Political Correctness

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Political Correctness (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f, Wortverbindung[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Political Correctness
Genitiv der Political Correctness
Dativ der Political Correctness
Akkusativ die Political Correctness

Worttrennung:

Po·li·ti·cal Cor·rect·ness, kein Plural

Aussprache:

IPA: [pəˈlɪtɪkl̩ kəˈʁɛktnɪs]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Political Correctness (Info)

Bedeutungen:

[1] Gebot, Personen oder Personengruppen nicht zu kränken oder zu diskriminieren, beispielsweise aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer Staatsangehörigkeit, ihrer Zugehörigkeit zu einer (als niedrig angesehenen) sozialen Schicht, ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Neigung oder ihrer körperlichen oder geistigen Verfassung

Herkunft:

Neologismus aus dem Anfang der 1990er Jahre, entlehnt von gleichbedeutend englisch political correctness → en[1][2]

Synonyme:

[1] Politische Korrektheit

Kurzformen:

[1] PC

Beispiele:

[1] Am Stamtisch ist spätestens nach dem ersten Bier die Political Correctness dahin.
[1] [Schlagzeile:] „Wie halten es Schweizer Unis mit Political Correctness?[3]
[1] „Unsere Wortwahl entscheidet darüber, welche Assoziationen wir wecken und ob Menschen damit verletzt und diskriminiert werden. Political Correctness heißt, Verantwortung zu übernehmen.“[4]
[1] „Political Correctness entstand in den 1980er Jahren in den USA im Rahmen der Bürgerrechtsbewegung. Ziel war es, der Diskriminierung von Minderheiten durch eine nicht-wertende, neutrale Sprache entgegen zu wirken.“[5]
[1] „So warnte er vor über 25 Jahren davor, dass die an US-amerikanischen Universitäten entwickelte Political Correctness dazu führen wird, freies Denken in normative Gebote zu zwängen.“[6]
[1] „Rogan ist ein Redneck mit Verstand, ein radikaler Gegner von Political Correctness, der dennoch mitunter linksliberal argumentiert,“ […].[7]
[1] „An die zahlreichen Kritiker des Vidoes gewandt sagt Geisel, zur Toleranz gehöre auch, »Anschauungen, Lebensentwürfe und Äußerungen auszuhalten, die unseren Vorstellungen von zivilisatorischem Fortschritt und Political Correctness nicht entsprechen.«“[8]
[1] „Jeder dritte Deutsche sagt, dass freie Meinungsäußerungen nur noch im privaten Umfeld möglich sind. Und 41 Prozent kritisieren die übertriebene Political Correctness.[9]
[1] [Enders meint,] „das Problem des Rechtsextremismus sei ein gesamtdeutsches Phänomen, was sich im Osten mehr äußere, weil die Menschen dort ihre Ansichten offener äußerten. "Sie haben vielleicht weniger den Maulkorb der Political Correctness" auf."“[10]
[1] „Das Wettern gegen angeblich zuviel Political Correctness kommt meist von der rechten Seite, welche behauptet, bestimmte Dinge gar nicht mehr sagen zu dürfen.“[11]
[1] „Was bei den Amerikanern viel extremer als bei uns ist, ist diese Ablehnung von "Political Correctness".[12]
[1] „Die westlichen Gesellschaften sind gespalten und politisch polarisiert. Probleme werden immer weniger sachlich analysiert. Zwei Münchner Forscher machen dafür die Political Correctness mitverantwortlich.“[13]
[1] „Eine Grundfrage, die sich durch viele Diskussionen zur Political Correctness zieht, ist, wie mit solchen Darstellungen in der Gegenwart umzugehen ist.“[14] [Anmerkung: mit „solchen Darstellungen“ sind Walt Disneys stereotypische Zeichnungen von Afroamerikanern, Asiaten und Indigenen gemeint]
[1] „Andere Filme, die sich der Migrationsthematik und dem Hass zwischen Bevölkerungsgruppen widmen, legen zumindest in ihrer Conclusio Wert auf Political Correctness - und ihr Ziel ist es, Toleranz zu fördern.“[15]
[1] „In der Pressemitteilung heißt es weiter, vielerorts sei an den Universitäten ein Klima entstanden, in dem abweichende Positionen und Meinungen an den Rand gedrängt und moralisch sanktioniert würden. Die Wissenschaftler schreiben: ‚Cancel Culture und Political Correctness haben die freie und kontroverse Debatte auch von Außenseiterpositionen vielerorts an den Universitäten zum Verschwinden gebracht.‘“[16]

Wortbildungen:

[1] Political-Correctness-Bewegung, Political-Correctness-Debatte

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Political Correctness
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Political Correctness
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalPolitical Correctness
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Political Correctness
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Political Correctness
[1] Duden online „Political Correctness
[1] Wahrig Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „Political Correctness“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Political Correctness
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Political Correctness“ auf wissen.de

Quellen:

  1. Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Political Correctness
  2. Wahrig Herkunftswörterbuch „Political Correctness“ auf wissen.de
  3. Sarah Herwig: Streitbare Texte - Wie halten es Schweizer Unis mit Political Correctness?. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 25. September 2017 (URL, abgerufen am 29. Januar 2022).
  4. Zahlen und Fakten – Wie geht "Political Correctness"?. In: Bayerischer Rundfunk. 23. Juni 2021 (Text und Video, Dauer 03:54 mm:ss, online verfügbar nur bis 10.03.2026 wegen des deutschen Telemediengesetzes (TMG) in Verbindung mit dem Rundfunkstaatsvertrag in der Fassung der 22. Änderung, URL, abgerufen am 29. Januar 2022).
  5. Radiokolleg – Was ist politisch korrekt? oe1.orf.at, Österreichischer Rundfunk, Stiftung öffentlichen Rechts, Wien, Österreich, 4. März 2020, abgerufen am 29. Januar 2022.
  6. Klaus Englert: Philosoph Michel Serres über die Moral: „Auf wahre Information kommt es an“. In: taz.de. 2. Januar 2022, ISSN 2626-5761 (Interview mit dem französischen Philosophen Michel Serres, URL, abgerufen am 29. Januar 2022).
  7. Bernd Pickert: US-Comedian Joe Rogan hat Corona: Entwurmungsmittel für den Redneck. In: taz.de. 2. September 2021, ISSN 2626-5761 (URL, abgerufen am 29. Januar 2022).
  8. Farid Bang darf nicht mehr für Corona-Regeln werben. In: Deutsche Welle. 28. Juli 2020 (URL, abgerufen am 29. Januar 2022).
  9. Oliver Pieper: Meinungsumfrage – Deutsche Tabuthemen. In: Deutsche Welle. 26. Mai 2019 (URL, abgerufen am 29. Januar 2022).
  10. Thomas Spahn, Kersten Knipp: Deutsche Einheit – "Mehr Kommunikation, mehr Interesse für einander". In: Deutsche Welle. 7. Oktober 2018 (URL, abgerufen am 29. Januar 2022).
  11. Ines Eisele: Sprachgebrauch beim Thema Flüchtlinge – Die "Flüchtlingslawine" in unseren Köpfen. In: Deutsche Welle. 20. Juni 2018 (Interview mit dem Sprachforscher Thomas Niehr, URL, abgerufen am 29. Januar 2022).
  12. Jochen Kürten: Interview – "Kinder des Zufalls": Astrid Rosenfeld über ihren neuen Roman und Donald Trump. In: Deutsche Welle. 11. Oktober 2018 (Interview mit der Autorin Astrid Rosenfeld, URL, abgerufen am 29. Januar 2022).
  13. Raphael Zehnder: Fehlende Sachlichkeit - Schaufelt sich die Political Correctness ihr eigenes Grab?. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 1. Dezember 2017 (URL, abgerufen am 29. Januar 2022).
  14. Politische Korrektheit – Disney Plus mit zensurierten Filmen. news.orf.at, ORF Online und Teletext GmbH & Co KG, Wien, Österreich, 29. April 2020, abgerufen am 29. Januar 2022.
  15. Simon Hadler: Entkrampfung durch Lachsalven. news.orf.at, ORF Online und Teletext GmbH & Co KG, Wien, Österreich, 30. November 2011, abgerufen am 29. Januar 2022.
  16. Oliver Kaever: Wissenschaftler schließen sich gegen »Cancel Culture« zusammen. In: Spiegel Online. 3. Februar 2021, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 3. September 2022).
  17. Englischer Wikipedia-Artikel „political correctness
  18. Französischer Wikipedia-Artikel „politiquement correct
  19. Niederländischer Wikipedia-Artikel „politieke correctheid
  20. Polnischer Wikipedia-Artikel „poprawność polityczna
  21. Schwedischer Wikipedia-Artikel „politisk korrekthet
  22. Spanischer Wikipedia-Artikel „corrección política