männliche Einzelpersonen, die „Ablass“ im Singular – für weibliche Einzelpersonen; ein oder eine „Ablass“ für einen Angehörigen oder eine Angehörige aus der Familie „Ablass“ oder der Gruppe der Namenträger. Die im Plural gilt für die Familie oder alle Namenträger gleichen Namens. Der schriftliche, standardsprachliche Gebrauch bei Nachnamen ist prinzipiell ohne Artikel.

Alternative Schreibweisen:

Ablas, Ablaß

Worttrennung:

Ab·lass, Plural 1: Ab·lass, Plural 2: Ab·las·sens

Aussprache:

IPA: [ˈapˌlas]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Ablass (Info)

Bedeutungen:

[1] deutschsprachiger Nachname, Familienname

Abkürzungen:

[1] A.

Namensvarianten:

[1] Ablasser

Bekannte Namensträger: (Links führen zu Wikipedia)

Beispiele:

[1] Frau Ablass arbeitet als Parkettlegerin.
[1] Herr Ablass schreibt gerne lange Texte.
[1] Die Ablassens fliegen heute nach Hobart.

Charakteristische Wortkombinationen:

mit Anrede: Herr/Frau Ablass; veraltet: Fräulein Ablass
mit Titel: Doktor/Professor/Privatdozent/Universitätsprofessor Ablass; Ablass der Ältere/der Jüngere; Ablass junior/senior; Direktor/Hofrat/Meister Ablass; Bruder/Pfarrer/Schwester Ablass

Übersetzungen

[Bearbeiten]
[1] Wikipedia-Artikel „Ablass (Familienname)
[1] Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands: „Ablass
[1] „Ablass“ bei Geogen Deutschland 3.2 Online. Bei Geogen Deutschland v4: „Ablass“
[1] Verein für Computergenealogie: MetasucheAblass
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalAblass
[1] Ablass bei forebears.io

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Anlass, Atlas, blass
Anagramme: Balsas