Fährnis

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Fährnis (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Fährnis

die Fährnisse

Genitiv der Fährnis

der Fährnisse

Dativ der Fährnis

den Fährnissen

Akkusativ die Fährnis

die Fährnisse

Worttrennung:

Fähr·nis, Plural: Fähr·nis·se

Aussprache:

IPA: [ˈfɛːɐ̯nɪs]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Fährnis (Info)

Bedeutungen:

[1] poetisch: Gefahr

Herkunft:

Das Wort ist im Sinne von ‚Gefährlichkeit, Bedrohung‘ seit dem 19. Jahrhundert bezeugt.[1]

Synonyme:

[1] Gefahr
[1] veraltet: Fährde

Beispiele:

[1] „Joſephs Herz, das Jaakob daheim fürlängſt geborgen im Tode hielt, das aber hier in Ägyptenland ſeinen Gang weitergegangen und den Fährniſſen des Lebens ausgeſetzt geblieben war, ſtockte ihm in der Bruſt – in Selbſtvergeſſenheit ſtand es ſtill einen Augenblick, um dann, nach des Herzens uralter Gepflogenheit, mit deſto ſchnelleren Schlägen nachzuholen, was es verſäumt.“[2]
[1] „Er sei von den Widerwärtigkeiten des Jetzt auf die Fährnisse des Daseins schlechthin getrieben worden, ergänzte Georg Lauffer.“[3]
[1] „Dick, kurzatmig, schwerfällig ist der Postinspektor Sittinger, und doch schlängelt er sich durch alle Fährnisse unserer Zeit hindurch.“[4]
[1] „Diotima war doch schon so weit, daß sie es wenigstens im Geiste zuweilen für zartfühlend und überlegen gehalten hatte, die Fährnis des Ehebruchs der groben Katastrophe einer Zerschmetterung von Lebensläufen vorzuziehen, und Arnheim hatte sich moralisch längst entschieden, dieses Opfer nicht anzunehmen und sie zu heiraten; sie konnten sich also auf die eine oder andere Weise jede Sekunde bekommen, das wußten sie beide, aber sie wußten nicht, wie sie es wollen sollten, denn das Glück riß ihre dazu geschaffenen Seelen in eine solche feierliche Höhe, daß sie dort eine Angst vor unschönen Bewegungen litten, wie sie an Menschen, die eine Wolke unter den Füßen haben, ganz natürlich ist.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] die Fährnisse des Lebens, einer Reise; jemanden durch alle Fährnisse führen, geleiten; jemand hilft jemandem in allen Fährnissen; jemanden aus drohenden, aus den äußersten Fährnissen retten; alle Fährnisse auf sich nehmen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Fährnis
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Fährnis
[1] Duden online „Fährnis
[1] wissen.de – Wörterbuch „Fährnis
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Fährnis
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonFährnis

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Fährnis“.
  2. Thomas Mann: Joſeph und ſeine Brüder. Roman. Dritter Band: Joſeph in Ägypten, Bermann-Fischer, Wien 1936, Seite 506 (Zitiert nach Google Books).
  3. Hans Henny Jahnn: Fluß ohne Ufer. Roman in drei Teilen. Erster Teil: Das Holzschiff, Weismann, München 1949, Seite 140 (Zitiert nach Google Books).
  4. Franz Carl Weiskopf: Literarische Streifzüge. Aufbau-Verlag, Berlin 1956, Seite 84 (Zitiert nach Google Books).
  5. Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. Roman. In: Adolf Frise (Herausgeber): Robert Musil, Gesammelte Werke in Einzelausgaben. 12.–16. Tausend, Rowohlt Verlag, Hamburg 1957, Seite 516–517 (Zitiert nach Internet Archive).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
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