Tulpenmanie

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Tulpenmanie (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Tulpenmanie

Genitiv der Tulpenmanie

Dativ der Tulpenmanie

Akkusativ die Tulpenmanie

[1] niederländische Schmähschrift zur Tulpenmanie 1637

Worttrennung:

Tul·pen·ma·nie, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈtʊlpn̩maˌniː]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Tulpenmanie (Info)

Bedeutungen:

[1] Wirtschaftsgeschichte: übersteigerte Erwartung in das Steigen der Tulpenpreise im Holland des 17. Jahrhunderts

Herkunft:

Wortbildung: Determinativkompositum (Zusammensetzung) aus dem Plural des Substantivs Tulpe und dem Substantiv Manie, wobei das Determinans „Tulpe“ das Determinatum „Manie“ näher bestimmt

Synonyme:

[1] Große Tulpenmanie, Tulipmania, Tulipomanie, Tulpenfieber, Tulpenhysterie, Tulpenwahn, Tulpomanie

Sinnverwandte Wörter:

[1] Aktienfieber, Börsenrausch, Diamantenrausch, Goldrausch

Gegenwörter:

[1] Angst vor Verlusten, Ernüchterung, Katzenjammer

Oberbegriffe:

[1] Spekulation, Gewinnsucht, Manie

Beispiele:

[1] Die Tulpenmanie: Was heute eine Allerweltsblume ist, war im 17. Jahrhundert eine exotische Gartenpretiose.[1]
[1] Und der Handel mit Tulpen wurde immer lukrativer. Der Anfang der Tulpenmanie. Ihre reale wirtschaftliche Grundlage war die Nachfrage der Tulpenliebhaber, der Connaisseure. Doch bald entdeckten Geschäftemacher die Gewinnmöglichkeiten.[2]
[1] Da war etwa die Tulpenmanie im Holland des 17. Jahrhunderts. Eine Handvoll Spekulanten in Haarlem trieben den Preis von Tulpenzwiebeln 1636 in schwindelerregende Höhen.[3]
[1] Die teuerste Tulpenzwiebel kostete damals 5200 Gulden. Die Folgen der Tulpenmanie waren katastrophal, Parallelen zur heutigen Finanzkrise liegen nahe.[4]
[1] Die Historie bietet Beispiele: Das Goldene Zeitalter der niederländischen Wirtschaft wurde durch das Ende der Tulpenmanie der 1630er Jahre kaum berührt.[5]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Tulpenmanie
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Tulpenmanie
[1] Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909: Handelskrisen

Quellen:

  1. Wilhelm Trapp: SACHBUCH. In: Zeit Online. Nummer 01/2001, 27. Dezember 2001, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 27. August 2012).
  2. Ralf Kopp: Die neue Form der Tulpenmanie. In: Welt Online. 1. April 2001, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 27. August 2012).
  3. Hannes Stein: Marx auf vergilbtem Papier. Editorial. In: Welt Online. 29. November 2008, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 27. August 2012).
  4. Auch Tulpen können die Wirtschaft zerrütten. In: Welt Online. 8. Januar 2009, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 27. August 2012).
  5. Hubert Beyerle: Lebenselixier voller Nebenwirkungen. Geld Spezial. In: Zeit Online. Nummer 22/2005, 25. Mai 2005, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 27. August 2012).