null und nichtig

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null und nichtig (Deutsch)[Bearbeiten]

Adverb, Wortverbindung[Bearbeiten]

Worttrennung:

null und nich·tig

Aussprache:

IPA: [ˈnʊl ʔʊnt ˈnɪçtɪç]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild null und nichtig (Info)

Bedeutungen:

[1] emotional verstärkend: (rechtlich) gänzlich ungültig

Herkunft:

Das Adjektiv null kommt in der deutschen Rechtssprache seit dem 16. Jahrhundert vor.[1] Die damit gebildete stabreimende Zwillingsformel null und nichtig entstammt ebenfalls der Rechtssprache[1][2] und ist seit 1522 bekannt[3].

Sinnverwandte Wörter:

[1] gegenstandslos, rechtsungültig, rechtsunwirksam, ungültig, unwirksam

Beispiele:

[1] Damit sind alle getroffenen Vereinbarungen null und nichtig.
[1] „Jetzt erst erschien ihm ihre Ehe wirklich null und nichtig.[4]
[1] „Die DNVP forderte die Regierung auf, den Versailler Vertrag für null und nichtig zu erklären.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] etwas für null und nichtig erklären; null und nichtig sein/werden

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Buch der Zitate und Redewendungen. 2. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-71802-3, Stichwort »Null«, Seite 551.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04114-5, Stichwort »null«, Seite 539.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 6. Band Lein–Peko, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04793-3, DNB 965409120, Stichwort »null«, Seite 2764.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Stichwort »null«, Seite 1220.
[1] Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »nichtig«.
[1] Duden online „null
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „nichtig
[1] The Free Dictionary „nichtig
[1] Klaus Müller (Herausgeber): Lexikon der Redensarten. Herkunft und Bedeutung deutscher Redewendungen. Bassermann Verlag, München 2005, ISBN 3-8094-1865-X, DNB 974926760, „null und nichtig“, Seite 442.
[1] Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 2: Hanau–Saite, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 2009, ISBN 978-3-9811483-8-1, DNB 998963240 (Neuausgabe), unter „null“, Seite 1101.
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonnull+und+nichtig

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 2: Hanau–Saite, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 2009, ISBN 978-3-9811483-8-1, DNB 998963240 (Neuausgabe), unter „null“, Seite 1101.
  2. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „null und nichtig“.
  3. Klaus Müller (Herausgeber): Lexikon der Redensarten. Herkunft und Bedeutung deutscher Redewendungen. Bassermann Verlag, München 2005, ISBN 3-8094-1865-X, DNB 974926760, „null und nichtig“, Seite 442.
  4. Botho Strauß: Niemand anderes. 2. Auflage. Carl Hanser Verlag, München/Wien 1987, ISBN 3-446-14890-6, Seite 81 (Zitiert nach Google Books).
  5. Frederick Taylor: Inflation. Der Untergang des Geldes in der Weimarer Republik und die Geburt eines deutschen Traumas. 1. Auflage. Siedler Verlag, München 2013, ISBN 9783827500113, Seite 294

Ähnliche Wörter:

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