Erker

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Erker (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Erker die Erker
Genitiv des Erkers der Erker
Dativ dem Erker den Erkern
Akkusativ den Erker die Erker
[1] Ein reich verzierter Erker in St. Gallen, Schweiz

Worttrennung:

Er·ker, Plural: Er·ker

Aussprache:

IPA: [ˈɛʁkɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Erker (Info)
Reime: -ɛʁkɐ

Bedeutungen:

[1] Architektur: geschlossener, mit Fenstern versehener Vorbau an Gebäuden

Herkunft:

Das Substantiv erscheint im Mittelhochdeutschen in den Formen ärkēr → gmh, erkœre → gmh und erker → gmhAusbau, der über die vordere Seite einer Mauer (Burg- oder Stadtmauer) hinaustritt“ und wird zunächst im mittelalterlichen Befestigungsbau verwendet. Im 12. Jahrhundert wurde das Wort aus dem altpikardischen arkiere sowie dem altfranzösischen archiere → froSchießscharte, Gewölbe“ entlehnt. Diese gehören zum altfranzösischen und französischen arc → frBogen“, was wiederum vom gleichbedeutenden lateinischen arcus → la abstammt. Der oben genannte altpikardische und der altfranzösische Ausdruck sind wahrscheinlich aus der substantivischen Verwendung der femininen Form des lateinischen Adjektivs arcuarius → la „bezüglich des zum Schießen verwendeten Bogens, im Mittellateinischen auch: mit bogenförmiger Krümmung“ entstanden.[1] Vom Festungsbau gelangte Erker im Lauf der Zeit in den Wohnbau.[2]

Oberbegriffe:

[1] Vorbau, Gebäudeteil

Unterbegriffe:

[1] Gesichtserker, Kapellenerker

Beispiele:

[1] Wenn ich mal ein Haus baue, dann muss es unbedingt einen Erker haben.
[1] „Cecilienhof war erst 1917, ein Jahr vor dem Ende des Ersten Weltkriegs, fertig gestellt worden, ein Landsitz mit 176 Räumen im überladenen Tudor-Stil: lauter Erker, ein Wald von Schornsteinen, efeuumschlungene Fachwerkfassaden.“[3]
[1] „Die weißgetünchte zweistöckige Villa mit hohen Sprossenfenstern und einem runden Erker an der rechten Seite lag am Ende eines parkähnlichen Grundstücks.“[4]

Wortbildungen:

Erkerzimmer

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Erker
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Erker
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Erker
[1] The Free Dictionary „Erker
[1] Duden online „Erker
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalErker

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, „Erker“, Seite 294
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Walther Mitzka: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 21., unveränderte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1975, ISBN 3-11-005709-3, DNB 821257900, „Erker“, Seite 172
  3. Theo Sommer: 1945. Die Biographie eines Jahres. Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-498-06382-0, Seite 166.
  4. Mechtild Borrmann: Grenzgänger. Die Geschichte einer verlorenen deutschen Kindheit. Roman. Droemer, München 2019, ISBN 978-3-426-30608-6, Seite 164.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Ärger