Roscheschone

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Roscheschone (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Roscheschone

Genitiv des Roscheschone

Dativ dem Roscheschone

Akkusativ den Roscheschone

Worttrennung:

Ro·sche·scho·ne, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈʁɔʃəʃɔnə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Roscheschone (Info)

Bedeutungen:

[1] jüdisch familiär, sonst landschaftlich, besonders mecklenburg-vorpommersch: jüdisches Neujahrsfest, das am Abend nach Sonnenuntergang des 29. Elul beginnt und, ursprünglich, am 1. Tischri, traditionell, am 2. Tischri endet
[2] landschaftlich, besonders rheinfränkisch, ostfränkisch: erster Tag des neuen Jahres

Herkunft:

Das Wort ist gleichbedeutend jiddischem ראָש־השנה → yi[1][2][3][4] entlehnt,[5][6] das im Westjiddischen rausch haschono,[1] rausch haschone,[1] raschaschone,[1] rauscheschone,[1] rosch haschonne[7] sowie roscheschune[2] und im Ost- und Standardjiddischen rosheshone[3] gelesen wird. Dieses geht über gleichbedeutend mittelhebräisches רֹאשׁ הַשָּׁנָה‎ (CHA: rōʾš haš-šānāh) → he[8][9] auf das biblisch-hebräische רֹאשׁ הַשָּׁנָה‎ (CHA: rōʾš haš-šānāh) → he[10]Anfang des Jahres[11] zurück.[5]

Oberbegriffe:

[1, 2] Feiertag, Festtag

Beispiele:

[1] „An Roscheschone, dem jüdischen Neujahrsfest, brachte der Vater einen Sack Äpfel mit, denn an diesem Feiertag muss man für die Gäste oder wenn man als Gast in eine Familie geht, etwas Süßes haben, damit das neue Jahr süß und gut wird.“[12]
[2]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Richard Wossidlo, Hermann Teuchert (Herausgeber): Mecklenburgisches Wörterbuch. Band Ⅴ, Wachholtz, Berlin/Neumünster 1970, Spalte 988.
[2] Aufgrund des von Johann Joseph Oppel und Hans Ludwig Rauh gesammelten Materials herausgegeben im Auftrag der Frankfurter Historischen Kommission in Verbindung mit dem Institut für Volkskunde/Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt am Main von Wolfgang Brückner, bearbeitet von Helmut Waibler (Herausgeber): Frankfurter Wörterbuch. Band Ⅴ: Raadeln – Strohkopf, Kramer, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-7829-0360-9, Seite 2535.
[1, 2] Heidi Stern: Wörterbuch zum jiddischen Lehnwortschatz in den deutschen Dialekten. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2000 (Lexicographica: Series Maior ; 102, ISSN 0175-9264), ISBN 978-3-484-39102-4, DNB 959920579, Stichwort »Roscheschone«, Seite 169.
[1] Hans Peter Althaus: Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft. 3., durchgesehene Auflage. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60677-9, Stichwort »Roscheschone«, Seite 171.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Werner Weinberg; Walter Röll (Herausgeber): Lexikon zum religiösen Wortschatz und Brauchtum der deutschen Juden. Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1994, ISBN 3-7728-1621-5, Seite 217.
  2. 2,0 2,1 Alfred Klepsch: Westjiddisches Wörterbuch. Auf der Basis dialektologischer Erhebungen in Mittelfranken. Band 1, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2004, ISBN 978-3-484-73060-1, DNB 968808476, Stichwort »Roscheschune«.
  3. 3,0 3,1 Uriel Weinreich: מאָדערן ענגליש-ייִדיש ייִדיש-ענגליש װערטערבוך‎. Modern English-Yiddish Yiddish-English Dictionary. New paperback edition, Schocken Books, New York 1987, ISBN 0-8052-0575-6 (Lizenzausgabe des YIVO Institute for Jewish Research, New York 1968), Stichwort »Rosh Hashanah«, Seite 276 (englisch-jiddischer Teil) sowie Stichwort »ראָש־השנה‎«, Seite 409 (jiddisch-englischer Teil).
  4. Alexander Harkavy; with an introduction by Dovid Katz: Yiddish-English-Hebrew Dictionary. 1. Auflage. Yale University Press in cooperation with the YIVO Institute for Jewish Research, New Haven/London 2006, ISBN 0-300-10839-7 (Reprint of the 1928 expanded second edition), Stichwort »רֹאש־הַשָנה‎«, Seite 472.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 Heidi Stern: Wörterbuch zum jiddischen Lehnwortschatz in den deutschen Dialekten. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2000 (Lexicographica: Series Maior ; 102, ISSN 0175-9264), ISBN 978-3-484-39102-4, DNB 959920579, Stichwort »Roscheschone«, Seite 169.
  6. Hans Peter Althaus: Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft. 3., durchgesehene Auflage. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60677-9, Stichwort »Roscheschone«, Seite 171.
  7. Friedrich Chriſtian Benedict Avé-Lallemant: Das deutſche Gaunerthum in ſeiner ſocial-politiſchen, literariſchen und linguiſtiſchen Ausbildung zu ſeinem heutigen Beſtande. Dritter Theil, F.A. Brockhaus, Leipzig 1862, Seite 252 (Zitiert nach Google Books).
  8. Jacob Levy; nebst Beiträgen von Prof. Dr. Heinrich Leberecht Fleischer: Neuhebräisches und Chaldäisches Wörterbuch über die Talmudim und Midraschim. Vierter Band. פ‎ – ת‎, F. A. Brockhaus, Leipzig 1889, Stichwort »רֹאשׁ‎«, Seite 407–408 (Zitiert nach Digitalisat der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main).
  9. Gustaf H. Dalman: Aramäisch-Neuhebräisches Handwörterbuch zu Targum, Talmud und Midrasch. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage. J. Kauffmann Verlag, Frankfurt am Main 1922 (Digitalisat), Stichwort »רֹאשׁ‎«, Seite 377.
  10. Walter Baumgartner ✝, Ludwig Koehler ✝; neu bearbeitet von Johann Jakob Stamm, unter Mitarbeit von Zeʾev Ben-Ḥayyim, Benedikt Hartmann, Philippe H. Reymond: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. 3. Auflage. Lieferung Ⅳ: ראה‎ – תשע‎, E.J. Brill, Leiden/New York/København/Köln 1990, ISBN 90-04-09256-0, Stichwort »רֹאשׁ‎«, Seite 1087–1089.
  11. Vergleiche Biblia Hebraica Stuttgartensia: Ezechiel Kapitel 40, Vers 1 (online).
    Vergleiche Bibel: Hesekiel (Ezechiel) Kapitel 40, Vers 1 in der Lutherbibel 2017.
  12. Werner Müller (Herausgeber): Aus dem Feuer gerissen. Die Geschichte des Pjotr Ruwinowitsch Rabzewitsch aus Pińsk. 2., leicht veränderte Auflage. Dittrich Verlag, Köln 2002, ISBN 3-920862-30-9, Seite 33 (Zitiert nach Google Books).