Sahel

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Sahel (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Sahel

Genitiv des Sahel
des Sahels

Dativ dem Sahel

Akkusativ den Sahel

[1] Lage des Sahel
[2] Blick auf einen Teil des Sahel
[3] Lage des Sahel im Hinterland um Algier

Worttrennung:
Sa·hel, kein Plural

Aussprache:
IPA: [zaˈheːl],[1] auch: [ˈzaːhɛl][1]
Hörbeispiele:
Reime: -eːl

Bedeutungen:
[1] dünnbesiedelter, breiter Randbereich von West- nach Ostafrika südlich der Sahara
[2] dichtbesiedelte, östliche Küstenlandschaft von Tunesien (im engeren Sinne ist damit nur das Hinterland des Golfes von Hammamet gemeint)
[3] Algeriens zentrale Küstenlandschaft samt deren Hinterland, besonders im Bereich der Kabylei

Herkunft:
Das Wort ist dem arabischen سَاحِل‎ (DMGsāḥil) →arGestade, Küste, Meeresufer;[2] Rand der Wüste‘ entlehnt.[3][4]

Beispiele:
[1] „Ein rettendes Ufer, das war der Sahel für die Wüstenbewohner, denn dort gab es Wasser, Hirse, Weiden, dort begegneten sich hellhäutige, nomadische Viehzüchter und negride Bauern und Städter, dort trafen moslemische auf uralte schwarzafrikanische Glaubensvorstellungen.“[5]
[1] „Der Tourismus, der einzige nennenswerte Wirtschaftszweig im dünn besiedelten Sahel, ist längst eingebrochen.“[6]
[1] „Nachdem die dschihadistischen Gruppen aus ihren Entstehungsgebieten in Algerien weitgehend vertrieben worden waren, verbreiteten sie sich im Sahel und formten militärische Strukturen nach dem Muster der somalischen al-Shabaab oder des Islamischen Staats (IS) in Syrien und im Irak.“[7]
[2] „Solche Ostlagen (‚Chergui‘-Lagen, die sehr häufig dem östlichen Zentraltunesien, besonders dem Sahel, Niederschläge bringen) gehören zum typischen Wettergeschehen Tunesiens und wurden als solche vielfach beschrieben (…).“[8]
[2] „Wohnhöhlen im Fels sollten einst vor Überfällen schützen Jenseits der Zentraltunesischen Steppe und des Sahel von Sfax beginnen die Weiten des Grand Sud.“[9]
[3] „Amphitheatralisch steigt die Hauptstadt Algeriens aus einer riesigen, halbmondförmigen Bucht an den Hängen des Sahels empor.“[10]

Charakteristische Wortkombinationen:
[1, 2] im Sahel

Wortbildungen:
[1] Sahelland, Sahelregion, Sahelstaat, Sahelzone

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Sahelzone
[2] Wikipedia-Artikel „Sahel (Tunesien)
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Sahel
[*] canoonet „Sahel
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Sahel
[*] The Free Dictionary „Sahel
[1] Duden online „Sahel
[1] wissen.de – Lexikon „Sahel
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonSahel
[2] Meyers Lexikonredaktion (Herausgeber): Duden, Das Neue Lexikon in zehn Bänden, mit rund 100 000 Stichwörtern und über 7 500 meist farbigen Abbildungen, Spezialkarten, Tabellen und Übersichten im Text. 3. Auflage. Band 8: Raff – Siem, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1996, ISBN 3-411-04383-0, Stichwort »Sahel«, Seite 2957.
[1, 3] Nabil Osman (Herausgeber): Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft. 8. Auflage. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60155-2, DNB 1000847020, Stichwort »Sahel«, Seite 105.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Stefan Kleiner, Ralf Knöbl und Dudenredaktion: Duden Aussprachewörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 7., komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage. Band 6, Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-04067-4, DNB 1070833770, Stichwort »Sahel«, Seite 748.
  2. Hans Wehr, unter Mitwirkung von Lorenz Kropfitsch: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Arabisch - Deutsch. 5. Auflage. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1985, ISBN 3-447-01998-0, DNB 850767733, Stichwort »ساحل‎«, Seite 557.
  3. Duden online „Sahel
  4. Nabil Osman (Herausgeber): Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft. 8. Auflage. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60155-2, DNB 1000847020, Stichwort »Sahel«, Seite 105.
  5. Michael Obert: Regenzauber. Auf dem Niger ins Innere Afrikas. 5. Auflage. Malik National Geographic, München 2010, ISBN 978-3-89405-249-2, Seite 204.
  6. Philippe Leymarie: Aufstand der Tuareg. Der Putsch in Mali spielt den Separatisten des Nordens in die Hände. In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. 13. April 2012 (übersetzt von Sabine Jainski aus dem Französischen), ISSN 1434-2561 (URL, abgerufen am 27. Mai 2019).
  7. Philippe Leymarie: Afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme. Der mühsame Weg zu einer eigenständigen Sicherheitspolitik. In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. 12. Februar 2015 (übersetzt von Markus Greiß aus dem Französischen), ISSN 1434-2561 (URL, abgerufen am 27. Mai 2019).
  8. Horst Mensching, Klaus Giessner, Günther Stuckmann: Die Hochwasserkatastrophe in Tunesien im Herbst 1969. Beobachtungen über die Auswirkungen in der Natur- und Kulturlandschaft. In: Geographische Zeitschrift. Heft 2, Jahrgang 58, August 1970, ISSN 0016-7479, Seite 86 (URL, abgerufen am 27. Mai 2019).
  9. Wie von Karl May erfunden. Die karge Welt der Südtunesier wird Ziel entdeckungsfreudiger Touristen. In: SonntagsZeitung. 16. September 2007, Seite 107.
  10. Algerien steht vor dem Bürgerkrieg. In: Vorarlberger Nachrichten. 3. Oktober 1997, Seite X12 (Beilage).