Vasall

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Vasall (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Vasall die Vasallen
Genitiv des Vasallen der Vasallen
Dativ dem Vasallen den Vasallen
Akkusativ den Vasallen die Vasallen

Worttrennung:

Va·sall, Plural: Va·sal·len

Aussprache:

IPA: [vaˈzal]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Vasall (Info)
Reime: -al

Bedeutungen:

[1] historisch: abhängiger Gefolgsmann, der von einem Lehnsherrn ein Lehen (Land und Amt) zugeordnet bekam und dafür Treue und Leistungen, wie militärische Gefolgschaft, zu erbringen hatte
[2] übertragen: treuer Anhänger und Gefolgsmann einer Person, Partei, Organisation oder dergleichen

Herkunft:

mittelhochdeutsch vassal, im 12. Jahrhundert von altfranzösisch vassal → fr entlehnt, das auf mittellateinisch vasallus zurückgeht[1]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Lehnsmann

Weibliche Wortformen:

[1] Vasallin

Unterbegriffe:

[1] Aftervasall, Kronvasall, Reichsvasall, Untervasall

Beispiele:

[1] „Auch ein Fürst konnte Vasall sein und sich der Oberherrschaft eines anderen Fürsten unterwerfen.“[2]
[1] „Auch die Sitze der ritterlichen Vasallen und Dienstmannen waren ursprünglich mehr oder weniger stark befestigt.“[3]
[1] „Jahrhundertelang beherrschen die Osmanen und ihre Vasallen die nordafrikanische Küste – bis 1830 eine französische Armada Algier ansteuert.“[4]
[2] „Trump hetzt gegen Justizminister Jeff Sessions, einen bislang treuen Vasallen und beinharten Konservativen, nur weil der getan hat, was Recht und Gesetz von ihm verlangen: Trump sieht gerade in der Rechtstreue seines Justizministers den Verrat.“[5]
[2] „Dabei hatte Peking angeboten, den sonst so treuen südostasiatischen Vasallen zu versorgen.“[6]
[2] „Zu denen, die eigentlich dazu berufen sind, Trump auf das Ende der […] Regentschaft vorzubereiten, zählen seine Vasallen Mark Meadows und Mike Pence.“[7]
[2] „Es scheint, die DUP sei vom einstigen Königsmacher zum nutzlosen Vasallen degradiert worden.“[8]
[2] „So stimmten die Finnen Geheimverträgen zu, die das Land zum Vasallen des Kaiserreiches machte.“[9]

Wortbildungen:

Doppelvasallität, Vasallenburg, Vasallendienst, Vasalleneid, Vasallenkönig, Vasallenkönigtum, Vasallenpflicht, Vasallenstaat, Vasallenstamm, Vasallenthum, Vasallentum, Vasallenvertrag, vasallisch, Vasallität, Vasallitätseid

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Vasall
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Vasall
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalVasall

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Vasall“, Seite 948.
  2. Wikipedia-Artikel „Vasall
  3. Johannes Schultze: Die Prignitz. Aus der Geschichte einer märkischen Landschaft. In: Reinhold Olesch/Walter Schlesinger/Ludwig Erich Schmitt (Herausgeber): Mitteldeutsche Forschungen. 1. Auflage. Bd. 8, Böhlau Verlag, Köln/Graz 1956, Seite 69.
  4. Ralf Berhorst: Ein Reich jenseits des Meeres. In: GeoEpoche: Afrika 1415-1960. Nummer Heft 66, 2014, Seite 72-83, Zitat Seite 73.
  5. Martin Klingst/Jörg Lau: Schlimmer als Chaos. In: DIE ZEIT. Nummer 32, 3. August 2017, ISSN 0044-2070, Seite 5.
  6. Georg Fahrion: Chinas langer Marsch zum Impfstoff. In: Spiegel Online. 24. Dezember 2020, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 25. September 2021).
  7. Christian Buß: Verbarrikadiert gegen die Wirklichkeit. In: Spiegel Online. 4. November 2020, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 25. September 2021).
  8. Isabella Reichert: Zwischen den Grenzen. In: Spiegel Online. 16. Oktober 2019, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 25. September 2021).
  9. Martin Pfaffenzeller: König für zwei Monat. In: Spiegel Online. 9. Oktober 2018, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 25. September 2021).