Poesie

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Poesie (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Poesie die Poesien
Genitiv der Poesie der Poesien
Dativ der Poesie den Poesien
Akkusativ die Poesie die Poesien

Worttrennung:

Po·e·sie, Plural: Po·e·si·en

Aussprache:

IPA: [ˌpoeˈziː], Plural: [ˌpoeˈziːən]
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -iː

Bedeutungen:

[1] nur Singular: Dichtung, Dichtkunst
[2] das Erzeugnis von [1], das Dichten in Versen oder gebundener Rede
[3] nur Singular: poetische Stimmung; Stimmungszauber

Herkunft:

im 16. Jahrhundert von französisch poésie → fr entlehnt, das über lateinisch poēsis → la auf griechisch ποίησις (poiēsis) → grc „das Machen, Verfertigen, Dichten, Dichtkunst“ zurückgeht[1]; es bezeichnet in der Antike ursprünglich das freie Schöpfertum im Unterschied zur nachschaffenden Mimesis (lateinisch imitatio), dann allgemein die Dichtung, insbesondere die Versdichtung (im Gegensatz zur Prosa). [2]

Synonyme:

[1] Lyrik
[2] Gedicht

Gegenwörter:

[2] Prosa

Oberbegriffe:

[1] Dichtung, Literatur

Beispiele:

[1] „Die Poesie als Dienerin der Beredsamkeit: dies war auch der didaktische Grundsatz von Christian Weise, der als Rektor des Gymnasiums zu Zittau und als Verfasser von Schauspielen, Romanen und zahlreichen Lehrbüchern gleichzeitig mit Thomasius und vielleicht wirkungsvoller noch als dieser der deutschen Stilbildung im 18. Jahrhundert den Weg gewiesen hat.“[3]
[1] „Poesie liegt in der Beschränkung auf das Notwendigste an Worten, dachte John.“[4]
[2] „Nach Jakobson tritt in der Poesie vor allem die Form in den Vordergrund, die hauptsächlich den Rhythmus und die Phonik umfasst.“[5]
[2] Eichendorff schuf vollendete Poesie.
[3] „Einer Mundart kann man unterstellen, sie sei politisch unkorrekt - oder man kann sie als höhere Sprachkunst bewundern, denn was Witz, Poesie und Lautmalerei angeht, kann Hochdeutsch mit einer Mundart nicht mithalten.“[6]

Wortbildungen:

Poesiealbum, poesielos, Poet, Poetaster, Poetik, Poetin, poetisch, poetisieren

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[2, 3] Wikipedia-Artikel „Poesie
[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Poesie
[1, 2] canoo.net „Poesie
[1, (3)] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonPoesie
[1–3] The Free Dictionary „Poesie

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Poesie“, Seite 710.
  2. Heike Gfrereis (Herausgeber): Grundbegriffe der Literaturwissenschaft. 5. Auflage. Sammlung Metzler, Bd. 320, Metzler, Stuttgart/Weimar 1999, ISBN 3-476-10320-X, "Poesie", Seite 153.
  3. Horst Joachim Frank: Dichtung, Sprache, Menschenbildung. Geschichte des Deutschunterrichts von den Anfängen bis 1945. Band 1. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1976, S. 82f. ISBN 3-423-04271-0.
  4. Juri Rytchëu: Traum im Polarnebel. Unionsverlag, Zürich 1991, ISBN 978-3-293-20351-8, Seite 337
  5. Vivien Altmann, Gabriel Altmann: Anleitung zu quantitativen Textanalysen. Methoden und Anwendungen. RAM-Verlag, Lüdenscheid 2008, ISBN 978-3-9802659-5-9, Seite 58.
  6. Eric T. Hansen: Nörgeln! Des Deutschen größte Lust. Unter Mitarbeit von Astrid Ule. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main 2010, Seite 62. ISBN 978-3-596-17859-9.