Schiwa

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Schiwa (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m, Eigenname[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ (der) Schiwa
Genitiv des Schiwa
(des) Schiwas
Dativ (dem) Schiwa
Akkusativ (den) Schiwa
vergleiche Grammatik der deutschen Namen

Alternative Schreibweisen:
Shiva

Worttrennung:
Schi·wa

Aussprache:
IPA: [ˈʃiːva]
Hörbeispiele:
Reime: -iːva

Bedeutungen:
[1] hinduistische Religion: Name eines der Hauptgötter in der hinduistischen Götterdreiheit (Trimurti), der sowohl Zerstörung und Tod als auch Fruchtbarkeit und Zeugungskraft symbolisiert

Herkunft:
Entlehnung aus dem sanskritischen शिव (IAST: śiva) → sa[1] ‚(der) Freundliche[2], Gnädige[3][4], Gütige[5], Segensreiche[2]

Synonyme:
[1] Aghora
[1] Beinamen: Mahadewa, Mahakala

Oberbegriffe:
[1] Hauptgott, Gott, Gottheit

Unterbegriffe:
[1] Schaiwa/Shaiva

Beispiele:
[1] „Der Fahrer des Bemos selbst tankt an kleinen Tempeln neue Kraft, während sein Gefährt, oft ungetankt, mit Schiwas Hilfe ins Ziel einrollt.“[6]
[1] „Das größte hinduistische Heiligtum Indonesiens umfaßte einst einen äußeren Ring von 224 kleineren Tempeln sowie neun Haupttempel, deren wichtigste den drei höchsten Hindu-Göttern Brahma, Wischnu und Schiwa gewidmet sind.“[7]

Wortbildungen:
Schiwaismus (→ Schiwait)

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Stichwort »¹Schiwa«, Seite 1461.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 1217.
[1] Renate Wahrig-Burfeind (Herausgeber): Wahrig, Fremdwörterlexikon. 4. Auflage. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh/München 2001, ISBN 978-3-577-10603-0, Seite 844.
[1] Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Schiwa«.
[1] Duden online „Schiwa
[1] wissen.de – Wörterbuch „Schiwa
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Schiwa“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Schiwa
[1] Wikipedia-Artikel „Shiva
[*] canoonet „Schiwa
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonSchiwa
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Schiwa

Quellen:

  1. Gérard Huet: The Sanskrit Heritage Dictionary „शिव śiva“.
  2. 2,0 2,1 Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite .
  3. Renate Wahrig-Burfeind (Herausgeber): Wahrig, Fremdwörterlexikon. 4. Auflage. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh/München 2001, ISBN 978-3-577-10603-0, Seite 844.
  4. Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Schiwa«.
  5. wissen.de – Wörterbuch „Schiwa
  6. Friedrich-Karl Praetorius: Reinkarnationen der Sinne. Klänge und Düfte auf Bali. Ein Ausflug in die Tropen. In: DIE ZEIT. Nummer 22, 22. Mai 1992, ISSN 0044-2070 (Archiv-URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  7. Berthold Seewald: Berstender Shiwa. Das Erdbeben auf Java hat das Weltkulturerbe von Prambanan schwer beschädigt. In: Welt Online. 30. Mai 2006, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Schiwa

die Schiwas

Genitiv des Schiwas

der Schiwas

Dativ dem Schiwa

den Schiwas

Akkusativ den Schiwa

die Schiwas

[1] Schiwa in einem Tempel in Bangalore, Indien

Alternative Schreibweisen:
Shiva

Worttrennung:
Schi·wa, Plural: Schi·was

Aussprache:
IPA: [ˈʃiːva]
Hörbeispiele:
Reime: -iːva

Bedeutungen:
[1] figürliche Darstellung des Gottes Schiwa[1][2]

Herkunft:
siehe oben

Oberbegriffe:
[1] Darstellung

Unterbegriffe:
[1] Maheshamurti

Beispiele:
[1] „Ein Buddha aus Ton steht herum, ein kleiner Schiwa; hier muss man sich einfach wohlfühlen.“[3]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Stichwort »²Schiwa«, Seite 1462.
[1] Duden online „Schiwa

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Stichwort »²Schiwa«, Seite 1462.
  2. Duden online „Schiwa
  3. Franz Lenze: Sphärisch gluckst die Frau. In: DIE ZEIT. Nummer 15, 4. April 2002, ISSN 0044-2070, Seite 64 (Archiv-URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Schiwa

Genitiv der Schiwa

Dativ der Schiwa

Akkusativ die Schiwa

[1] Darstellung einer Schiwa in dem unteren linken Ausschnitt der von Georg Puschner angefertigten Illustration aus der 1724 erschienenen 2. Auflage des Buches »Juͤdisches Ceremoniel«

Alternative Schreibweisen:
Schiva, Schiv’a, Schiw’a, Shiva, Shiv’a, Shiwa, Shiw’a

Nebenformen:
Schiwe

Worttrennung:
Schi·wa

Aussprache:
IPA: [ʃivˈʔaː], [ʃiˈvaː]
Hörbeispiele: —, —
Reime: -aː

Bedeutungen:
[1] jüdische Religion: unmittelbar nach dem Begräbnis eines Anverwandten ersten Grades (Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter sowie Ehegatte, Ehegattin) beginnende siebentägige Trauerzeit

Herkunft:
Entlehnung aus dem gleichbedeutend hebräischen שִׁבְעָה‎ (CHA: šivʿā) → he, dessen wörtliche Bedeutung ‚sieben; Sieben, f‘ lautet und nach Genesis 50,10 BHS (Genesis 50,10 LUT) benannt ist[1][2]

Oberbegriffe:
[1] Trauerzeit

Beispiele:
[1] „Die junge Frau steht mit der Familie des Toten am offenen Grab, sitzt sieben endlos lange Tage Schiwa, verbringt Stunden an der Grabstätte des Mannes, dessen Ehefrau sie hätte werden sollen, mit dem sie Kinder großziehen wollte.“[3]
[1] „«Nach der Schiwa begann ich, den Gemeinderat, die öffentliche Straßenbaubehörde ‚Maatz‘ und das Verkehrsministerium zu belangen», erzählt Bach.“[4]
[1] „Es ist beachtlich, wie viele verbale Seitenhiebe diese Hinterbliebene während Schiwa und Scheloschim, den sieben- beziehungsweise dreissigtägigen jüdischen Trauerzeiten, nach denen Anna Mitgutsch den Roman strukturiert hat, von Jeromes Sippschaft, seinen Kompagnons und FreundInnen einstecken muss.“[5]
[1] „Prinzipiell kann dieser Kreis um die sieben Personen erweitert werden, die Schiwa zu sitzen haben, nämlich die Kinder, den Vater, die Mutter, den Bruder, die Schwester, den Ehemann bzw. die Ehefrau.“[6]
[1] „Laut der Tradition sitzen die Trauernden während der Schiwa auf niedrigen Stühlen oder Hockern – aus dem Bewusstsein heraus, dass eine unwiderrufliche Veränderung in ihrem Leben eingetreten ist.“[7]
[1] „An den Tod schließen drei Trauerperioden mit jeweils bestimmten Pflichten und Verboten an: die sieben Tage der Trauer (Schiwa), die dreißig Tage der Trauer (Shloshim) sowie das Trauerjahr.“[8]
[1] „Auf die Beerdigung folgt die Schiwa, die Trauerwoche.“[9]

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] Schiwa sitzen

Wortbildungen:
[1] Schiwasitzen/Schiwa-Sitzen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Max Joseph: Trauer, Trauergebräuche. In: Georg Herlitz, Dr. Bruno Kirschner et al. (Herausgeber): Jüdisches Lexikon. Ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden. Band Ⅳ/2: S—Z, Jüdischer Verlag, Berlin 1930, URN:nbn:de:hebis:30-180015078053, Spalte 1035–1039 (Digitalisat der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main).
[1] Wikipedia-Artikel „Schiv’a

Quellen:

  1. Max Joseph: Trauer, Trauergebräuche. In: Georg Herlitz, Dr. Bruno Kirschner et al. (Herausgeber): Jüdisches Lexikon. Ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden. Band Ⅳ/2: S—Z, Jüdischer Verlag, Berlin 1930, URN:nbn:de:hebis:30-180015078053, Spalte 1035–1039 (Digitalisat der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main).
  2. Wikipedia-Artikel „Schiv’a
  3. Wladimir Struminski: FREUNDINNEN: Trauer ohne Trauschein. Wie die private Organisation „Girlfriends“ Freundinnen gefallener Soldaten hilft. In: Jüdische Allgemeine Online. 15. Mai 2008, ISSN 1618-9698 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  4. emr: Schlecht zu Fuß. Fußgänger sind in Israels Straßenverkehr stark gefährdet. In: Jüdische Zeitung Online. Dezember 2009, ISSN 1861-4442 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  5. Erich Hackl: «Wenn du wiederkommst»: Zum Schluss am Anfang. In: WOZ Online. Nummer 20/2010, 20. Mai 2010 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  6. Leonid Melamud: Feiertagsjudentum als Scheinschwangerschaft. In: Jüdische Zeitung Online. Dezember 2011, ISSN 1861-4442 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  7. Noemi Berger: WIESO WESHALB WARUM: Schiwa. Religiöse Begriffe aus der Welt des Judentum. In: Jüdische Allgemeine Online. 4. Juli 2013, ISSN 1618-9698 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  8. Lilian Marx-Stölting: Ethik in der Klinikseelsorge. Überlegungen aus jüdischer Perspektive. In: Hille Haker, Katrin Bentele, Walter Moczynski, Gwendolin Wanderer (Herausgeber): Perspektiven der Medizinethik in der Klinikseelsorge. 2. Auflage. LIT VERLAG, Berlin 2014 (Medical Ethics in Health Care Chaplaincy / Medizinethik in der Klinikseelsorge; Band 2), ISBN 978-3-8258-1580-6, Seite 98 (Zitiert nach Google Books).
  9. Rabbiner Arie Folger: TRAUER: Der Tag, an dem die Mauer brach. Am 17. Tamus begann die endgültige Eroberung Jerusalems durch Titus – deshalb wird gefastet. In: Jüdische Allgemeine Online. 10. Juli 2014, ISSN 1618-9698 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  10. Shlomo Giora Shoham: La tente des lépreux. L’Age d’Homme, Lausanne 1996 (übersetzt von Jan Dusay), ISBN 978-2-8251-0772-0, Seite 57 (Zitiert nach Google Books)
  11. Stella-Sarah Roy: Musique et traditions ashkénazes. L’Harmattan, Paris/Budapest/Torino 2002, ISBN 978-2-7475-3172-6, Seite 59 (Zitiert nach Google Books).