poltern

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poltern (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb, intransitiv[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich poltre
poltere
du polterst
er, sie, es poltert
Präteritum ich polterte
Konjunktiv II ich polterte
Imperativ Singular poltre!
poltere!
Plural poltert!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
gepoltert haben
Alle weiteren Formen: Flexion:poltern
[3] Bei einem Polterabend wird laut gepoltert, indem viel Geschirr zerschlagen wird.

Worttrennung:

pol·tern, Präteritum: pol·ter·te, Partizip II: ge·pol·tert

Aussprache:

IPA: [ˈpɔltɐn]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild poltern (Info)
Reime: -ɔltɐn

Bedeutungen:

[1] durch Rumpeln oder durch Stoßen gegen etwas zu lärmen (lauter als klappern, leiser als donnern)
[2] (übertragen:) grob schimpfen
[3] umgangssprachlich: Polterabend feiern

Sinnverwandte Wörter:

[1] rumpeln
[2] schelten, schimpfen, tadeln

Gegenwörter:

[1] leise sein; auch: schleichen
[2] loben

Oberbegriffe:

[1] lärmen
[2] beurteilen

Beispiele:

[1] Der Marder polterte im Dachboden ganz schön herum.
[1] Es polterte im ganzen Haus, als der Stapel Kisten umfiel.
[1] Es ist ohne jeden Zweifel Mittwoch; denn unüberhörbar werden die Mülltonnen aus dem Hof auf die Straße gerollt. Das rumpelt und poltert als würde ein kleiner Güterzug durch den Hausflur fahren.[1]
[1] Die Donner des entfernten Gewitters polterten grummelnd über uns hinweg.
[2] Bei der geringsten Unachtsamkeit poltert er sofort los.
[2] Noch in seiner Regierungserklärung im Januar 2015 polterte Linkspremier Alexis Tsipras gegen den "Ausverkauf" von Staatsvermögen.[2]
[2] Deutschland wird "total von Russland kontrolliert", poltert US-Präsident Trump beim NATO-Gipfel.[3]
[2] Georg Winkens, ein Proband der Studie, der während der Pressekonferenz eher mürrisch auf seinem Stuhl saß, polterte bei der einzigen Frage an ihn: „Ich halte die Diskussion für überhitzt, wir sollten die Kirche im Dorf lassen. […]“[4]
[3] „Mitunter polterten mehr Gäste als zur Hochzeit geladen waren.“[5]
[3] Für Glück und reichlich Nachwuchs wurden dem Brautpaar früher Nüsse ins Schlafzimmer geworfen - es wurde "gepoltert".[6]
[3] Im Mittelpunkt des Polterabends steht der Brauch, böse Geister zu vertreiben, indem man Porzellan zerdeppert. Dann heißt es: Poltern, was das Zeug hält.[7]

Wortbildungen:

Gepolter, Polterabend, Polterer, Poltergeist
herumpoltern

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „poltern
[1] canoonet „poltern
[1–3] Duden online „poltern
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalpoltern

Quellen:

  1. Michael Utz: Deutsch lernen - Sprachbar - Geräusche. In: Deutsche Welle. 31. August 2006 (URL, abgerufen am 25. August 2018).
  2. Jannis Papadimitriou: Europa - Athen verkauft weiteres Tafelsilber. In: Deutsche Welle. 10. Mai 2017 (URL, abgerufen am 25. August 2018).
  3. Christian F. Trippe: Deutsch-russisches Gasprojekt - Trump giftet gegen Gasleitung. In: Deutsche Welle. 11. Juli 2018 (URL, abgerufen am 25. August 2018).
  4. Judith Hartl: Stickstoffdioxid - Einsicht ja, Reue nein: Wissenschaftler legen NO2-Studie an Menschen offen. In: Deutsche Welle. 2. Februar 2018 (URL, abgerufen am 25. August 2018).
  5. Susanne Dell, Reinhard Schwenecke: Das Altmark-Dorf LETZLINGEN: Erlebtes und Nachgeforschtes. BoD – Books on Demand, 2014, Seite 59 (Google Books, abgerufen am 20. August 2016)
  6. Verena Sohns: Die Königliche - Die Walnuss ist ein mächtiger Baum. Er spendet Schatten, schenkt Nüsse und liefert wertvolles Holz. In: Landlust. 1. September 2018, ISSN 1863-8074, Seite 126
  7. Polterabend: Bräuche und Tipps. brigitte.de, G+J Medien GmbH, Hamburg, Deutschland, 22. Februar 2018, abgerufen am 25. August 2018 (Deutsch).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Polder