Damaszener

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Damaszener (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv, indeklinabel[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
Damaszener

Worttrennung:

Da·mas·ze·ner, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: [ˌdamasˈt͡seːnɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Damaszener (Info)

Bedeutungen:

[1] Damaskus und/oder dessen Einwohner betreffend, aus Damaskus und/oder von dessen Einwohnern stammend

Herkunft:

Es handelt sich um eine durch Adsuffigierung morphologisch angepasste Entlehnung über lateinisch damascenus → laaus Damaskus‘ aus griechisch δαμασκηνός (damaskēnós) → grc.[1]

Synonyme:

[1] damaszenisch

Oberbegriffe:

[1] syrisch

Beispiele:

[1] „Die Damaszener Klingen der orientalischen Krieger lehrten schon die Kreuzritter das Fürchten - doch das Wissen um die Herstellung der enorm scharfen Waffen ging schon vor Jahrhunderten verloren.“[2]
[1] „Ich bin in einer Gasse zur Welt gekommen, an deren Ende die Stelle der Damaszener Stadtmauer liegt, von der aus Apostel Paulus, alias Saulos, geflüchtet war.“[3]
[1] „Busladungen von Schiiten aus Libanon und Iran fahren täglich in der Damaszener Altstadt vor, um den Schrein der Sayyda Ruqaya (einer Tochter Imam Husseins) aufzusuchen, in dessen kontinuierlichen Ausbau Iran seit Jahrzehnten investiert.“[4]
[1] „Im Verlauf der Jahrhunderte versuchten hanbalitische Gelehrte wie Abd al-Wahhab mehrfach, ihre Religion durch den Rückgriff auf Koran und Sunna zu erneuern, und entwickelten dabei einen ausgeprägten Antischiismus, dessen wichtigste Quelle die Hanbaliya wurde. Bis heute ist die sogenannte Minhadsch as-Sunna des großen Damaszener Hanbaliten Taqi ad-Din ibn Taimiyya (1268-1328) unter Schiitenhassern weit verbreitet.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Damaszener Klinge, Stahl; Damaszener Bezirk, Stadtteil, Viertel, Vorort

Wortbildungen:

Damaszenerklinge, Damaszenerpflaume, Damaszenerrose, Damaszenerstahl, Damaszenertaube

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Damaszener
[*] canoonet „Damaszener
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Damaszener
[1] Duden online „Damaszener
[1] wissen.de – Wörterbuch „Damaszener
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalDamaszener
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 2. Band Bedi–Eink, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04753-4, DNB 96540790X, Seite 743.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 370.

Quellen:

  1. Boris Paraschkewow: Wörter und Namen gleicher Herkunft und Struktur. Lexikon etymologischer Dubletten im Deutschen. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2004, ISBN 978-3-11-017469-4, Seite 64 (Zitiert nach Google Books).
  2. Markus Becker: Legendäre Klingen: Geheimnis des Damaszener Stahls gelüftet. In: Spiegel Online. 16. November 2006, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 3. August 2013).
  3. Klaus Commer: Sprachvielfalt über den Wolken. Der syrisch-deutsche Erzähler Rafik Schami sitzt als Vermittler zwischen den Völkern. In: Jüdische Zeitung Online. Januar 2008, ISSN 1861-4442 (URL, abgerufen am 3. August 2013).
  4. Mona Sarkis: Viele Volksseelen, aber kein Volk. Die ethnisch-religiöse Topografie der Arabischen Republik Syrien. In: NZZOnline. 4. August 2011, ISSN 0376-6829 (URL, abgerufen am 3. August 2013).
  5. Guido Steinberg: Sunna gegen Schia. Der Arabische Frühling schafft neue Fronten im Konflikt zwischen den islamischen Konfessionen. In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. Nummer 9799, 11. Mai 2012, ISSN 1434-2561 (URL, abgerufen am 3. August 2013).

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Damaszener

die Damaszener

Genitiv des Damaszeners

der Damaszener

Dativ dem Damaszener

den Damaszenern

Akkusativ den Damaszener

die Damaszener

Worttrennung:

Da·mas·ze·ner, Plural: Da·mas·ze·ner

Aussprache:

IPA: [ˌdamasˈt͡seːnɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Damaszener (Info)

Bedeutungen:

[1] Einwohner der syrischen Hauptstadt Damaskus

Herkunft:

siehe oberen Abschnitt

Weibliche Wortformen:

[1] Damaszenerin

Oberbegriffe:

[1] Syrer/Syrier

Beispiele:

[1] „Für die so qualifizierten arabischen Brüder blieben die Damaszener, was bereits römische Legionäre erkannt und bei einer Rast vor den Schutzwällen von Damaskus in einen Gesteinsbrocken gehämmert hatten: ‚Eine verfaulte Bande.‘“[1]
[1] „Die Damaszener vermuten außerdem den laut biblischer Überlieferung unbekannten Ort östlich des Jordans, an dem Moses gestorben sein soll, genauso wie die Geburtsstelle Abrahams direkt vor ihrer Haustür.“[2]
[1] „Junge Beirutis und Damaszener feiern gemeinsam ihr erstes ausgelassenes Fest und trinken auf die Revolution.“[3]
[1] „Sami, ein junger Damaszener, der am Anfang mit den Revolutionären sympathisierte, ist inzwischen wütend auf alle.“[4]

Wortbildungen:

Damaszenerin

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Damaszener
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Damaszener
[*] canoonet „Damaszener
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Damaszener
[1] Duden online „Damaszener
[1] wissen.de – Wörterbuch „Damaszener
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalDamaszener
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 2. Band Bedi–Eink, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04753-4, DNB 96540790X, Seite 743.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 370.

Quellen:

  1. NAHER OSTEN, SYRIEN: Verfaulte Bande. In: DER SPIEGEL. Nummer 48/1968, 25. November 1968, ISSN 0038-7452, Seite 168 (PDF, DER SPIEGEL Archiv-URL, abgerufen am 3. August 2013).
  2. Benjamin Moscovici: Syrien: Alltag Angst. Die Juden in Damaskus achten darauf, nicht mit Israel in Verbindung gebracht zu werden. In: Jüdische Allgemeine Online. 14. Oktober 2010, ISSN 1618-9698 (URL, abgerufen am 3. August 2013).
  3. Leila Djamila: Syrische Flüchtlinge in Beirut: Sex, Drugs & Revolution. In: zenith – Zeitschrift für den Orient. Onlineausgabe. 18. Februar 2012, ISSN 1439-9660 (URL, abgerufen am 3. August 2013).
  4. Monika Bolliger: Syriens vergessene Bürgerbewegung. Viele der frühen Aktivisten sind aus dem Land geflohen – doch aufgeben wollen sie nicht. In: NZZOnline. 20. September 2012, ISSN 0376-6829 (URL, abgerufen am 3. August 2013).