wie der Herr, so’s Gescherr

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wie der Herr, so’s Gescherr (Deutsch)[Bearbeiten]

Sprichwort[Bearbeiten]

Worttrennung:

wie der Herr, so’s Ge·scherr

Aussprache:

IPA: [viː deːɐ̯ ˈhɛʁ zoːs ɡəˈʃɛʁ]
Hörbeispiele: —

Bedeutungen:

[1] Negative Eigenschaften der Eltern, des Chefs oder ähnlichen Personen lassen sich auch an Kindern, Mitarbeitern und sonstigen Untergebenen nachweisen.

Herkunft:

Das Sprichwort geht vermutlich auf den Satz Plane qualis dominus, talis et servus ‚Wie der Herr, so auch der Sklave‘ aus der Episode Das Gastmahl des Trimalchio aus dem Roman Satyricon des Autors Titus Petronius zurück.[1] Es gab auch ein ähnliches griechisches Sprichwort, das „Wie die Herrin, so die Hündin“ lautete.[1] Im Deutschen wurde dann, vermutlich um einen Reim herzustellen, anstelle des Sklaven und des Haustiers das Gescherr benutzt, das für das Geschirr steht, in dem der Untergebene angeschirrt ist.[1]

Synonyme:

[1] wie der Herr, so der Knecht
[1] in Bezug auf die Eltern-Kind-Beziehung: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Beispiele:

[1] Bei den Kunzes gegenüber bewahrheitet sich wieder einmal die Weisheit „wie der Herr, so’s Gescherr“. Der Sohn ist genauso ein Prolet wie sein Vater.

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 2., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2002, ISBN 3-411-04112-9, „wie der Herr, so’s Gescherr“, Seite 346.
[1] Annette Pohlke, Reinhard Pohlke: Alle Wege führen nach Rom. Deutsche Redensarten aus dem Lateinischen. Albatros Verlag, Düsseldorf 2006, ISBN 978-3-491-96184-5, „Wie der Herr, so­­‌’s Gescherr“, Seite 88.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 Annette Pohlke, Reinhard Pohlke: Alle Wege führen nach Rom. Deutsche Redensarten aus dem Lateinischen. Albatros Verlag, Düsseldorf 2006, ISBN 978-3-491-96184-5, „Wie der Herr, so­­‌’s Gescherr“, Seite 88.

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